ÖAMTC zum Weltfrauentag: Frau und Auto - das vermeintlich schwache Geschlecht auf der Überholspur (+Foto)

Frauen haben höhere soziale Kompetenz als Männer und sind rücksichtsvoller unterwegs

Wien (OTS) - Anfang des vergangenen Jahrhunderts, als das Auto salonfähig wurde, suchte man meist vergeblich nach Frauen hinter dem Steuer. "Auch vor fünfzig Jahren war das Steuer noch fest in männlicher Hand", sagt ÖAMTC-Verkehrspsychologin Marion Seidenberger. Das zeigt bei den aktuellen Zahlen zum Führerscheinbesitz in Österreich. In der Gruppe der über 70-jährigen Männer besitzen 90 Prozent einen Führerschein, bei den Frauen sind es nur 38 Prozent. Mittlerweile wurde diese Tradition erfolgreich durchbrochen. Heute haben bei den 18- und 19-Jährigen 58 Prozent der Mädchen und 69 Prozent der Burschen einen B-Führerschein. In der Gruppe der 30- bis 50-Jährigen sind es 88 Prozent der Frauen und 95 Prozent bei den Männern (Quelle: Media-Analyse 2008/2009).

Im Mobilitätsverhalten gibt es immer noch rollenbedingte Unterschiede. Öffentliche Verkehrsmittel werden in erster Linie von Frauen benutzt. Frauen gehen auch häufiger zu Fuß und sind eher mit kleinen Kindern unterwegs. Dabei steuern sie viele Ziele zu jeweils unterschiedlichen Zeiten an: Kindergarten, Schule, Supermärkte, Arztpraxen, Spielplätze und andere Freizeiteinrichtungen, Wohnung und in vielen Fällen den eigenen Arbeitsplatz. Eine durchschnittliche Weglänge beträgt rund sieben Kilometer. Auch im Auto fahren sie eher kürzere Strecken und bewegen sich dabei sicher auf vertrautem Terrain. Männer verkehren in der Regel ausschließlich zwischen Arbeitsplatz und Wohnung. Somit legen sie zahlenmäßig weniger, aber dafür längere Strecken (durchschnittlich zwölf Kilometer) zurück. Auch höhere Durchschnittsgeschwindigkeiten sind eher eine Männerdomäne. Außerdem nehmen die Herren der Schöpfung gerne für sich in Anspruch, dass ihr Auto stärker, größer und neuer ist als der ältere, kleinere Zweitwagen der Lebensgefährtin. "Ausschlaggebend dafür mögen Imagegründe sein, aber auch die Tatsache, dass Männer einfach mehr verdienen als Frauen", sagt die ÖAMTC-Psychologin.

Und so kommt es, dass das Familientaxi zwar klein und kostengünstiger in Anschaffung so wie Verbrauch ist, dafür aber auch weniger sicher als die Limousine vom Herrn Papa. "Frauen machen das beste aus der Situation", sagt die ÖAMTC-Expertin. Sie können zwar nicht besser Auto fahren als Männer, aber ihre höhere soziale Kompetenz macht sie zu besseren Lenkerinnen. Sie sind risikobewusster - sei es bei Gurtanlegen, Alkoholkonsum, Kindersicherung oder Geschwindigkeitsübertretungen. Laut Deutschem Kraftfahrbundesamt (2008) gehen in Deutschland rund 80 Prozent der Verkehrsverstöße auf das Konto von Männern. Bei den Lenkern, die besonders viele Strafpunkte am Konto haben, liegt der Männeranteil sogar bei 90 Prozent (vergleichbare Zahlen waren für Österreich nicht eruierbar).

Der ÖAMTC und die Autofahrerinnen

Die Historie von Frau und Auto ist eine bewegte und wesentlich jünger als die der männlichen Kollegen im Automobil. Auch die ÖAMTC-Clubgeschichte zeigt, dass Mann Frau in den Anfängen der Motorisierung - wie in vielen anderen Bereichen auch - nicht freiwillig das Steuer überließ. Als der österreichische Automobil-Club (ÖAC, später ÖAMTC) 1898 gegründet wurde, war er reine Männersache. Damen war das Benutzen der clubeigenen Autos "nur in Begleitung eines fahrkundigen Mitglieds oder Club-Maschinisten" gestattet. Erst im Jahr 1932 wurde auf steigenden Druck der motorbegeisterten Frauen eine Damensektion gegründet - doch der Beitritt war nicht einfach. Gattinnen und ledige Töchter der Ehren-, lebenslänglichen und Stammmitglieder wurden auf ihr schriftliches Ansuchen hin vom Präsidium aufgenommen. Andere Damen - also ledige Frauen oder mit Nichtmitgliedern verheiratete - mussten von drei Proponenten in Vorschlag gebracht werden. Heute sind beim ÖAMTC die 1,776 Millionen Mitglieder - egal ob Frau oder Mann -selbstverständlich gleichberechtigt.

Aviso an die Redaktionen:
Bildmaterial zu dieser Aussendung ist unter www.oeamtc.at/presse abrufbar.

Digitale Pressemappe: http://www.ots.at/pressemappe/250

Rückfragen & Kontakt:

ÖAMTC-Öffentlichkeitsarbeit, Eva Käßmayer, Tel.: +43 (0) 1 711 99-1218, pressestelle@oeamtc.at, http://www.oeamtc.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | OCP0001