Erste-Hilfe-Kurse nehmen die Angst vorm Helfen

Erste Hilfe wird oft aus Angst und Unwissen unterlassen

Wien (OTS) - Der aktuelle Fall einer 56-jährigen Frau, die während einer Zugfahrt an einem Herzinfarkt verstorben ist, wirft schwierige Fragen auf. Laut Polizeiermittlung hat ein Ehepaar die Symptome der Frau beobachtet, ohne Hilfe anzubieten. Eine 17-Jährige hat zuletzt den Lokführer alarmiert, aber die Hilfe kam zu spät. Offenbar hatte das Ehepaar die Frau für alkoholisiert gehalten.

"Die Umstände dieses Falles sind besonders tragisch. Aber das Phänomen, dass Menschen aus Angst und Unwissen nicht helfen, ist uns gut bekannt," kommentiert Jürgen Grassl, Schulungsleiter des Arbeiter-Samariter-Bund Österreich. In einer aktuellen Untersuchung aus Österreich wurde die Frage gestellt, warum es manchen Leuten schwer fällt, in einem Notfall Erste Hilfe zu leisten: 68 % nannten "Angst", weitere 13 % "Unwissenheit" als Hauptgründe. Dieselbe Untersuchung stellte fest, dass nur jede fünfte Testperson in der Lage war, eine korrekte Herz-Lungen-Wiederbelebung durchzuführen. Zudem zeigte sich ganz klar, dass die Erste-Hilfe-Leistungen immer schlechter wurden, je länger der letzte Kurs zurücklag. Bei fast der Hälfte der Befragten waren allerdings schon mehr als zehn Jahre seit dem letzten Erste-Hilfe-Kurs vergangen.

"Das neue Konzept der Erste-Hilfe-Kurse des ASBÖ setzt genau bei diesen Problemen an", erklärt Jürgen Grassl. "Wir vermitteln den Kursteilnehmerinnen und Kursteilnehmern auf leicht verständliche Weise, wie sie einen lebensbedrohlichen Notfall erkennen und behandeln können. Und zwar unabhängig davon, was die Ursache des Notfalls und wer der Patient ist. Dieses Wissen und die praktischen Übungen geben Sicherheit - und die Sicherheit nimmt die Angst," beschreibt Grassl weiter. Der Schulungsexperte empfiehlt, den Erste-Hilfe-Grundkurs mindestens alle vier Jahre aufzufrischen, wie es für betriebliche Ersthelfer gesetzlich vorgeschrieben ist. "Erste Hilfe kann jeden betreffen, plötzlich und völlig unerwartet - als Opfer oder Helfer," erinnert Grassl.

Ein weiterer Motivator für das beherzte Eingreifen bei medizinischen Notfällen im Alltag kann der mobile Erste-Hilfe-Assistenten "Der Samariter" sein. Diese kostenlose Applikation für iPhone, iPod touch und alle java-fähigen Handys unterstützt Ersthelfer mit Schritt-für-Schritt-Anleitungen in Bild und Text; von der Absicherung eines Unfallortes über die stabile Seitenlage bis hin zur Wiederbelebung nach einem Herzstillstand. "Der Samariter" ersetzt keinen Erste-Hilfe-Kurs, kann aber dabei helfen, sich zu orientieren und die Angst vor dem Helfen zu überwinden.

www.dersamariter.at
www.asboe-akademie.at

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