Internationaler Frauentag im Wien-Haus in Brüssel

Wiener Frauenpolitik und Gender-Kompetenz als internationales Exportgut

Brüssel (OTS) - Zeitgleich zur großen Frauentagsveranstaltung im Wiener Rathaus fand heuer erstmals im Wien-Haus in Brüssel eine Präsentation der Wiener Frauenpolitik vor rund 60 Teilnehmerinnen aus den EU-Institutionen, Regionalbüros und Interessensvertretungen statt. "Es gibt viele Erfolgsstories der Wiener Frauenpolitik, wie etwa das Frauenservice des Wiener Wirtschaftsförderungsfonds, aber auch die hervorragenden Programme des Zentrum für Innovation und Technologie wie FemPowerCall zur Unterstützung von Forscherinnen und frauenspezifischen Forschungsthemen" so Susanne Strohm, Leiterin des Brüssel Büros des WWFF. "Es war uns wichtig, den vielen hier in der EU arbeitenden Frauen die Wiener Frauenpolitik zu präsentieren," sagte Michaela Kauer, die Leiterin des Wien-Hauses.****

Ein frauenpolitischer Austausch sei gerade dann interessant, wenn, wie derzeit unter der spanischen EU-Präsidentschaft, Frauenthemen besonders betont werden, "das gibt uns eine ausgezeichnete Gelegenheit, Wiener Expertinnen zu Frauenpolitik in Sachen Gewaltschutz, Arbeitsmarkt, Wirtschaft, Migrantinnen, Mädchenarbeit und vielen mehr vor den Vorhang zu holen. Das Besondere am Wiener Weg ist, dass es ganz klare Gleichstellungsziele für alle Bereiche der Verwaltung gibt, die durch gut abgesicherte Instrumente wie Gender Mainstreaming und Gender Budgeting unterstützt werden," so Kauer.

Frauenpolitik in allen Bereichen der Stadtverwaltung

Alina Zachar von der Frauenabteilung der Stadt Wien skizzierte kurz die Geschichte der Frauenabteilung, die im Jahr 1991 gegründet wurde und heute über 37 Mitarbeiterinnen und ein Budget von über 8 Millionen Euro verfüge. Arbeitsschwerpunkte seien nach wie vor die Themen Arbeitsmarkt, Gewaltschutz, Migrantinnen und seit einigen Jahren auch ein eigener Mädchenschwerpunkt. "Die Grundlagenarbeit der Frauenabteilung ist ein wichtiger Indikator, um zu sehen, wie es den Wienerinnen geht, genau so wichtig sind aber auch die konkreten Maßnahmen wie der Frauennotruf, das Mädchentelefon, die Förderungen für Frauenberatungsstellen und vieles mehr," so Zachar. Ganz entscheidend sei, dass die Frauenabteilung sowohl mit den zahlreichen Vereinen und Netzwerken, aber auch der Wissenschaft gut in Kontakt stehe und auch in europäischen und internationalen Netzwerken, wie etwa FemCities, Erfahrungen austausche.

Erfolgsstory des Frauenservice des Wiener Wirtschaftsförderungsfonds

Gerlinde Lonin, Leiterin des Frauenservice des WWFF, stellte die Entwicklung dieser Frauenförderungsmaßnahme dar, die im Jahr 1999 begann und bei der bisher rund 4000 Frauen bei der Unternehmensgründung beraten wurden. "Diese Erfolgsstory war wichtig, denn es war die erste frauenfördernde Maßnahme des WWFF, der später auch in anderen Bereichen, v.a. bei der Forschung - mit z.B. dem FemPowerCall des ZIT - neue Wege zur Unterstützung von Wissenschafterinnen und Forscherinnen ging," so Lonin. Das WWFF Frauenservice unterstützt zukünftige Unternehmerinnen neben einer individuellen Beratung mit einer breiten Angebotspalette, die von Workshops über eine Gründerinnenplattform, einem Mentoring Programm bis hin zu geförderten start up Büros reicht.

Wiener Gender-Kompetenz als internationales Exportgut

Ursula Bauer, Projektleiterin für die Umsetzung von Gender Mainstreaming in der Magistratsdirektion, und Andrea Hlavac, Leiterin des Statistik-Referats in der Finanzabteilung, beleuchteten den Weg zur Verankerung der zentralen Gender-Instrumente in der Stadtverwaltung.

Bauer präsentierte die aktuelle Gender-Mainstreaming-Kampagne der Stadtverwaltung, die gezielt Vorurteile und Ausreden anspricht. "Ein wenig Provokation muss immer sein, wichtig ist, dass sich die Dinge weiterbewegen," so Bauer.

Hlavac beschrieb die Erfolgsstory des Wiener Gender-Budgeting-Ansatzes, der dazu geführt habe, dass nunmehr aus dem Gesamtbudget der Stadt viel besser ablesbar sei, welche Maßnahmen jeweils Frauen und Männern und welche Aktivitäten zu deren Gleichstellung ihnen zu Gute kämen. "Das Spannende war der Lernprozess für die VerwaltungsmitarbeiterInnen," so Hlavac, "und es ist uns gelungen, weil wir in Wien das Thema gut in den Strukturen verankert haben. Damit wurde Wien zum internationalen Benchmark in Sachen Gender Budgeting."

Grußworte der Finanz- und Frauenstadträtinnen

Bei der Veranstaltung im Wien-Haus wurden auch Grußworte der Wiener Vizebürgermeisterin und Finanzstadträtin, Mag.a Renate Brauner und der Wiener Frauenstadträtin, Sandra Frauenberger, verlesen. Brauner begrüßte die Initiative, die Wiener Frauenpolitik, die in allen Ressorts fest verankert sei, in Brüssel vor einem Publikum hochrangiger Frauen zu präsentieren. "Die Tatsache, dass in Wien die Einkommensschere zwischen Frauen und Männer am geringsten von allen Bundesländern ist, ist auf gute Rahmenbedingungen für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie, aber auch auf aktive arbeitsmarkt- und wirtschaftspolitische Maßnahmen zurückzuführen", meinte Brauner. "Dafür investiert die Stadt jährlich - auch mit Mitteln der EU - gezielt in Frauenförderungsprogramme im WAFF und im WWFF. Das Wiener Budget zeigt deutlich auf, welche Maßnahmen Frauen zu Gute kommen," so die Wiener Finanz- und Wirtschaftsstadträtin.

Frauenberger betonte in ihrer Botschaft zum Internationalen Frauentag, dass es gerade in Zeiten der Krise keine Rückschritte für Frauen geben dürfe. Die EU sei "eine verlässliche Partnerin, wenn es um die Gleichstellung von Frauen geht. Mit zahlreichen Richtlinien, Aktionsplänen und Vertragsbestimmungen hat die EU die Gleichstellungspolitik und den Gewaltschutz in den einzelnen Nationalstaaten ganz wesentlich vorangetrieben," so die Wiener Frauenstadträtin.

Gedenken an Johanna Dohnal

Auch in Brüssel gedachten die Gäste der kürzlich verstorbenen Johanna Dohnal, die von 1973 bis 1979 Wiener Gemeinderätin war, ehe sie als erste Staatsekretärin für allgemeine Frauenfragen in die Bundesregierung wechselte, und zahlreiche Verbesserungen für Frauen in Wien und Österreich durchsetzte. Johanna Dohnal habe sich darüber hinaus stets auch auf der internationalen Ebene für die Rechte der Frauen eingesetzt, erinnerte Kauer. (Schluss)

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Georg Brockmeyer
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Mag.a Susanne Strohm
Brüssel Büro des WWFF
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