Europäischer Radiologenkongress in Wien: Vorbild für interdiziplinäre Zusammenarbeit

Gemeinsamer Vortrag von Neurologen und Radiologen zum Thema Schlaganfall

Wien (OTS) - Schlaganfälle sind weltweit die zweithäufigste Todesursache und einer der Hauptgründe für erworbene Invalidität. Diagnostische Bildgebung ist im Management von Schlaganfall-Patienten entscheidend, da eine differenzierte Diagnose die Überlebens- und Präventionschancen deutlich erhöht. Sowohl Radiologen als auch Neurologen sprechen heute bei der Session "ESR meets Neurologists" zu diesem Thema.

Bildgebung liefert entscheidende Informationen

Diagnostische Bildgebung hilft dabei, einen ischämischen von einem hämorrhagischen Insult zu unterscheiden, eine entscheidende Information, denn beide benötigen sehr unterschiedliche Behandlungen. In den letzten Jahren konnten die Ergebnisse, die während einer entsprechenden radiologischen Untersuchung gewonnen werden, den Weg zu noch spezifischeren therapeutischen Maßnahmen ebnen.

Beim Schlaganfall gilt "Time is brain"

"Da Zeit immer noch der limitierende Faktor für die erfolgreiche Thrombolyse eines verschlossenen Gefäßes ist, hilft hier die Kombination aus Diffusions- und Perfusions- gewichteter Bildgebung, was eine genaue Abgrenzung des noch zu rettenden Gewebes bedeutet -so können jene Patienten identifiziert werden, die auch noch nach 4,5 Stunden von einer Thrombolyse profitieren können", erklärt der Neurologe Professor Franz Fazekas, der auch in der Session vortragen wird.

Interventionelle Rekanalisation durch kombinierte Bildgebung

Die Darstellung eines Gefäßverschlusses mit dem oben genannten Gerät kann gleichzeitig die Voraussetzung für eine interventionelle Wiedereröffnung mit intra-arterieller Thrombolyse oder mechanischer Thrombektomie schaffen. Automatisierte Analyse-Hilfsmittel werden gerade in klinischen Studien getestet und könnten ein weiterer Schritt in Richtung einer objektiveren Definition von bedrohtem, aber noch nicht geschädigtem Hirngewebe, sein.

Radiologie im Zentrum der Schlaganfall-Prävention

Eine weitere Aufgabe der diagnostischen Bildgebung besteht darin, Patienten zu untersuchen, die bereits aufgrund erster Warnzeichen -wie etwa kurz andauernde neurologische Ausfälle bei der TIA (transitorisch ischämische Attacke) - ein hohes Risiko haben, später einen Schlaganfall zu erleiden.

"Das ist eine Phase, in der man mit adäquaten Präventivmaßnahmen noch viel gewinnen kann", sagt Fazekas. Die Radiologie kann auch hier helfen, die ischämisch geschädigten Areale zu definieren, und so die klinische Diagnose zu sichern. Auch können rückfalls-bedrohte Bereiche aufgezeigt werden, ein Beispiel dafür ist eine hochgradige Stenose der Carotis interna, die eine sofortige Behandlung nötig machen würde.

18.000 Radiologen tagen seit 4. März in Wien

Beim 22. Europäischen Radiologenkongress (European Congress of Radiology/ECR) vom 4. bis 8. März 2010 in Wien werden auch heuer wieder Spezialisten aus dem Bereich der medizinischen Bildgebung ihr Fachwissen auf den verschiedensten Gebieten austauschen, und die neuesten Erkenntnisse der Forschung präsentieren.

Der ECR ist die Jahrestagung der Europäischen Gesellschaft für Radiologie mit mehr als 18.000 Teilnehmern aus der ganzen Welt; zusätzlich bietet der Kongress die größte Industrieausstellung in Europa, bei der auf über 26.000 m2 mehr als 300 internationale Firmen die neueste Produkte der Medizintechnik anbieten.

Weitere Informationen und Bildmaterial unter www.myESR.org/Presse_ECR2010

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