Neues VOlksblatt: "Vernunft" (von Werner Rohrhofer)

Ausgabe vom 26. Februar 2010

Linz (OTS) - Was man schon geahnt hat, das ist jetzt fix: Die ÖVP wird für die Bundespräsidentenwahl am 25. April keinen eigenen Kandidaten nominieren. Das ist eine Entscheidung, die aus der politischen Vernunft resultiert. Denn mit einem eigenen Kandidaten in diese Wahl zu gehen, das hätte viel Geld gekostet, bei vergleichsweise begrenzten Chancen auf den Einzug in die Hofburg. Nicht, weil Heinz Fischer ein so toller Präsident gewesen wäre, sondern weil die Erfahrung zeigt, dass ein amtierender Präsident nur sehr schwer zu verdrängen ist. Zumal einer wie Fischer, der es in der ersten Amtszeit verstand, seine zutiefst sozialdemokratisch-rote Seele als eine rot-weiß-rote erscheinen zu lassen und der im übrigen tunlichst alles vermied, was ihm - wie man so sagt - Zorres hätte bereiten können. Vor allem klare Worte in bestimmten heiklen Situationen. Befragt, wie sie Fischer beurteilen, werden daher viele Leute sagen: "Passt schon!" Und so jemanden wählt man halt wieder. Dass die ÖVP nicht nur keinen Kandidaten nominiert hat, sondern auch keine Wahlempfehlung abgibt, das ist konsequent: Kein Kandidat, keine Empfehlung - die Wählerinnen und Wähler sind mündig und in der Lage, die für sie jeweils richtige Entscheidung zu treffen.

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