Leitl: Unternehmerinnen stärken heißt Standort stärken

Bereits 37,2 Prozent der heimischen Unternehmen in weiblicher Hand - "More women wanted" in der WKÖ - Forderungen nach Verbesserungen in der sozialen Absicherung

Wien (OTS/PWK156 ) - "Unternehmerinnen stärken heißt Standort stärken. Aus diesem Grund freut es mich, dass inzwischen 37,2 Prozent der heimischen Unternehmen in weiblicher Hand sind. Das Ziel, den Frauenanteil bei den Selbständigen von einem Viertel auf ein Drittel innerhalb der letzten 10 Jahre zu erhöhen, haben wir damit erreicht", betonte heute, Donnerstag, der Präsident der Wirtschaftskammer Österreich, Christoph Leitl in einer gemeinsamen Pressekonferenz mit der Bundesgeschäftsführerin von Frau in der Wirtschaft (FiW), Elisabeth Zehetner. Anlass des Termins war die Studienpräsentation über die aktuelle Situation der Unternehmerinnen in Österreich, die für die weiblich geführten Betriebe ein positives Bild zeichnet.

Leitl betonte, dass zuletzt für Unternehmerinnen viel erreicht wurde: Das steuerbegünstigte Jahressechstel werde heuer voll wirksam und bedeute für Klein- und Kleinstbetriebe eine deutliche Entlastung. Die Arbeitslosenversicherung für Selbständige sei erfolgreich gestartet und auch die Förderreform bei den ERP-Kleinkrediten helfe Mikrounternehmen in der aktuellen Situation. "Von Seiten der WKO bieten wir mit dem österreichweiten Roll-out der Betriebshilfe ein wichtiges Instrument an, das Unternehmerinnen in Mutterschutz oder Krankheit eine echte Hilfe ist", so der WKÖ-Präsident. Rund 4 Prozent der Unternehmerinnen haben die Betriebshilfe bereits in Anspruch genommen. Weiteres erfolgreiches Serviceinstrument ist die Kleinstunternehmerinnen-Akademie, mit der Interessierte ihr betriebswirtschaftliches Basiswissen stärken und ihr Unternehmen in Coachings weiterentwickeln können.

Um unternehmerisch tätige Frauen weiter zu stärken, forderte Zehetner, die Erhöhung des Wochengeldes, das derzeit bei 25,57 Euro liegt. Zum Vergleich: Das durchschnittliche Wochengeld bei unselbständig Beschäftigten liegt derzeit bei 41 Euro. "Wir fordern hier eine Anhebung auf einen Betrag zwischen 40 und 50 Euro", so die FiW-Bundesgeschäftsführerin. Weiters sollte der Ausbau von Kinderbetreuungsplätzen in Österreich deutlich forciert werden. "Wir gehen davon aus, dass 45.000 zusätzliche Kinderbetreuungsplätze geschaffen werden müssen, die in ihren Öffnungszeiten deutlich flexibler werden. Denn die klassischen 9-to-5-Jobs werden weniger, damit müssen auch die Öffnungszeiten bedarfsgerechter werden", betonte Zehetner. Damit verbunden sei auch die Forderung nach einer Ausweitung der steuerlichen Absetzbarkeit von Kinderbetreuungskosten für über 10-jährige Kinder.

Aus Sicht von FiW gelte es auch, die Pauschalierung des Arbeitsplatzes im Wohnungsverband endlich umzusetzen: "Wir gehen hier von einem monatlichen Absetzbetrag von 50 Euro aus, der für viele Unternehmerinnen eine deutliche Verbesserung ihrer Situation mit sich bringen würde." Denn bei 62 Prozent der Unternehmerinnen liegt der Unternehmensstandort an der eigenen Wohnadresse. Insbesondere Unternehmen aus der Sparte Information und Consulting und Ein-Personen-Unternehmen sind häufig an der Wohnadresse angesiedelt.

Rund 147.300 Unternehmen sind derzeit in weiblicher Hand. 43,6 Prozent (ca. 70.000 Betriebe ) davon sind in der Bundessparte Gewerbe und Handwerk angesiedelt, 32,5 Prozent (ca. 42.000 Betriebe) im Handel, 41,2 Prozent (ca. 25.000 Betriebe) im Tourismus und 24,7 Prozent (ca. 20.000 Betriebe) in Information und Consulting. "Frauen sind damit in der ganzen Breite des Wirtschaftslebens zu finden", so Leitl, wobei es klarerweise Tendenzen und Trends hin zu Gesundheitsberufen oder Kreativbranchen gebe.

94 Prozent der weiblichen Unternehmen werden als Einzelunternehmen gegründet, nur 3 Prozent als Gesmbh. "Das zeigt ganz klar, dass hier Handlungsbedarf besteht, endlich die GmbH light umzusetzen. Denn diese wird von unseren Unternehmen als moderne Rechtsform dringend erwartet", betonte der WKÖ-Präsident.

Hauptmotiv für den Weg in die Selbständigkeit ist für Unternehmerinnen die Möglichkeit zur eigenständigen Arbeit und die bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf. 70 Prozent der befragten Unternehmerinnen sind Mütter, wobei 35 Prozent Kinder unter 15 Jahren zu betreuen haben. Rund zwei Drittel der Unternehmerinnen sehen sich mit einer Doppel- bzw. Mehrfachbelastung durch Familie, Hausarbeit und Unternehmen konfrontiert.

Die wirtschaftliche Performance der Betriebe in weiblicher Hand wird von den Unternehmerinnen selbst als gut bewertet. Unternehmerinnen sind weniger risikofreudig als ihre männlichen Kollegen, bilden aber damit eine stabile und auf nachhaltiges Wirtschaften ausgerichtete Grundlage. (us)

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