Heute präsentiert: Thesenpapier zur Jagd

Forderung: Jagd endlich ins Bundes-Tierschutzgesetz!

Laaben (OTS) - Gut eine Million Wildtiere in Österreich und an die sechs Millionen in Deutschland werden jährlich von Jägern erschossen, erschlagen oder grausam in Fallen getötet. Dabei dient nur ein Bruchteil der erlegten Tiere als Nahrung oder wird z.B. als Pelz verwertet. Das Hauptargument für dieses Treiben sei der Arten-und Naturschutz, argumentieren sowohl Jäger als auch Politik, die ja den Rahmen für dieses Massaker bietet. Dazu werden in Österreich noch jedes Jahr an die 40.000 Hauskatzen bzw. 4000 Hunde von Jägern "erlegt". Zu-sätzlich erwischt es auch immer wieder etliche Menschen bei "Jagdunfällen".

Wildbiologen und Tierschützer können diese Argumentation der "Jäger als Heger" seit langem auch wissenschaftlich widerlegen. Dr. Gunter Bleibohm von "pro jure animalis" stellt heute - gemeinsam mit 14 weiteren deutschen und österr. Tierschutz-Organisationen, darunter ANIMAL SPIRIT - ein "Thesenpapier zur Jagd" vor (siehe
http://www.pro-iure-animalis.de/index.php?option=com_content&task=vie
w&id=482&Itemid=86) und weiß aus langjähriger Erfahrung:
"Schockierend dabei ist, daß die Behörden, welche Abschußzahlen festlegen, keinerlei fundierte Erkenntnisse - weder über die tatsächliche Bestands-, noch über die angeblich hohen Schadenszahlen - haben. Bestandszahlen werden aus Abschußzahlen hochgerechnet, eine Methode, die keinem wissenschaftlichen Standard entspricht. Inzwischen ist hinlänglich bewiesen, daß diese vermeintliche Bestandsdezimierung die sozialen Strukturen im Tierreich zerstört und u.a. somit die Tiere zu einer unkontrollierten Vermehrung anregt. Hinzu kommt, daß durch die Fütterungen in das natürliche Nahrungsangebot der Tiere eingegriffen wird, was gerade in den Wintermonaten zum Aussetzen der natürlichen Selektion führt. Am Ende ist genau das Gegenteil der ursprünglichen Absicht erreicht: die Bestände erhöhen sich."

Bei Betrachtung der Strukturen in der Jägerschaft und dem Agieren der politischen Instanzen kann durch das Tierschutz-Bündnis und Dr. Franz-Joseph Plank von ANIMAL SPIRIT nur folgender Schluß daraus gezogen werden: "Die in Deutschland und Österreich praktizierte Jagd ist eine reine Hobby- und Spaßjagd, bei der Trophäenkult, das gesellschaftliche Erlebnis und die Lust am Töten mit dem damit verbunden Ausleben von Machtgefühlen im Vordergrund stehen. Die Behauptung der Jäger, Jagd sei angewandter Naturschutz, kann nur als Farce bezeichnet werden. Vielmehr ist die Jagd sehr häufig mit Tierquälerei verbunden und erinnert in der Praxis oft an feigen Mord an Mitgeschöpfen. Auch viele Wildbiologen bestätigen das zunehmend."

Die Jagd findet in einer von der Gesellschaft oft wenig gekannten und wenig beachteten Subkultur - genannt Tradition - statt, deren Handeln durch eine lobbyistisch geprägte Gesetzgebung legitimiert wird. Zudem unterliegt die Jagd keiner umfassenden behördlichen Kontrolle. Der "Jagdschutz" wird von den Jägern selbst erledigt, was einer Selbstkontrolle gleichkommt, die für ein demokratisches Gesellschaftssystem einen untragbaren Zustand darstellt. Jagdbehörden beschränken sich meist auf das Ausstellen von Jagdscheinen, die Registrierung von Abschußzahlen und werden wiederum häufig von Jägern geleitet, so daß Jagdvergehen und Gesetzesverstöße häufig unerkannt und ungeahndet bleiben.

Deutsche und österreichische Umfragen ergaben, daß mehr als 70 Prozent der Bevölkerung der Jagd kritisch gegenüberstehen bzw. diese vollends ablehnen; zudem wollen 2/3 der Grundeigentümer selbst entscheiden, ob auf deren Grund gejagt werden darf oder nicht (was sie bis heute nicht können!). Das heute von führenden Tier- und Naturschutzorganisationen präsentierte Thesenpapier "Grundthesen zur Jagd" analysiert die Fakten rund um die Jagd kurz und prägnant. Aus diesen Thesen sind künftig weitreichende Forderungen abzuleiten -z.B. die langjährige Forderung nach Regelung der Jagd im österreichischen Bundes-Tierschutzgesetz -, die der bisher praktizierten Jagd einen neuen Rahmen setzen müssen.

Digitale Pressemappe: http://www.ots.at/pressemappe/17

Rückfragen & Kontakt:

Dr. Gunter Bleibohm,
Tel.:+49-6326-962234,
gunter.bleibohm@T-Online.de

Animal Spirit
Dr. Franz-Joseph Plank
Tel.: +43-(0)676 708 24 34
office@animal-spirit.at
http://www.animal-spirit.at

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