"Tiroler Tageszeitung" Kommentar: "Zwei Jahre Wahlkampf in Innsbruck (Von MARIO ZENHÄUSERN)

Ausgabe vom 9. März 2010

Innsbruck (OTS) - Christine Oppitz-Plörer muss der Stadtpolitik ihre Handschrift verpassen, will sie wiedergewählt werden.

Auf Christine Oppitz-Plörer wartet eine große Aufgabe. Die neue Innsbrucker Bürgermeisterin wird viel Kraft brauchen, um aus dem Schatten ihrer beiden Vorgänger zu treten. Hilde Zach hat ebenso wie Herwig van Staa Spuren hinterlassen. Spuren, die Innsbruck noch in Jahren prägen werden und die gleichzeitig den Start der neuen Chefin im Rathaus wesentlich erleichtern. Denn so viel steht fest: Christine Oppitz-Plörer übernimmt eine geordnete Stadt. Das war nicht immer so in Innsbruck.

Trotzdem gilt es noch eine Reihe von Baustellen aufzuräumen. Die Regionalbahn zum Beispiel, von der es immer heißt, sie sei auf Schiene - nur weiß bis jetzt niemand so recht, wohin diese Schienen führen. Oder den Umgang mit der zahlenmäßig immer stärker werdenden Gruppe von Menschen mit Migrationshintergrund. Oppitz-Plörer weiß nicht erst seit ihrer Zeit als Schul-Stadträtin, dass hier ein gewaltiges Gefahrenpotenzial schlummert.

Zu all dem muss die neue Bürgermeisterin damit rechnen, dass ihr von Anfang an ein rauer Wind ins Gesicht bläst. Mit dem gestrigen Tag hat in Innsbruck der Wahlkampf begonnen. Alle Parteien und Gruppierungen, Opposition ebenso wie Regierungskoalition, werden die verbleibende Zeit bis zu den nächsten Gemeinderatswahlen im Jahr 2012 nützen, um die eigenen Kandidatinnen/Kandidaten in Stellung zu bringen und bei der Bevölkerung so viele Punkte wie nur möglich zu sammeln. Es drohen harte Auseinandersetzungen, in denen die Sachpolitik dem Populismus geopfert wird und in denen persönliche Diffamierungen auf der Tagesordnung stehen.

Oppitz-Plörer braucht also viel Fingerspitzengefühl und Verhandlungsgeschick, will sie der städtischen Politik in so kurzer Zeit ihre Handschrift verpassen. Genau das muss sie aber. Sonst hat sie 2012 keine Chancen auf eine Wiederwahl.

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