SPÖ-Bundesratsfraktion gedenkt anlässlich des 70. Todestages von Otto Felix Kanitz

Wien (OTS/SK) - Bei der heutigen Kranzniederlegung vor der Gedenktafel von Otto Felix Kanitz gedachte die SP-Bundesratsfraktion des großen sozialdemokratischen Vordenkers, Pädagogen und Bundesrates. Im Namen der SP-Bundesratsfraktion erklärte deren Vorsitzender, Albrecht K. Konecny: "Wir werden in wenigen Monaten die 90. Wiederkehr der 1. Sitzung des Bundesrates feiern. Es wäre verfehlt, nicht daran zu erinnern, dass es eine Phase in der Geschichte des österreichischen Parlamentarismus gegeben hat, in der nur der Bundesrat seine Stimme zur Erhaltung der Demokratie erheben konnte. Der Nationalrat war zu diesem Zeitpunkt durch den Austrofaschismus bereits ausgeschaltet. In dieser Zeit war Kanitz einer der wichtigsten Sprecher für die Erhaltung der österreichischen Demokratie." ****

Kanitz wurde am 5. Februar 1894 in Wien geboren. Sehr früh begann er sein Engagement für die Kinder- und Jugendarbeit der Sozialdemokratie. Schon mit 17 Jahren war er bei den Österreichischen Kinderfreunden tätig. 1918 wurde er pädagogischer Referent bei den Wiener Kinderfreunden. Er selbst begann nach erfolgreichem Abschluss der Externisten Matura sein Studium der Philosophie und Pädagogik, welches er 1922 abschloss. 1919 gründete er die erste "Kinderrepublik" Österreichs in Gmünd, in der über Kindervertrauensleute und einer Vollversammlung erste Formen der Kindermitbestimmung erarbeitet wurden. Von 1920-1925 war er Leiter der Schule der "Österreichischen Kinderfreunde". Von 1921-1934 war Kanitz leitender Redakteur der noch heute existierenden Zeitschrift "Sozialistische Erziehung". Von 1932-1934 war Kanitz Mitglied der sozialdemokratischen Bundesratsfraktion. Er wurde als Sozialdemokrat und Jude zum Opfer der Nazi-Herrschaft. Als aktiver Widerstandskämpfer wurde Kanitz 1938 verhaftet und zwei Jahre später im Konzentrationslager Buchenwald ermordet.

"In diesem Jahr gedenken wir des 70. Todestages von Otto Felix Kanitz. Es wird vielen gedacht werden müssen und nicht allen wird ein öffentliches Gedenken zu Teil werden. Aber sie sind alle Opfer ein und desselben Regimes gewesen. Als österreichischer Politiker oder Politikerin sollte es eine Selbstverständlichkeit sein, dieses Regime - ohne eine einwöchige Nachdenkfrist - als ein mörderisches, menschenverachtendes Regime zu bezeichnen. Otto Kanitz, der sozialdemokratische Bundesrat und Jude, war ein Opfer des Nationalsozialismus - es gab Millionen davon - und dem zu gedenken ist eine Pflicht und Verpflichtung unserer Geschichte und unserem demokratischen Staat gegenüber", schloss Konecny. (Schluss) ab/mp

Digitale Pressemappe: http://www.ots.at/pressemappe/199

Rückfragen & Kontakt:

SPÖ-Bundesorganisation, Pressedienst, Löwelstraße 18, 1014 Wien,
Tel.: 01/53427-275
http://www.spoe.at/online/page.php?P=100493

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | SPK0001