Schatz zu Arbeitslosigkeit: Statistiken widersprechen Minister-PR

Wachsende Langzeitarbeitslosigkeit zeigt Versagen der Arbeitsmarktpolitik

Wien (OTS) - "Nach den ersten Konjunkturpaketen scheint die Regierung nunmehr einfach zu warten bis die Arbeitsmarktkrise vorbei ist. Es fehlt nach wie vor die Umsetzung der Ausbildungs- bzw. Jobgarantie für Jugendliche. Die Zahlen im Bereich Jugendarbeitslosigkeit zeigen, dass von dieser Garantie weit und breit nichts zu merken ist. Die Statistiken widersprechen der Minister-PR", kommentiert Birgit Schatz, ArbeitnehmerInnensprecherin der Grünen, die heute veröffentlichten Daten zur Februar-Arbeitslosigkeit.

Auch in anderen Bereichen sieht Schatz seitens der Regierung den "Kampf gegen die Arbeitslosigkeit" weitgehend erlahmt. "Die Zahl der Langzeitarbeitslosen steigt dramatisch. Das macht deutlich, dass die Arbeitsmarktpolitik der Regierung schwere Mängel aufweist. Immer mehr Betroffene bekommen weder einen Job noch eine AMS-Maßnahme", so Schatz.
Besonders alarmierend seien diese Zahlen auch vor dem Hintergrund, dass längere Arbeitslosigkeit ein sicherer Weg in die Armut sei. Schatz dazu: "Die Regierung muss endlich eine Erhöhung des Arbeitslosengeldes beschließen, wie es auch im Rahmen des Grünen Pakts gegen Armut gefordert wird. Die Hälfte aller Arbeitslosen gibt an, dass die jetzige Unterstützung nicht ausreicht und auch die Daten zur tatsächlichen Höhe des Arbeitslosengeldes belegen, dass 55% des Letzteinkommens nicht ausreichen."

Dass ausgerechnet im Bereich Zeitarbeit die Zahlen langsam wieder besser werden, hinterlässt einen bitteren Beigeschmack: "Offenbar sind viele Unternehmen nach wie vor nur auf der Suche nach der billigsten Arbeitskraft und sind nicht bereit, zur Stabilisierung des Arbeitsmarktes beizutragen. Es braucht dringend gesetzliche Maßnahmen, um den Wildwuchs an Zeitarbeit, der auf Kosten von fixen Arbeitsplätzen geht, einzuschränken", schlägt Schatz vor.

Klar sei auch, dass die Zahl der Jobsuchenden wesentlich höher sei als die verlautbarten Angaben. Die Dunkelziffer liegt bei rund 450.000 Menschen. Dieser Unterschied ergebe sich auf Grund der Tatsache, dass Menschen mit Pensionsvorschuss, im Krankengeldbezug oder auch solche mit Bezugssperren nicht in den Statistiken aufscheinen. "Menschen, die vor der Arbeitslosigkeit einer Tätigkeit nachgingen, die keine Ansprüche aus der Arbeitslosenversicherung bedingt, stehen jetzt vor dem absoluten Nichts. Die stark wachsenden Zahlen bei den prekär Beschäftigten der letzten Jahre kommen uns jetzt teuer zu stehen. Hier hilft nur eines - eine ordentliche Grundsicherung die vor Armut schützt. Auch diese Forderung gehört zum Grünen Pakt gegen Armut", erläutert Schatz.

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