- 04.03.2010, 10:45:47
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Greenpeace steigt Samsung aufs Dach
Weiterhin gefährliche Chemikalien in Produkten des koreanischen Elektronik-Riesen
Brüssel/Wien (OTS) - Eine Gruppe internationaler
Greenpeace-Aktivisten hat gestern Früh auf dem Bürogebäude der
Benelux-Zentrale des koreanischen Elektronik-Riesen Samsung in
Brüssel protestiert. Vom Dach des Hauses aus entrollten sie zwei
riesige Transparente mit der Aufschrift "Samsung = Broken Promises",
womit sie das Unternehmen ermahnten, seine bereits vor geraumer Zeit
getroffene Zusage zum Verzicht auf besonders gefährliche Chemikalien
endlich einzuhalten.
Im Juni 2004 hatte Samsung als erste Elektronikfirma angekündigt,
bei der Herstellung neuer Produkte auf Polyvinylchlorid (PVC) und
bromierte Flammschutzmittel (BFR) zu verzichten. 2006 verpflichtete
sich der Hersteller schließlich, BFR bis Anfang 2010 zur Gänze aus
seinen Produkten zu verbannen. Und im Jahr 2007 wurde versprochen,
bis Ende 2010 kein PVC mehr einzusetzen. Mit diesen beiden
Ankündigungen konnte Samsung auch seine Reihung im etablierten
Greenpeace-Ratgeber "Grüne Elektronik" deutlich verbessern.
"Die Stellungnahmen von Samsung haben sich bislang leider als
leere Versprechungen erwiesen", bedauert Claudia Sprinz,
Konsumentensprecherin von Greenpeace. "Damit hat das Unternehmen
nicht nur sein Gesicht verloren, sondern ist auch weit hinter andere
Produzenten wie Apple, HP, Nokia und Sony Ericsson zurückgefallen -
die alle seit einiger Zeit schon unter Beweis stellen, dass ein
Ausstieg aus diesen gefährlichen Substanzen durchaus möglich ist",
berichtet Sprinz.
Ein Unternehmen, das seine selbst gesteckten Fristen nicht
einhält, setzt das Vertrauen seiner Kunden aufs Spiel, die sich
letztlich zu Recht von Samsung getäuscht fühlen müssen. Falls es beim
Ausstieg aus den gefährlichen Chemikalien zu begründeten
Verzögerungen kommt, müssen die - unter Angabe ebendieser Gründe -
auch klar kommuniziert werden. Andere Hersteller, die im
Greenpeace-Ratgeber unter die Lupe genommen wurden, sind diesen
Erfordernissen ja auch nachgekommen - einige sogar schon ein Jahr vor
Ablauf der gesetzten Frist. Samsung ließ die Konsumenten hingegen
noch wenige Wochen vor dem angekündigten Ausstieg im guten, leider
aber falschen, Glauben - und das nur, um mit dieser Hinhalte-Taktik
einen Punkteverlust im Greenpeace-Ranking zu verhindern.
"Bei Mobiltelefonen und Computern hinkt Samsung anderen führenden
Herstellern weit hinterher, kommt doch kein einziges der angebotenen
Geräte ohne gefährliche Chemikalien aus", führt Claudia Sprinz aus.
"Sollte hinter den grünen Absichten also tatsächlich ein echter Wille
stehen, muss Samsung spätestens jetzt mit Unternehmen wie Nokia, Sony
Ericsson und Apple gleichziehen. Die Konsumenten interessieren sich
nämlich zunehmend für die Auswirkungen der von ihnen erstandenen
Produkte auf die Umwelt. Und die Firmen, die diesem Wunsch
nachkommen, leisten nicht nur einen wesentlichen Beitrag für die
Gesundheit und die Umwelt, sondern haben damit auch einen klaren
Marktvorteil gegenüber ihren Mitbewerbern", erklärt Claudia Sprinz
abschließend.
Weitere Informationen und Fotos:
http://marktcheck.greenpeace.at/samsung.html
http://marktcheck.greenpeace.at/gruene-elektronik.html
Rückfragehinweis:
Attila Cerman, Greenpeace Österreich; Tel.: 0664-3435354
Claudia Sprinz, Greenpeace Österreich; Tel.: 0664-6126731
Digitale Pressemappe: http://www.ots.at/pressemappe/99
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