Industrie: Investitionen in Innovation sind Jobs von morgen

IV-GS Beyrer: Forschungsprämie auf 12 Prozent erhöhen - Krise auch als Chance wahrnehmen - Kircher-Kohl: Innovationsbegriff erweitern

Wien (OTS/PdI) - "Wir müssen die Krise auch als Chance wahrnehmen, um die Neupositionierung Österreichs im Innovationsbereich heute zur entscheidenden Mission für den Industrie- und Arbeitsstandort zu machen. Es geht darum, uns zum Innovation Leader weiter zu entwickeln", betonte der Generalsekretär der Industriellenvereinigung (IV) Mag. Markus Beyrer heute, Dienstag, bei der gemeinsamen Innovationsveranstaltung "Future Innovation Trends" von Industriellenvereinigung, der österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft (FFG), 3M Österreich GmbH und des Vereins zur Förderung von Forschung und Innovation (vffi). Dies sei gerade jetzt besonders wichtig: "Draußen mag der Frühling einziehen. Echte konjunkturelle Frühlingsgefühle haben wir in der Industrie aber noch nicht." Was es nun brauche, seien mittel- bis langfristig wirksame Wachstumsimpulse, ganz besonders da die gegenwärtige Krise auch den Strukturwandel in Richtung höherwertigere und wissensintensivere Produkte beschleunige. "Der beste Hebel ist daher die Forcierung von Forschung und Innovation", betonte der IV-Generalsekretär.

Die Industrie begrüße daher ausdrücklich die Ausarbeitung einer umfangreichen und verbindlichen Forschungs-, Technologie- und Innovations- (FTI) Gesamtstrategie durch die Bundesregierung. "Wir sind zuversichtlich und erwarten, dass diese Strategie durch klug gewählte Schwerpunktsetzungen die notwendigen Impulse auslösen wird, die unser Land in seiner zukünftigen Wettbewerbsfähigkeit stärken und damit auch den Wohlstand, die Beschäftigung und das Wachstum der Zukunft schaffen werden", so Beyrer.

Von ganz besonderer Bedeutung sei dabei die Unterstützung von innovativen, internationalen Leitbetriebe. Diese Unternehmen seien von der Krise noch stärker betroffen als befürchtet. Dennoch setzten diese Firmen alles daran, ihren Innovationskurs zu halten. "Allein die 29 forschungsintensivsten Leitbetriebe stehen für F&E-Investitionen von 2,4 Mrd. Euro pro Jahr oder 32 % der gesamten F&E-Ausgaben Österreichs", so Beyrer. Leitbetriebe sind damit "DIE Innovationstreiber des Standortes - eine Eigenschaft, der gerade in Zeiten der Krise und der Vorbereitung des Wiederaufschwungs eine Schlüsselrolle am Standort Österreich zukommt", wie Beyrer unterstrich. So bewirkten 1 Mio. Euro zusätzlicher Forschungsförderung von Leitbetrieben zusätzliche:

  • 14 Mio. Euro an gesamtwirtschaftlicher Produktion,
  • 9 Mio. Euro an gesamtwirtschaftlicher Wertschöpfung,
  • 3 Mio. Euro an generierten Steuern und Abgaben sowie
  • 132 zum Teil hochqualifizierte Jobs

"Die Karten im Innovationsbereich werden aufgrund des in der Krise noch verschärften Standortwettbewerbes gerade heute neu gemischt. Es geht dabei längst nicht mehr nur darum, weiter zu wachsen, sondern das Erreichte zu halten und zu verteidigen. Denn andere Standorte investieren gerade in der Krise massiv in F&E und Innovation. Wir befinden uns an einem kritischen Punkt der Standortentwicklung!", so Beyrer. Dabei sei es bedenklich, dass Österreich im internationalen Vergleich bei der steuerlichen Forschungsförderung von den Top 5 nun auf den 22. Rang zurückgefallen sei. "Wir müssen die Forschungs- und Innovationsdynamik der letzten Jahre unbedingt weiter führen", forderte der IV-Generalsekretär. Des Weiteren müsse sowohl die direkte, als auch die indirekte Forschungsförderung in Balance gestärkt werden: "Die Forschungsprämie muss für alle innovativen Unternehmen von acht auf 12 Prozent erhöht werden. Die Investitionen in Forschung und Innovation heute sind die Arbeitsplätze und damit der Wohlstand von morgen." In Zeiten der Wirtschaftskrise ist es notwendig, ausgabenseitig das Budget zu konsolidieren, doch neues Wirtschaftswachstum kann nur mit Investitionen in Zukunftsbereiche wie Bildung, Forschung und Entwicklung ermöglicht werden.

Innovationsbegriff erweitern

Weitere wichtige Maßnahmen für eine Entwicklung hin zum "Innovationskaiser Österreich" nannte die Vorsitzende der IV-High-Level-Group zur FTI-Strategie und Vorstandsvorsitzende der Infineon Techologies Austria AG, Mag. Monika Kircher-Kohl. Die High-Level-Group der IV, in der die forschungsintensivsten Unternehmen Österreichs vertreten sind, hat für die FTI-Strategie der Bundesregierung die Prioritäten der Industrie formuliert. Kircher-Kohl nannte neben der Reformierung des Bildungssystems und der Sicherstellung des qualifizierten Nachwuchses vor allem die Wichtigkeit eines "erweiterten Begriffes von Innovation": Innovation verändere sich keineswegs nur in ihren Entstehungsprozessen. Auch die Zielsetzungen und Aktivitätsfelder in denen Innovation entwickelt werden, würden immer vielfältiger. "Neben technologischen Produktinnovationen gewinnen Prozessinnovationen, Designinnovationen und scale up von Pilotmaßstäben in industrielle Fertigung und Produktionsüberleitung in Richtung industrielle Umsetzung immer mehr an Raum", so Kircher-Kohl. International gesehen, werde es immer wichtiger, neben Forschungs- auch Produktionskapazitäten in Österreich zu erhalten und aufzubauen. "Leitbetriebe und ihre intensive Vernetzung mit kleinen und mittleren Unternehmen spielen dabei eine zentrale Rolle", so Kircher-Kohl. Dieses Wandels gelte es sich - ganz besonders in Zusammenhang mit der FTI-Strategie der Bundesregierung - bewusst zu sein.

Weiters gelte es, herkömmliche Definitionen zu hinterfragen. Traditionelle begriffliche "Innovations-Kategorien" wie zum Beispiel "Grundlagenforschung" und "Anwendungsorientierte Forschung" seien etwa womöglich längst überholte Relikte vergangener Tage", sagte IV-Generalsekretär Beyrer. "In Zeiten der zunehmenden Vernetzung von Wissenschaft und Industrie treten dererlei Abgrenzung zwischen den 'Welten' Wissenschaft und Industrie immer mehr in den Hintergrund. Erfolgreiche Innovationsnetzwerke benötigen beides:
Grundlagenforschung und anwendungsorientierte Forschung und ein ausgewogenes Verhältnis der Förderung beider 'Welten'", so Beyrer abschließend.

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