Fischer: "Sauerstoffdusche, mit jungen Leuten zu sprechen"

Bundespräsident Fischer diskutiert mit jungen ArbeitnehmervertreterInnen

Wien (OTS/ÖGB) - =

"Es ist eine Sauerstoffdusche, mit jungen Leuten
zu sprechen", sagte Bundespräsident Dr. Heinz Fischer, der am Samstag zu einer Sitzung der Österreichischen Gewerkschaftsjugend (ÖGJ) gekommen war, um mit jungen VertreterInnen der ArbeitnehmerInnen zu diskutieren. Er möchte, so Fischer, die Themen, die die Jugendlichen bewegen, mit seiner Erfahrung verbinden.++++

Krisenkosten dürfen nicht gerade die sozial Schwachen treffen

"Die Probleme sind noch nicht überwunden, sie werden uns noch auf Jahre hinaus beschäftigen", sagte Fischer zur Wirtschaftskrise. Es sei aber seiner Ansicht nach nicht möglich, einzelne Personen festzumachen, die die Krise verursacht hätten, und denen man nun die Rechnung dafür präsentieren könne. "Dass die Kosten aber nicht gerade die sozial Schwachen treffen sollen, ist jedenfalls der richtige Ansatz", so der Bundespräsident.

Fischer verteidigte das Pensionssystem nach dem Umlageverfahren als die "sinnvollste und gerechteste Variante". "Von Anfang an gab es Unkenrufe, dass das nicht funktionieren würde, aber das System in seinem Grundgedanken hat sich seit mehr als 50 Jahren bewährt", sagte Fischer, und empfahl den Jugendlichen "mehr Zuversicht".

Bildungssystem: Chancengleichheit nicht optimal organisiert

Verbesserungspotential sieht der Bundespräsident beim Bildungssystem:
"Die Frage der Chancengleichheit und der Zeitpunkt der Weichenstellungen sind nicht optimal organisiert." Hier sei von vielen Seiten mehr Reformbereitschaft nötig.

Demokratie ist mehr als nur Stimmzettel abgeben

Gefragt, ob Geld die Welt regiere, sagte Fischer: "Ökonomische Macht ist auch politische Macht - der muss man soziale Macht entgegensetzen". Er wies darauf hin, dass Demokratie in seinem Verständnis mehr sei, als nur bei Wahlen seine Stimmzettel abzugeben. Sozialpolitik forderte Fischer auch auf EU-Ebene ein. Europäische Sozialpolitik sei zwar in den Lissabon-Zielen festgesetzt, "aber in der Realität könnte man einen anderen Eindruck haben. Arbeitnehmerinteressen haben es schwer, durchgesetzt zu werden und in der täglichen Praxis Gehör zu finden."

Digitale Pressemappe: http://www.ots.at/pressemappe/143

Rückfragen & Kontakt:

ÖGB Öffentlichkeitsarbeit
Florian Kräftner
0664 301 60 96

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NGB0001