WKÖ-Vizepräsidentin Römer: Bahn und Schifffahrt als Trendsetter für "sanfte Mobilität" verstärkt nutzen

Ungarns Verkehrsminister Honig und BMVIT-Generalsekretär Kasser diskutieren beim Europatag der Wirtschaftskammer Visionen für "sanfte Mobilität"

Wien (OTS/PWK175) - Sowohl Individual- als auch Straßengüterverkehr werden künftig deutlich stärker zulegen als die Straßeninfrastruktur. Das Thema "Sanfte Mobilität - Visionen für Schifffahrt und Eisenbahn" steht vor diesem Hintergrund im Mittelpunkt des Europatages der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), der heute, Dienstag, in Wien stattfindet und von der Stabsabteilung EU-Koordination und der Abteilung für Verkehrs- und Infrastrukturpolitik der WKÖ organisiert wurde.

"Der EU-Binnenmarkt wird nur funktionsfähig bleiben, wenn Schiene und Wasserwege einen guten Teil der künftigen Verkehrsströme übernehmen können", betonte WKÖ-Vizepräsidentin Renate Römer in ihrem Eröffnungsstatement. Das sei gerade für ein Land wie Österreich wichtig, das Schnittstelle in den Osten und zugleich ein wichtiger Handelspartner für den Rest Europas ist. Entsprechend sei die Politik gefordert, die Rahmenbedingungen für den Standort Österreich als Export- und Transitland zu optimieren. "Das betrifft den zügigen Infrastrukturausbau auf Schiene und Wasserstraße ebenso wie die gezielte Verknüpfung der einzelnen Verkehrsträger im Sinn einer koordinierten Verkehrspolitik", betonte Römer.

Verglichen mit anderen Verkehrsträgern weise die Wasserstraße noch ausreichend freie Kapazitäten auf: "Derzeit werden nur 15 % der Gesamtkapazität der Donau für die Schifffahrt genutzt", so die WKÖ-Vizepräsidentin. "Die Donau ist eine attraktive Transportalternative, weshalb dem Nationalen Aktionsplan Donauschifffahrt mit seinen rund 40 Maßnahmen zur Stärkung der Wasserstraße Donau große Bedeutung zukommt." Es habe in den letzten Jahren einen rasanten technologischen Wandel gegeben, den es auch in diesem Bereich zu nutzen gelte, so Römer.

Im Bereich der Schiene müsse im Rahmen der Transeuropäischen Verkehrsnetze die "Magistrale für Europa" forciert werden, die Paris, Straßburg, München, Linz, Wien und Budapest verbindet. Daneben setzt sich die WKÖ dafür ein, den Baltisch-Adriatischen Korridor von der Ostsee über Wien bis hin zur nördlichen Adria in die Liste der prioritären TEN-Projekte der EU aufzunehmen.

Ungarns Verkehrsminister Peter Honig betonte die Notwendigkeit einer klaren und kohärenten Strategie für den Ausbau der Donauschifffahrt. "Wir brauchen einfache und klare gemeinsame Ziele, nicht eine Vielzahl von Initiativen, die nebeneinander laufen." Daraus würden sich dann die Bedürfnisse im Hinblick auf die Wasserstraßeninfrastruktur, den Ausbau von Häfen, Logistik etc. ergeben. "Lassen Sie uns doch das Transportvolumen auf der Donau bei Personen und Gütern innerhalb von zehn Jahren verdoppeln", so Honig.

Die österreichische Politik setze sich traditionell für die Verlagerung des Verkehrs auf Schiene und Straße ein, sagte der Generalsekretär des Bundesministeriums für Verkehr, Innovation und Technologie, Herbert Kasser. Die Verlagerung dürfe jedoch kein Selbstzweck sein: "Jeder Verkehrsträger muss entsprechend seiner Stärken genutzt werden." Aus österreichischer Sicht könne das Potenzial von Schiene und Wasserstraße nur dann voll ausgeschöpft werden, wenn die Verlagerung entsprechend gefördert wird. "Eine sinnvolle Regulierung ist notwendig, denn die Märkte allein schaffen das derzeit nicht", so Kasser.

Im Hinblick auf den Infrastrukturausbau auf der Schiene sei vor allem auch wichtig, was die EU und vor allem die Nachbarländer Österreichs tun. Kasser zitierte zudem eine deutsche Studie, wonach die Pro-Kopf-Investitionen in die Schiene in Österreich bei 205 Euro liegen und nur von der Schweiz (284 Euro) übertroffen werden. "Die Verkehrspolitik steht vor großen Herausforderungen. Die Antwort können nicht isolierte Allheilmittel sein, vielmehr geht es um eine Kombination aller bestehenden Möglichkeiten." (SR)

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