Weltfrauentag: Unternehmerinnen in Wien im Vormarsch

Wien: Anteil der Gründerinnen seit 1995 um mehr als 1/3 gestiegen - 37 Prozent der Wiener Unternehmen in Frauen-Hand - Für Brigitte Jank bleibt 50 Prozent-Anteil Top-Ziel

Wien (OTS) - 5.3.2010 - Wiens Wirtschaft wird immer weiblicher, Frauen holen in allen Bereichen der Wirtschaft stark auf. "Knapp 38 Prozent aller Unternehmensgründungen wurden zuletzt von Frauen durchgeführt, vor 15 Jahren waren es erst 28 Prozent", sagt Brigitte Jank, Präsidentin der Wirtschaftskammer Wien, anlässlich des Internationalen Frauentages am 8. März. Dieser positive Trend schlägt sich auch im steigenden Anteil der Frauen an allen Wiener Wirtschaftstreibenden nieder, der bereits mehr als 37 Prozent beträgt. "Zufrieden bin ich aber erst, wenn 50 Prozent der Wiener UnternehmerInnen Frauen sind", sagt Jank.

Erreichen werde man dieses Ziel aber nur, wenn Frauen auch zunehmend in männerdominierte Wirtschaftsbereiche vordringen. "In technischen und handwerklichen Berufen sind Frauen nach wie vor stark unterrepräsentiert", sagt Jank. Einen überdurchschnittlich hohen Anteil an Unternehmerinnen gibt es nach wie vor in bekannten Wirtschaftsbereichen wie Kosmetik & Fußpflege, Frisör, Parfümeriehandel, Floristen, Bekleidungshandel und Bekleidungsgewerbe. Für Jank ist daher wichtig, dass Frauen noch stärker ermutigt und unterstützt werden, in Männerdomänen einzudringen - und zwar bereits in der Phase der Berufswahl junger Frauen und Mädchen, wo es gilt, die Breite des Angebots aufzuzeigen und die Chancen technischer Berufe wahrzunehmen. "Erfolgreiche Baumeisterinnen, IT-Spezialistinnen oder Mechatronikerinnen zeigen vor, was alles möglich ist", so Jank.

50 Prozent-Marke im Visier: Frauen gezielt entlasten und unterstützen

Eine besondere Herausforderung sieht Jank in der Mehrfachbelastung viele Unternehmerinnen. Laut einer aktuellen Studie der Wirtschaftskammer sehen sich zwei Drittel der weibliche Selbständige mit einer Doppel- bzw. Mehrfachbelastung durch Familie, Hausarbeit und Beruf konfrontiert. Es müssen daher Modelle entwickelt werden, die es Frauen ermöglichen, die unternehmerische Tätigkeit mit Betreuungsaufgaben in der Familie zu verbinden und gleichzeitig Karriere zu machen.

In den vergangenen Jahren konnte die Wirtschaftskammer Wien zahlreiche Erleichterungen für Unternehmerinnen erreichen:
- Einführung einer Betriebshilfe für Unternehmerinnen, die aufgrund einer Geburt, einer Krankheit oder einem Unfall ihren Betrieb vorübergehend nicht führen können
- Reform des Kinderbetreuungsgeldes, die finanzielle Verbesserungen für kurze Karenzzeiten gebracht hat
- Steuerliche Absetzbarkeit der Kinderbetreuungskosten, die gerade für Unternehmerinnen aufgrund der notwendigen Flexibilität außerhalb der üblichen Betreuungszeiten hohe Kosten verursachen

Verbesserungspotenzial gibt es aber weiterhin:
- Beim Wochengeld, wo Unternehmerinnen derzeit klar benachteiligt sind
- Beim Angebot an zeitlich flexiblen Kinderbetreuungsplätzen
- Bei der Absetzbarkeit der Kosten für Haushaltshilfen
- Bei der Absetzbarkeit des Arbeitsplatzes im Wohnungsverbund
- Bei der Förderung von Weiterbildung

SERVICE: Über das breite Berufsangebot für Mädchen informieren das Berufsinformationszentrum der Wiener Wirtschaft (BiWi) am Währinger Gürtel (www.biwi.at) und der Wiener Töchtertag am 22. April 2010.

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