FCG-Gabriel: Gleicher Lohn für gleichwertige Arbeit

25,5 Prozent Einkommensunterschied sind um 25,5 Prozent zuviel

Wien (OTS/FCG) - "Unter dem Titel 'Bread and Roses' machten US-amerikanische Textilarbeiterinnen auf ihre Forderungen nach gerechtem Lohn sowie eine menschenwürdige Arbeits- und Lebensumgebung aufmerksam. Heute, fast 100 Jahre später, sind diese Forderungen nicht vergessen. Heute setzen sich Frauen dafür ein, dass die Entlohnung von Frauen und Männern an der erbrachten Leistung, dem Wissen und der damit verbundenen Verantwortung zu messen ist und die Einkommensschere durch gleichen Lohn für gleichwertige Arbeit endlich geschlossen wird", so Monika Gabriel, Bundesfrauenvorsitzende der FCG im ÖGB.

Wenn heute alle Statistiken zeigen, dass Frauen durchschnittlich um ein Viertel weniger verdienen als Männer und Österreich sich unter den EU-27-Schlusslichtern einreiht, so ist das ungerecht. "Es muss endlich zu einem gesellschaftlichen Umdenken kommen. Einem Umdenken, das dazu führt, dass Gender Mainstreaming nicht als selbstverständlich angesehen wird, sondern in all seinen Facetten gelebt wird. Gender Mainstreaming ist mehr als das Schließen der Einkommenschere. Es muss bei allen Entscheidungen und Planungen einfließen, die die unterschiedlichen Lebenslagen und Bedürfnisse von Frauen und Männern betreffen. Egal ob es um die Gestaltung des öffentlichen Raumes, die Ausarbeitung von Qualifizierungsprogrammen im Bereich des Arbeitsmarktes, die Gesundheitspolitik oder die bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie geht", fordert Gabriel.

"Gerade im Bereich Vereinbarkeit von Familie und Beruf fehlt noch immer die nötige Balance. Das einkommensabhängige Kinderbetreuungsgeld ist ein erster wichtiger Schritt, dem noch viele weitere folgen müssen. Vor allem bei der Väterkarenz muss die Akzeptanz der Arbeitgeber noch erhöht werden. Männern, die gerne ihre Familienpflichten wahrnehmen möchten, darf von den Arbeitgebern kein Stein in den Weg gelegt werden. Väterkarenz muss zur Selbstverständlichkeit werden", so Gabriel weiter.

"Aber auch nach der Karenzzeit muss durch die permanente Schaffung und Sicherung von kostengünstigen Betreuungsmöglichkeiten mit hoher pädagogischer Qualität die Möglichkeit zur Ausübung eines Berufes gegeben sein. Hier spielt das Gemeinwohl eine tragende Rolle, denn auch Frauen in höher qualifizierten Berufen und in Führungspositionen müssen die Möglichkeit haben, Elternteilzeit wahrzunehmen. Auf der einen Seite die sinkende Geburtenrate zu kritisieren und auf der andere Seite aber nicht ausreichend ansprechende Angebote zu schaffen um diesem Faktum entgegenzuwirken, wird keinen Erfolg bringen", führt Gabriel weiter aus.

"Solidarität ist hier ein wichtiges Schlagwort. Arbeitgeber/innen und Arbeitnehmer/innen sowie Frauen und Männer müssen solidarisch füreinander einstehen. Nur durch ein ausgewogenes Geben und Nehmen kann Gleichberechtigung gelebt werden. Ein unbekannter Autor hat einmal gesagt 'Die Macht der Männer ist die Geduld der Frauen'. Doch irgendwann geht jede Geduld zu Ende. Wir FCG-Frauen fordern daher ein rasches Umdenken in vielen gesellschaftlichen Bereichen, denn nur so kann die Welt insgesamt mehr in Balance kommen", schließt Gabriel.

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