Zinggl für deutliche Erhöhung der Subventionen für die Wiener Secession

Wer sonst macht, was noch immer gemacht werden muss?

Wien (OTS) - "Wenn sich endlich alle im rechten Lager aufgeregt haben über eine völlig harmlose Ausstellung in der Secession -weltweit gibt es Ähnliches seit Jahrzehnten bis zum Abwinken zu sehen -, wenn endlich die Doppelmoral der Pharisäer ihren Platz in den Medien erhalten und die programmierte Provokation Ihren Erfolg verbuchen konnte, wird es Zeit darüber nachzudenken, wo jene PolitikerInnen von Strache bis Stenzel hin wollen, wenn sie eine Streichung der Subvention für die Secession verlangen. Wollen sie bestimmen, was Kunst ist oder wollen sie das lieber doch denen überlassen, die sich ständig und ernsthaft damit auseinandersetzen? Wollen sie das in der Secession das ausgestellt wird, was in den Büroräumen der FPÖ und ÖVP hängt oder wollen sie, dass die Kunst ihnen demonstriert, dass sich die realen Verhältnisse nicht über Scheinheiligkeit ändern?

Ist es nicht jämmerlich, wenn der rechte Boulevard nicht einmal erkennt, dass ihm der Künstler einen Spiegel vorhält? Der Künstler sagt, "Wetten, ich schaff es, über triviale Dinge in unserem Zusammenleben wie Geschlechtsverkehr genau jene Aufregung zu erzeugen, wie sie schon vor hundert Jahren das konservative Publikum zum Schäumen gebracht hat? Und zwar mit einem einfachen Akt künstlerischer Mimesis - also der Darstellung von Wirklichkeit. Wir sind nämlich um keinen Schritt weiter!".

"Nein," hätte ich dagegen gewettet. Mit so einem billigen Taschenspielertrick geht das heute nicht mehr, wir sind weiter, es wird niemand interessieren." Die Wette hätte ich verloren. Und das ist das Traurige. Es zeigt mir nämlich eines: Wir brauchen diese Art von Kunst wieder und noch immer, wie soziale Studien. Deshalb bin ich für eine deutliche Erhöhung der Subventionen für die Wiener Secession. Wer sonst macht das, was noch immer dringend gemacht werden muss?, so der Kultursprecher der Grünen, Wolfgang Zinggl.

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