Wurm zum Internationalen Frauentag: Genug geredet!

Einkommen offenlegen, verpflichtende Quoten einführen

Wien (OTS/SK) - "Wie auch die ersten Daten des kommenden Frauenberichts zeigen: Frauen sind immer mehr durch Beruf und Familienarbeit belastet, die Einkommen klaffen immer weiter auseinander und trotz guter Ausbildung schaffen sie es nicht an die Spitze. Jetzt muss Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek auch vom Koalitionspartner unterstützt werden: Denn es geht nicht mehr ohne Quoten und Sanktionen", erklärte SPÖ-Frauensprecherin Gisela Wurm anlässlich des internationalen Frauentages am 8. März. Es werde den Frauen immer eingeredet, Quoten seien von gestern, dies müsse freiwillig und durch Motivation geschehen. "Wir haben lange genug geredet, es wurde nicht besser, deshalb müssen wirksame Regelungen, die auch Sanktionen beinhalten her", forderte die SPÖ-Frauensprecherin. ****

Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek werde im Frühsommer erstmals nach 15 Jahren wieder einen Frauenbericht vorlegen und wenn man sich die ersten bekannt gewordenen Ergebnisse ansehe, dann zeigt sich, dass Frauen mehr arbeiten denn je. Es sind heute fast 70 Prozent der Frauen erwerbstätig und sie haben in der Ausbildung einen enormen Aufholprozess hingelegt: So haben Frauen die Männer bei der höchsten Qualifikation an Universitäten und Hochschulen mit 13,8 Prozent zu 12,8 Prozent sogar schon überholt. "Und trotzdem gibt es ständig Hiobsbotschaften: Österreich bei Einkommensschere in EU an vorletzter Stelle, wenige Frauen in Spitzenpositionen, geringer Frauenanteil auf allen Politikebenen und die Frauen erledigen zu zwei Dritteln die Familienarbeit, wie Hausarbeit, Kinderbetreuung oder Pflege von Angehörigen", so Wurm.

"Jetzt müssen alle, auch der Koalitionspartner, Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek bei ihren Maßnahmen unterstützen: Unternehmen müssen die Durchschnittsgehälter von Frauen und Männern offenlegen und es soll nach norwegischem Vorbild eine verpflichtende Frauenquote von 40 Prozent in den Kontrollgremien von börsenotierten Unternehmen geben. Auch müssten bei Nichteinhaltung Sanktionen überlegt werden", forderte Wurm. In Norwegen gibt es seit 2003 ein Gesetz, das eine Frauenquote von 40 Prozent in den Kontrollgremien börsennotierter Unternehmen vorsieht. Seit Anfang 2008 müssen 40 Prozent der Aufsichtsratsmitglieder Frauen sein. Sonst droht die Schließung. Der Anteil der Frauen in den Aufsichtsräten hat sich in Norwegen in den vergangenen fünf Jahren mehr als vervierfacht.

"Wenn man bei den Aufsichtsräten beginnt, wird das nicht das Leben tausender arbeitender Frauen verändern, aber Männer sind die 'Hüter der gläsernen Decke' und machen sich Personalvorschläge oft einfach untereinander aus. Das geht dann nicht mehr so leicht und wird sich irgendwann in allen Ebenen fortsetzen", betonte Wurm.

Wie die Frauenministerin angekündigt habe, werde es auch in der SPÖ nicht mehr ohne Sanktionen gehen. "Wir haben ja eine 40 Prozent Quote in der Partei und sind derzeit am Ausarbeiten von Konsequenzen für die Nichteinhaltung. Am Parteitag im Juni wollen wir Frauen dazu einen Antrag einbringen", so Wurm abschließend. (Schluss) sv/mp

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