Frauenwunsch-Kalender Tür 5: Frauenkonjunkturpaket

Frauenring fordert: Konkrete Maßnahmen statt leeren Worten

Wien (OTS) - Mit der Wirtschaftskrise und den Einbrüchen im Produktionsbereich galt die Aufmerksamkeit dem Ansteigen der Arbeitslosigkeit von Männern, die davon besonders stark betroffen waren. Aber auch für Frauen hat sich die Situation am Arbeitsmarkt weiter verschärft: Die Zahl der von Arbeitslosigkeit betroffenen Frauen ist 2009 im Vergleich zum Vorjahr um 20.000 gestiegen, nichtexistenzsichernde Teilzeitarbeit und prekäre Beschäftigung nehmen auf Kosten von Vollzeitjobs zu, viele Jobs haben keinen sozial- und arbeitsrechtlichen Schutz mehr. Das Realeinkommen von Frauen sinkt, der Einkommensunterschied zwischen Frauen und Männern ist heute so groß wie 1980. Österreich liegt bei der Einkommensgerechtigkeit EU weit an vorletzter Stelle.

Darauf reagieren die Rettungspakete der Regierung nicht. Im Gegenteil: Die bisherigen Konjunkturpakete gehen sogar zu Lasten von Frauen, weil überwiegend in von Männern dominierte Branchen investiert wurde. Der Ausbau des Verkehrsnetzes, die Ankurbelung der Bauwirtschaft oder Steuererleichterungen bringen Frauen (aufgrund der niedrigen Einkommen) wenig. Im Sozialbereich wird gespart, während Milliarden an öffentlichen Geldern in die Rettung von Banken fließen.

Allein 40.000 Betreuungsplätze für unter 3-Jährige Kinder fehlen, um das Barcelona-Ziel zu erreichen. Für 230.000 Schulkinder fehlt eine Nachmittagsbetreuung. Enorme Lücken gibt es auch im Bereich der Pflege. Dazu stellt Christa Pölzlbauer fest: "Diese seit Jahrzehnten ignorierten Mängel im Betreuungs- und Pflegeangebot sind massive Barrieren für eine gleichberechtigte Teilhabe von Frauen am Arbeitsmarkt und drängen Frauen in die unbezahlte Arbeit zu Hause."

Der Österreichische Frauenring fordert ein Infrastukturpaket mit dem der Bedarf im Bereich Kinderbetreuung und Pflege in hochwertiger Qualität abgedeckt wird. Notwendig sind auch mehr Budgets für diese Bereiche, um die Arbeitsbedingungen der Beschäftigten in der Kinderbetreuung und Pflege besser zu entlohnen. Wir verlangen von der Bundesregierung ernsthafte Anstrengungen, damit diese Ziele verwirklicht werden und lassen uns nicht damit abspeisen, dass für Pflege und Kinderbetreuung in weiten Bereich die Länder zuständig sind.

Öffentlich bereitgestellte, qualitativ hochwertige Dienstleistungen entlasten Frauen von unbezahlter Arbeit, ermöglichen ihnen selbst verstärkt erwerbstätig zu sein und sind ein wichtiger Beitrag zum Schließen der Einkommensschere. Daher ist ist auch eine Verantwortung des Bundes, diese Infrastruktur sicherzustellen.

Weiters brauchen wir einen kollektivvertraglichen Mindestlohn pro Stunde bzw 1.300 Brutto für Vollzeit, eine Entkoppelung der Leistungen vom Partnereinkommen (zB bei der Notstandshilfe), eine Erhöhung des Arbeitslosengeldes und die Koppelung von Wirtschaftsförderung und öffentlicher Auftragsvergabe an Frauenförderung in Betrieben.

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