Generalleutnant Segur-Cabanac: "Müssen uns Herausforderungen stellen"

Kritik am "Halali" auf das Bundesheer

Wien (OTS/BMLVS) - Aufgrund der heftig geführten medialen Diskussion um das Österreichische Bundesheer, nimmt der Leiter der Sektion Einsatz im Verteidigungsministerium, Generalleutnant Mag. Christian Segur-Cabanac, heute, Freitag, in einem ausführlichen Gastkommentar in der Tageszeitung "Die Presse" Stellung. "Die Herausforderungen waren und sind gewaltig, aber wir werden uns ihnen zu stellen haben", betont darin General Segur-Cabanac.

Der General kritisiert das aus unterschiedlichen Motiven veranstaltete "Halali" auf das Bundesheer und skizziert, für welche Aufgaben das Heer Anfang des 21. Jahrhunderts gerüstet sein muss. Der vermeintliche Verlust, so Segur-Cabanac, der Befähigung, auf eine Bedrohung, wie sie in den 70er- und 80er-Jahren des letzten Jahrhunderts gegeben war, zu reagieren, sei in Wirklichkeit gar keiner. "Die militärische Landesverteidigung hat sich eben zu einem Souveränitätsschutz zu Lande und in der Luft gewandelt, weil Österreich als Mitglied der EU inmitten einer durch Stabilität gekennzeichneten Zone in Europa liegt", so der Generalleutnant.

Nachstehend Auszüge aus dem Gastkommentar:

Was muss das Bundesheer können?
1. Bewältigung der durchaus gleichwertigen Befähigung zu In- und Auslandseinsätzen sowohl in Form von Sicherung und Schutz im Inneren auch als Assistenzleistung für die Sicherheitsbehörden, Solidaritätsleistungen im Rahmen der Vereinten Nationen und der EU und Katastrophenhilfe im In- und Ausland.

2. Beibehaltung des Systems der allgemeinen Wehrpflicht und einer Organisationsform, die sich an milizartigen Strukturen orientiert, also eine kostenökonomische Mischung aus Präsenzheer mit entsprechender Berufskomponente und einer Personalergänzung durch Reservekräfte für länger dauernde oder personalintensivere Einsätze. Beibehaltung der Palette aller Waffen- und Truppengattungen, auch des so genannten "schweren Gerätes", um international als verlässlicher, weil in allen Kampfarten versierter Partner, auftreten zu können. Beibehaltung der allgemeinen Wehrpflicht auch als Voraussetzung für die Weiterführung der bewährten Mischung aus Präsenz- und Milizorganisation.

Abschließend erinnert der General daran, dass heuer das Jubiläum 50 Jahre Auslandseinsätze des Bundesheeres gefeiert werde. "Seit 1960 waren mehr als 80.000 österreichische Soldaten an Brennpunkten auf nahezu allen Kontinenten eingesetzt. Aktuell stehen knapp 1000 Soldaten (jeweils etwa 50 Prozent Berufssoldaten sowie 50 Prozent Milizsoldaten und Reservisten) in 13 verschiedenen Missionen weltweit im Friedenseinsatz. 2011 und 2012 werden wir uns mit mehr als 500 Soldaten an den unter niederländischer bzw. deutscher Führung stehenden "Battle Groups" der EU als Krisenreaktionskräfte beteiligen. Die Herausforderungen waren und sind gewaltig, aber wir werden uns ihnen zu stellen haben. Man sieht also, dass Panikmache nicht angebracht ist", sagt Segur-Cabanac.

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