Heinisch-Hosek: "Freiwillig geht es offensichtlich nicht"

Auf Frauen in Führungspositionen zu verzichten ist wirtschaftlich dumm.

Wien (OTS) - Auch die neuesten Zahlen der Arbeiterkammer Wien würden zeigen, dass sich in Österreichs Führungsetagen nichts geändert habe, sagte Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek. Weniger als zehn Prozent der Aufsichtsratsposten seien mit Frauen besetzt. In den Geschäftsführungen der großen Unternehmen seien es überhaupt nur etwas über fünf Prozent. "Das ist Ausdruck einer Gesellschaft, die noch nicht im 21. Jahrhundert angekommen ist", so Heinisch-Hosek. Noch dazu, wo alle internationalen Studien bestätigen würden, dass es wirtschaftlich dumm sei, auf das Potential der gut ausgebildeten Frauen zu verzichten. In einer aktuellen EU-Studie aus Schweden werde sogar darauf hingewiesen, dass mehr Frauen in Führungspositionen auch zu einem nachhaltigen Wirtschaftswachstum führt.

Auch im Jahr 2010 würden Frauen nur dann in Führungspositionen kommen, wenn es Männern in den Kram passt, so Heinisch-Hosek. "Männer wehren sich mit Händen und Füßen gegen eine verpflichtende Quotenregelung für Aufsichtsräte". Immer mit derselben Ausrede, dass mit positiven Anreizen und Freiwilligkeit viel mehr zu erreichen sei. "Diese Beruhigungspille funktioniert einfach nicht, wie die Zahlen zeigen", so Heinisch-Hosek.

Daher werde sie nicht locker lassen, wenn es darum gehe, dem norwegischen Vorbild zu folgen, eine Verpflichtung einzuführen, 40 Prozent aller Aufsichtsratsposten mit Frauen zu besetzen.

"Aus Gründen der wirtschaftlichen Notwendigkeit und aus Gründen der Gerechtigkeit bleibe ich dabei, dass bei der Bestellung von Aufsichtsräten so lange Frauen bevorzugt werden sollen, bis zumindest ein Anteil von 40 Prozent erreicht ist", sagte die Frauenministerin.

Einmal mehr räumte die Ministerin mit dem Vorurteil auf, dass mit einer Quotenregelung allein das Frau sein genüge, um Karriere zu machen. "Das ist eine bösartige Unterstellung von Männern, die Angst davor haben, Platz machen zu müssen". Es gäbe genügend gut qualifizierte Frauen, so Heinisch-Hosek abschließend.

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