Heinisch-Hosek gratulierte diestandard.at zum 10 Jahres-Jubiläum

Frauen werden in weiteren 10 Jahren realistischerweise noch nicht gleichberechtigt, aber gleichberechtigter sein

Wien (OTS/SK) - Anlässlich des 10-jährigen Jubiläums von "diestandard.at" nahm Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek am Montagabend an einer Diskussion unter dem Titel "Was bisher (nicht) geschah - 10 Jahre Feminismus und Frauenpolitik" teil. Heinisch-Hosek gratulierte "diestandard.at" zum 10 Jahres-Jubiläum und würdigte das Medium als "Bereicherung", da feministische Themen behandelt würden, "die ich sonst nie in einem Tagesmedium finden würde". Unter anderem wurde über die Themen Erwerbsarbeit, Kinderbetreuung, Rollenbilder und Sexismus diskutiert. ****

Gefragt nach den Entwicklungen der letzten zehn Jahre, verwies die Frauenministerin auf ein neues Verständnis von Frauenpolitik:
"Frauenpolitik wird heute nicht mehr mit Familienpolitik gleichgesetzt", so Heinisch-Hosek. Im Bereich der Erwerbsarbeit gäbe es "einiges aufzuholen": Der Anteil der erwerbstätigen Frauen sei zwar gestiegen, "die Form der Erwerbsbeteiligung von Frauen ist jedoch zu Hinterfragen", so Heinisch-Hosek, die auf den aktuellen Gender-Gap-Report verwies. Laut diesem Bericht seien mehr als 42 Prozent der Frauen in Österreich teilzeitbeschäftigt. "Beschämend" findet Heinisch-Hosek auch, dass Österreich innerhalb der EU bei der Lohnschere zwischen Männern und Frauen nur den vorletzten Platz belegt. Das Fazit der Frauenministerin: "Mehr Erwerbsbeteiligung für Frauen haben wir, bessere Arbeitsbedingungen haben wir noch nicht".

Uneinheitliche Verhältnisse erschweren Vereinbarkeit von Familie und Beruf

Auch Kinderbetreuung war Thema der Diskussion. Heinisch-Hosek kritisierte den Mangel an Kinderbetreuungsplätzen. So stelle Österreich nur für 17 Prozent der unter Dreijährigen entsprechende Betreuungsplätze zur Verfügung. "Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf wird von den uneinheitlichen Verhältnissen in den einzelnen Bundesländern erschwert", so Heinisch-Hosek. Sie legte darauf Wert, dass dies sowohl Frauen als auch Männer betreffe. Als ersten Schritt zur Behebung des Problems forderte die Frauenministerin einheitliche Mindeststandards für ganz Österreich.

Angesprochen auf die sexistische Alltagskultur forderte Heinisch-Hosek: "Wir müssen auch wieder darüber reden, dass junge Frauen sich nicht treiben lassen sollen" Rollenbildern, die beispielsweise von sexistischer Werbung transportiert würden, zu entsprechen. Für ein Verbot sexistischer Werbung sieht Heinisch-Hosek zum jetzigen Zeitpunkt in Österreich wenig Chancen. Sie fordert daher einen Expertinnen-Beirat, der den Werberat bei der Feststellung sexistischer Diskriminierung unterstützen solle.

In den kommenden 10 Jahren müsse man daran arbeiten, dass mehr Frauen in Entscheidungspositionen gelangen. Realistischerweise "werden Frauen auch in zehn Jahren noch nicht gleichberechtigt, sondern nur gleichberechtigter sein", so Heinisch-Hosek. Abschließend verwies die Frauenministerin auf den gesamtgesellschaftlichen Nutzen der ökonomischen Gleichstellung der Frau. "Das Wirtschaftswachstum könnte um ein Drittel steigen, wenn Frauen ökonomisch gleichgestellt sind", so Heinisch-Hosek. (Schluss) sa

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