WKÖ-Hochhauser: "Österreichs Wirtschaft wird immer weiblicher - und das ist richtig so!"

Zahl der Gründerinnen und erwerbstätigen Frauen deutlich gestiegen - allerdings muss noch stärker an überholten Rollenklischees gerüttelt werden

Wien (OTS/PWK197) - "Die Frauen holen in der österreichischen Wirtschaft enorm auf und das ist richtig so. Sowohl die Unternehmerinnen als auch die unselbständig beschäftigten Frauen trotzen der Krise", betont die Generalsekretärin der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), Anna Maria Hochhauser. Der Internationale Frauentag solle daher nicht nur zum Anlass genommen werden, um auf nach wie vor bestehende Defizite etwa in Sachen Rahmenbedingungen für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf hinzuweisen, sondern "um die tollen Leistungen von Frauen auf allen Ebenen der Gesellschaft vor den Vorhang zu holen".

Sowohl die Zahl der Unternehmerinnen als auch die Zahl der unselbständig tätigen Frauen sowie die Frauenerwerbsquote insgesamt sind in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. "Der Anteil der Gründerinnen ist geradezu explodiert", erläutert Hochhauser. Entfielen 1997 insgesamt 27,1 % der Gründungen auf Frauen, so stellten die Gründerinnen 2009 mit einem Anteil von 40,6 % einen neuen Rekord auf. Heutzutage sind bereits mehr als 37,5 % aller Unternehmen in weiblicher Hand.

Die Frauenerwerbsquote ist seit 1998 um 8 Prozentpunkte auf 69,5 % gestiegen und damit deutlich stärker als jene der Männer (+1 %). Anders ausgedrückt stieg die Zahl der erwerbstätigen Frauen in diesem Zeitraum um rund 300.000 auf 1,9 Millionen, jene der unselbständig tätigen Frauen von 1,36 Millionen auf 1,65 Millionen. "Besonders ermutigend ist, dass es bei der Frauenbeschäftigung in den nächsten Jahren weiter nach oben gehen wird", verweist die WKÖ-Generalsekretärin auf aktuelle AMS-Analysen, wonach es hier 2009 bis 2013 durchgehend Beschäftigungszuwächse geben wird.

"In manchen Bereichen haben die Frauen die Männer bereits überflügelt", so Hochhauser. Es gibt heute mehr Maturantinnen als Maturanten und mehr Akademikerinnen als Akademiker. So haben14,5 % der 25- bis 64-jährigen Frauen einen Hochschul-, Akademie oder Kollegabschluss, aber nur 13, 2 % der Männer.

Frauen leben auch länger: Die Lebenserwartung für einen 2008 geborenen österreichischen Mann beträgt 77,6 Jahre, jene einer Frau 83 Jahre. Im Gegensatz zu den meisten EU-Ländern besteht in Österreich jedoch immer noch ein unterschiedliches gesetzliches Pensionsalter, das für Frauen bei 60, bei Männern bei 65 Jahren liegt. Richtig, so Hochhauser, und "im Sinne höherer Fraueneinkommen und höherer Frauenpensionen" sei daher der Vorschlag des WIFO, das Pensionsantrittsalter nicht erst 2033 sondern schon vorher anzugleichen.

Zudem müssten Frauen im Berufsleben noch stärker in klassische Männerdomänen wie IT, Technik und Naturwissenschaften vordringen, etwa durch gezielte Berufsinformation bereits in der Schule. "Es gilt, noch stärker an überholten Rollenklischees zu rütteln", so die WKÖ-Generalsekretärin. Zudem seien weitere Verbesserungen bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf notwendig. "Das ab Herbst geltende verpflichtende Kindergartenjahr ab 5, die steuerliche Absetzbarkeit der Kinderbetreuungskosten und die Einführung des einkommensabhängigen Kindergeldes waren Meilensteine." Vor allem bei der Qualität der Kinderbetreuung habe Österreich aber noch Aufholbedarf.

Hochhauser abschließend: "Stimmen die Rahmenbedingungen, um Familie und Beruf unter einen Hut zu bringen, oder stimmen sie nicht - das ist die zentrale Frage, die sich Frauen auf ihrem Karriereweg stellen. Nicht ob sie mit Quoten in Spitzenjobs gehievt werden könnten." (SR)

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