NÖ Ärztekammer zeigt sich solidarisch mit den protestierenden Richtern und Staatsanwälten

Der Protest ist ein klarer Ausdruck, dass der Staat seinen ureigenen Aufgaben immer weniger nachkommt

Wien (OTS) - Das Präsidium der NÖ Ärztekammer entschied am vergangenen Mittwoch, sich solidarisch mit den protestierenden Richtern und Staatsanwälten zu erklären. "Dieser Protest ist ein ganz klarer Ausdruck einer Unzufriedenheit mit immer gravierenderen Problemen in Bereichen, in denen der Staat zwar lenkt oder lenken sollte, aber immer weniger seiner Verantwortung nachkommt", so der NÖ Ärztekammerpräsident Dr. Christoph Reisner.

Er kritisiert besonders den mangelnden Weitblick, den die Politik bei der Justiz, im Bildungswesen wie im Gesundheitswesen an den Tag legt: "Hierbei handelt es sich um Bereiche, in denen weiter gedacht werden muss als bis zur nächsten Wahl. Justiz, Bildung und Gesundheit sind wesentliche Säulen unserer Gesellschaft, hier müssen mittelfristige und langfristige Ansätze mit Perspektive erfolgen, und kein Kaputtsparen, für dass dann später niemand verantwortlich gewesen sein will."

Parallelen zum Gesundheitsbereich erkennbar

Präsident Dr. Reisner erkennt hierbei deutliche Parallelen zum Bildungsbereich, aber speziell zum Gesundheitswesen: "Auch die Arbeitsbedingungen aller Ärztinnen und Ärzte werden immer schlechter. Dies wird immer mit fehlendem Geld begründet." Dies ist jedoch aus seiner Sicht der falsche Ansatz. "Das Geld ist da, wird aber in falsche Kanäle geleitet. Alleine in Niederösterreich werden in den kommenden Jahren Milliardenbeträge in Spitalsbauten investiert. Für die ärztliche Leistung selbst will man jedoch immer weniger Geld in die Hand nehmen."

Er appelliert daher an die zuständigen Politiker, die Aufschreie von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im "öffentlichen Dienst" ernst zu nehmen und sinnvolle Reformkonzepte mit Weitblick anzudenken. "Wenn wir in den Problembereichen des öffentlichen Dienstes nicht gemeinsam an Systemoptimierungen unter Berücksichtigung der Arbeitsbedingungen tätig werden, brauchen wir uns auch nicht zu wundern, wenn eines Tages - wie in früheren Zeiten schon einmal dagewesen - Planstellen mangels Attraktivität für den Arbeitnehmer nicht mehr besetzt werden können", so das Resümee von Präsident Dr. Reisner.

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