ARBÖ begrüßt "Aus" für uralte Kindersitze

Mischbereifung bringt Vorteile für schmale Brieftaschen

Wien (OTS) - Als einen wichtigen Schritt zu mehr Sicherheit für Kinder im Auto begrüßt der ARBÖ das geplante "Aus" für uralte Kindersitze. Laut Novelle zur Kraftfahrgesetz-Durchführungsverordnung (KDV), deren Begutachtungsfrist heute endet, dürfen bestimmte ältere Kindersitze in Zukunft weder verkauft noch verwendet werden. "Es ist höchste Zeit, diese uralten und sicherheitstechnisch längst überholten Gefahrenquellen für immer aus dem Verkehr zu ziehen. Konkret geht es dabei um jene Kindersitze, welche nicht einmal mehr der ab dem Jahr 1996 gültigen Vorgänger-Prüfnorm entsprechen", begründet der Leiter des ARBÖ-Rechtsreferats Mag. Gerald Kumnig. Die Novelle soll bereits ab 1. April 2010 in Kraft treten.

Die Beliebtheit hoffnungslos veralteter Kinderrückhaltesysteme ist nicht zu unterschätzen. Immerhin hatte eine Stichprobenuntersuchung des ARBÖ 2005 ergeben, dass damals 29 Prozent der Kindersitze so alt waren, dass sie gar keine EU-Norm erfüllten.

Zur neuen Vorschrift: Im Handel verkauft werden dürfen nach Inkrafttreten dieser Novelle nur mehr Kindersitze, die der aktuellen ECE-Regelung Nr. 44.04 entsprechen, welche seit 2005 gilt. Kindersitze mit der vorhergehenden ECE-Nummer 44.03 dürfen zwar noch weiterhin verwendet werden, Beschränkungen wird es dafür aber beim Verkauf geben: Gewerblich dürfen sie überhaupt nicht mehr angeboten werden, Privatverkäufen wird ein Riegel vorgeschoben. "Das Verkaufsverbot betrifft nämlich auch den privaten Verkauf, sofern die Kindersitze einem größeren Personenkreis feilgeboten werden, wie es etwa über Zeitungsinserate oder eBay der Fall ist", präzisiert Kumnig. Die ECE-Norm 44.03 gilt seit dem Jahr 2001. Der Aufkleber muss am Kindersitz deutlich sichtbar angebracht sein.

Die Sanktionen bei Zuwiderhandeln sind doppelt und dreifach, fügt der ARBÖ-Verkehrsjurist hinzu und zählt auf: "Erstens gibt es eine Vormerkung im Führerscheinregister. Zweitens können Geldstrafen bis zu 5.000 Euro verhängt werden. Drittens kann die Polizei den Lenker an der Weiterfahrt hindern."

Künftig auch im Winter mit Mischbereifung

Die Novelle soll künftig auch die Möglichkeit einräumen, im Winter mit einer sogenannten Mischbereifung zu fahren. Das heißt, nicht alle vier Winterreifen bräuchten eine Mindestprofiltiefe von 4 mm (Radial) bzw. 5 mm (Diagonal). Auf einer Achse dürfen die Reifen dann auch weiter abgefahren sein, sofern sie zumindest 1,6 mm Profiltiefe aufweisen. "Diese Mischbereifung ist aber keinesfalls bei winterlichen Fahrverhältnissen im Zeitraum vom 1. November bis zum 15. April erlubt. Wenn Eis, Schnee oder Matsch auf der Straße liegt müssen - wie bisher - alle vier Reifen zumindest 4 bzw. 5 mm Profiltiefe aufweisen." Schmalen Brieftaschen bringt die vorgesehene Mischbereifung eine Erleichterung, da nicht jedesmal eine Neubereifung angeschafft werden muss, begründet der ARBÖ. Ob sie noch in dieser Saison Platz greifen kann hängt davon ab, ob die Novelle plangemäß am 1. April in Kraft tritt. Denn die Winterreifenpflicht endet am 15. April.

Digitale Pressemappe: http://www.ots.at/pressemappe/27

Rückfragen & Kontakt:

ARBÖ Rechtsreferat
Mag. Gerald Kumnig
Tel.: (++43-1) 891 21-205
mailto: presse@arboe.at
http://www.arboe.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NAR0002