AK Studie Offenlegungspflicht von Jahresabschlüssen - Schluss mit der Ignoranz von Unternehmen! 1

Zwei von drei untersuchten Unternehmen halten sich nicht an die Gesetze

Wien (OTS) - Große Kapital- und Personengesellschaften legen meistens ihre Jahresabschlüsse nicht offen oder missachten die Fristen. Die AK hat knapp 1.120 Unternehmen mit je mehr als 250 Beschäftigten unter die Lupe genommen. Das Ergebnis zeigt: Etwa zwei Drittel der untersuchten Unternehmen haben im Beobachtungszeitraum von drei Jahren die gesetzlichen Offenlegungsvorschriften und -fristen zumindest teilweise ignoriert oder nehmen sie nicht sehr genau. Die AK klagt nun in einem ersten Schritt acht Wiener Unternehmen, weil das nicht als Kavaliersdelikt abgetan werden kann!

Die AK hat in einer Vollerhebung alle AGs, GmbHs und Mischformen mit mehr als 250 Beschäftigten untersucht - insgesamt 1.117 Unternehmen mit zusammen rund 900.000 Beschäftigten: Nur 37 Prozent der großen Unternehmen halten sich in drei aufeinander folgenden Jahren an die gesetzliche Offenlegungspflicht des Jahresabschlusses -63 Prozent halten sich nicht daran! Die AK hat in einem ersten Schritt eine UWG-Klage (Klage nach dem Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb) gegen acht Wiener Unternehmen eingebracht: Hellrein Reinigungsdienst, Julius Meinl am Graben, Bewachungsdienst Dr Siegfried Frisch, Parfümiere Douglas, Marionnaud Parfumeries, Canon Austria, Siwacht; Josef & Theresa Kling. Sie missachten konsequent die gesetzlichen Offenlegungsfristen - sie haben ihren Jahresabschluss bis zu viereinhalb Jahre zu spät eingereicht.

Die AK klagt, weil das Ignorieren der Offenlegungsvorschriften oder Fristen kein Kavaliersdelikt ist. Gerade die aktuelle Wirtschafts- und Finanzkrise zeigt, dass es wichtig ist, dass Aktionäre als auch Stakeholder wie Lieferanten und andere Gläubiger über die wirtschaftliche Lage und finanzielle Situation eines Unternehmens Bescheid wissen. Wichtig ist das auch für die ArbeitnehmerInnen und BetriebsrätInnen, weil sie aus den Bilanzen wesentliche betriebsrelevante Informationen gewinnen können. Und für die KonsumentInnen sind die veröffentlichten Jahresabschlüsse auch interessant, wenn etwa Vorauszahlungen verlangt werden.

Die Pflicht zur Offenlegung des Jahresabschlusses im Firmenbuch betrifft Kapitalgesellschaften, deren Haftung beschränkt ist, also Aktiengesellschaften, GmbHs und Genossenschaften sowie die Mischformen GmbH & Co KG und AG & Co KG, sofern sie keinen persönlich haftenden Gesellschafter mit Vertretungsbefugnis haben. Wird eine Kapitalgesellschaft insolvent, so haften die Eigentümer nicht für die Schulden der Gesellschaft. Aus diesem Grund ist es für deren Gläubiger besonders wichtig, Kenntnis über die wirtschaftliche und finanzielle Situation der Gesellschaft zu haben. Die gesetzliche Offenlegungspflicht des Jahresabschlusses im Firmenbuch bis spätestens neun Monate nach dem Bilanzstichtag stellt sicher, dass alle Stakeholder - Lieferanten, Banken, ArbeitnehmerInnen, KonsumentInnen, Öffentlichkeit - zeitnahe und aussagekräftige Unternehmensinformationen erhalten. Auch zur Einhaltung eines fairen Wettbewerbs sind die Offenlegungspflichten einzuhalten.
SERVICE: Die AK Studie finden Sie unter www.arbeiterkammer.at (Forts.)

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