Marek zum Int. Frauentag: Auf Frauen verzichten heißt Geld vernichten

Führungskräfteprogramm "Zukunft.Frauen" startet im Herbst 2010

Wien (OTS/BMWFJ) - "Gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten können es sich Unternehmen nicht mehr leisten, auf das Potenzial vieler gut ausgebildeter Frauen zu verzichten. Internationale Studien belegen klar, dass sich eine gleichmäßige Verteilung der Geschlechter positiv auf den Unternehmenserfolg auswirkt und sich Frauenförderung auch für die Unternehmen bezahlt macht", so Christine Marek, Staatssekretärin im Bundesministerium für Wirtschaft, Familie und Jugend, heute, Sonntag, im Vorfeld des Internationalen Frauentages. In vielen Bereichen der Arbeitswelt seien Frauen leider nach wie vor benachteiligt, etwa bei gleichem Einkommen für gleichwertige Arbeit, der Doppelbelastung durch Familie und Beruf oder dem Aufstieg in Führungspositionen. "Aber es ist völlig unzureichend und greift viel zu kurz immer nur gebetsmühlenartig ausschließlich von Quoten und Einkommenstransparenz zu sprechen. Viel mehr braucht es eine Reihe von Maßnahmen in den unterschiedlichsten Bereichen - und zwar nachhaltig und konsequent", so Marek.

"Genau aus diesem Grund habe ich gemeinsam mit der Wirtschaftskammer und der Industriellenvereinigung das Führungskräfteprogramm 'Zukunft.Frauen' ins Leben gerufen, das mit Herbst 2010 startet. Mit diesem Programm nach norwegischem Vorbild wollen wir Frauen auf ihrem Weg an die Spitze unterstützen und sie in ihrem Selbstvertrauen im Hinblick auf die Übernahme von Führungspositionen stärken. Ziel ist es, qualifizierte Frauen gezielt zu fördern und für Management- und Aufsichtsratspositionen vorzubereiten", so die Staatssekretärin weiter. Die Details zum Führungskräfteprogramm werden am 9. April im Rahmen einer Enquete im Bundesministerium für Wirtschaft, Familie und Jugend präsentiert. "Dabei werden wir auch positive Beispiele im Bereich der Frauenförderung vor den Vorhang holen, um anderen Unternehmen klar zu machen: Auf Frauen verzichten heißt Geld vernichten!"

Um Frauen aktiv zu fördern, bedürfe es einer Reihe von Maßnahmen, so Marek weiter. "Dabei spielen nicht nur Faktoren wie Einkommen oder Weiterentwicklungsmöglichkeiten eine Rolle. Die bestmögliche Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist für die Chancen von Frauen ebenfalls entscheidend, da die Hauptlast der Kinderbetreuung nach wie vor bei den Frauen liegt." Die gute Vereinbarkeit von Familie und Beruf habe viele Vorteile. Sie steigere die Motivation und Zufriedenheit der Beschäftigten, was wiederum zu Effizienzsteigerungen und zur Reduktion der Stressbelastung führe. Dadurch würden Fehlzeiten und Krankenstände gesenkt. Auch die Verringerung der Fluktuation spare Mittel für die Nachbesetzung von Stellen ein. "Wird Müttern und Vätern trotz familiärer Aufgaben eine qualifizierte Berufslaufbahn ermöglicht, kehren sie nach dem Mutterschutz bzw. der Karenz wieder zurück oder steigen früher wieder ins Erwerbsleben ein."

Damit Vereinbarkeit besser gelinge, brauche es aber nicht nur das Bewusstsein um die wettbewerbsentscheidende Bedeutung von Familienfreundlichkeit, sondern auch das Wissen um konkrete Maßnahmen im Unternehmen. Diese werden beispielsweise im "Handbuch zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf für kleine und mittlere Unternehmen" dargestellt, das unter www.bmwfj.gv.at zum kostenlosen Download zur Verfügung stehe. Unterstützung in diesem Bereich gibt es auch durch das Audit "berufundfamilie", ein Beratungsinstrument für Unternehmen, Non-Profit-Organisationen und Einrichtungen des öffentlichen Dienstes, die ihre Familienorientierung gezielt entwickeln wollen, um von den damit verbundenen positiven betriebswirtschaftlichen Effekten zu profitieren. Unternehmen und Organisationen, die das Audit "berufundfamilie" umsetzen, werden vom Bundesministerium für Wirtschaft, Familie und Jugend mit einem Gütezeichen zertifiziert.

"Der Nutzen familienfreundlicher Maßnahmen ist höher als die Kosten, die durch die Maßnahmen entstehen. Familienfreundlichkeit rechnet sich nicht nur im Hinblick auf die Attraktivität für die Arbeitskräfte von morgen, sondern auch im betrieblichen Alltag. Wer familienfreundliche Maßnahmen setzt, erspart sich als Unternehmer viel Geld - und sichert sich auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten wichtige Wettbewerbsvorteile", so Marek.

Als wesentliche Maßnahmen für die bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf verwies die Staatssekretärin abschließend auf das mit Herbst 2009 gestartete Gratis-Kindergartenjahr, für das der Bund jährlich 70 Millionen Euro aufbringe, und das neue einkommensabhängige Kinderbetreuungsgeld. "Damit ist es uns gelungen, zusätzliche, an den heutigen Lebensrealitäten orientierte Modelle für noch mehr Wahlfreiheit für alle Eltern zu bieten. Wir wollen damit die Vereinbarkeit von Familie und Beruf weiter forcieren, den Wiedereinstieg erleichtern und die Väter stärker als bisher ins Boot holen."

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