Ärztekammer rät zu Meningokokken C-Impfung

Immunisierung einziger wirksamer Schutz vor aggressiven Bakterien - Impfaktion startet im März

Wien (OTS) - Von 1. März bis 30. September findet eine Impfaktion zum Schutz vor der lebensgefährlichen Meningokokken C Infektion statt. Darauf weist die Österreichische Ärztekammer (ÖÄK) am Sonntag vor dem Hintergrund des tragischen Todes einer Dreijährigen hin, die jüngst an den Folgen dieser Erkrankung starb. ÖÄK-Impfreferent Wilhelm Sedlak: "Impfen ist der einzige Schutz vor diesen aggressiven Bakterien."

Im Aktionszeitraum sind zwei Impfstoffe zum ermäßigten Preis von 43 Euro in allen öffentlichen Apotheken erhältlich, das empfohlene Arzthonorar für Untersuchung und Impfung beträgt 12 Euro. Vor allem die Risikogruppen der Säuglinge und Kleinkinder, deren Immunsystem noch nicht voll ausgebildet ist, und die der Jugendlichen, die vielfältige soziale Kontakte pflegen, müssten geschützt werden, erklärt Sedlak. Durch häufigen und engen Kontakt mit anderen Menschen sind sie einem hohen Infektionsrisiko ausgesetzt. Sei es durch kuscheln, spielen im Kindergarten, küssen oder durch das Zusammenleben auf engstem Raum. Erkranken kann jedoch jeder, also sollten sich auch Erwachsene, besonders wenn sie für die Betreuung von Kindern zuständig sind, immunisieren lassen.

Bereits Säuglinge ab einem Alter von zwei Monaten können geimpft werden, sie brauchen mehrere Teilimpfungen. Ab dem zweiten Lebensjahr reicht eine Impfung aus. Auffrischungen sind notwendig. "Gerade in der Grippezeit, in der die Abwehr geschwächt ist, ist das Erkrankungsrisiko groß", sagt Sedlak. "Keine Angst, wenn das Kind ein bisschen verschnupft ist, eine Impfung ist trotzdem möglich."
Der Experte kritisiert, dass die Meningokokken C-Impfung in Österreich nicht im Gratis-Impfprogramm enthalten ist.

Jeder dritte Teenager und jeder zehnte Erwachsene trägt die Meningokokken C Bakterien im Nasen-Rachen-Raum, ohne selbst daran zu erkranken. Er kann jedoch andere anstecken. Infiziert sich ein Mensch, kann die Erkrankung binnen Stunden zum Tod führen. Auch eitrige Hirnhautentzündungen, Blutvergiftungen, Taub- und Blindheit können die Folge sein. Seit 1995 sind 23 Menschen an Meningokokken C-Infektionen gestorben, 19 davon waren Kinder und Jugendliche.

Die Impfaktion ist eine Initiative der ÖÄK, der Österreichischen Gesellschaft für Kinder- und Jugendheilkunde sowie der Österreichischen Apothekerkammer. zk

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