Mehr Geld, mehr Ökostrom, weniger CO2

Wirtschaftsminister Mitterlehner und LH-Stellvertreter Steindl: Neue Impulse für die erneuerbare Energieproduktion im Burgenland

Wien (OTS/BMWFJ) - Die neuen Einspeisetarife sind ein klares Bekenntnis zu erneuerbaren und umweltfreundlichen Energieformen. Vor allem für das Burgenland haben sie äußerst positive Auswirkungen. "Wir haben die Einspeistarife für Strom aus Windenergie um 29 Prozent auf 9,7 Cent pro Kilowattstunde erhöht, um in den dafür am besten geeigneten Gebieten wie dem Burgenland den Bau neuer Anlagen zu beschleunigen", sagt Wirtschafts- und Energieminister Reinhold Mitterlehner. "Bezogen auf die verlängerte Laufzeit der garantierten Tarife auf 13 Jahre ist das sogar eine Steigerung von 49 Prozent." Damit sind die Tarife in Österreich jetzt auch höher als für Anlagen auf dem deutschen Festland, wo für nur fünf Jahre 9,2 Cent pro Kilowattstunde bezahlt werden.

Auch Landeshauptmann-Stv. Franz Steindl betont die Vorteile der neuen Tarife: "Windkraft hat großes Potential und im Burgenland ist auch genügend Windpotential vorhanden. Es ist daher sinnvoll und richtig, dass der Einspeistarif von bisher 7,53 Cent pro Kilowattstunde auf 9,7 Cent erhöht wurde. Wir können jetzt den Ausbau der Windenergie im Burgenland weiter vorantreiben und unserem Ziel, bis 2013 stromunabhängig zu werden, näher kommen. Für die Ökostrom-Erzeuger bedeutet die neue Tarifierung wiederum Planungs-und Investitionssicherheit."

Klimaschutz, Verknappung fossiler Rohstoffe, erneuerbare Energien -das sind nur einige Schlagworte der öffentlichen Diskussion. "Tatsache ist, dass wir an einem Wendepunkt im Energiesystem stehen. Neue Strategien und Maßnahmen für eine nachhaltige Versorgung sind daher gefragt", so Mitterlehner.
Dank der neuen Einspeistarife können nun die Potentiale mobilisiert werden, die Österreich auch für die Erreichung des EU-Ziels von 34 Prozent Energie aus erneuerbaren Quellen (Wind, Wasser, Solarenergie und Biomasse) bis 2020 braucht. Ziel ist, wirtschaftlich sinnvolle Projekte und Standorte effizient zu fördern.

Windkraft hat großes Potential Laut Statistik der European Wind Energy Association sind 39 Prozent der im Vorjahr errichteten Kraftwerke in Europa Windkraftanlagen. Die Windkraft hat damit alle anderen Technologien in Europa übertroffen. In Österreich gab es Ende 2009 206 Windkraftanlagen mit mehr als 600 Windrädern und einer Gesamtleistung von 1050 MW. Diese Anlagen erzeugen 3 Prozent des österreichischen Stromverbrauchs. Von allen Technologien der erneuerbaren Energien weist die Windkraft das beste Kosten/Nutzenverhältnis auf und steht bereits knapp vor der Marktreife.

Derzeit sind im Burgenland 206 Windräder in Betrieb. "Durch die neue Tarifverordnung kommt in den Ausbau von Windkraftanlagen neuer Schwung", sagt Steindl. Die Austria Wind Power plant bereits den weiteren Ausbau. Bis 2013 ist die Errichtung von Windparks mit einer zusätzlichen Leistung von bis zu 270 MW geplant. Weiteres Ausbaupotential ist jedenfalls gegeben (Parndorfer Platte, Bezirk Eisenstadt, Mattersburg, Oberpullendorf) - wir könnten so zu einer weiteren Leistungssteigerung kommen.

Eckdaten - Der Stromverbrauch ist im Burgenland in den letzten 10 Jahren um mehr als 40 Prozent (Österreich: rund 26 Prozent) gestiegen und liegt bei rund 1.600 GWh. - Vom Stromverbrauch entfallen rund 60 Prozent auf private Haushalte und ca. 40 Prozent auf Unternehmen. - Im Burgenland werden rund 1.000 GWh Strom erzeugt, davon knapp 70 Prozent aus Wind und mehr als 20 Prozent aus Biomasse/Biogas. Der Rest sind KWK-Anlagen (Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen) und Kleinkraftwerke. - Windkraft: Wir haben derzeit 206 Windräder mit einer Leistung von rund 370 MW. Damit liegen wir an zweiter Stelle hinter Niederösterreich. - Von großer Bedeutung ist im Burgenland auch die Nutzung von Biomasse. Hier haben wir 1989 begonnen, wobei es anfangs nur um die Erzeugung von Wärme ging. In weiterer Folge hat Güssing mit dem Europäischen Zentrum für Erneuerbare Energie hier die Vorreiterrolle übernommen. Neben der Wärme werden Strom, synthetisches Erdgas und daraus Treibstoff erzeugt. Die Ergebnisse der Forschungsarbeit werden in Güssing auch umgesetzt. So wurden in Güssing in den letzten Jahren mehr als 1.000 Arbeitsplätze geschaffen. Zudem bleibt die Wertschöpfung bei der Erzeugung von Ökostrom im eigenen Land.

Auch die Effekte auf den Arbeitsmarkt und den Export sind beachtlich. "Die österreichische Windkraftzulieferindustrie hat ein Exportvolumen von über 350 Mio. Euro pro Jahr", sagt Mitterlehner. 8.000 Privatpersonen sind an den österreichischen Windkraftanlagen durch die so genannte Bürgerbeteiligung finanziell beteiligt. Und 2500 Jobs wurden durch die Windenergie in Österreich geschaffen.

"Der Vorteil von Windkraft liegt auf der Hand, Windkraft macht unabhängig von Energieimporten, ist nachhaltig und umweltfreundlich", so Steindl. Mit einem Windrad kann man so viel CO2 einsparen, als wenn 1.500 Österreicher für ein Jahr komplett auf ihr Auto verzichten würden. Der Windstrom hilft in Europa mehr als 120 Mio. Tonnen CO2 jährlich zu vermeiden. Das hat dieselbe Wirkung, als wenn alle Deutschen und Österreicher komplett auf ihr Auto verzichten würden. "Die neuen Einspeistarife bringen neue Impulse für den Ausbau erneuerbarer Energien im Burgenland. Auch eine weitere Dynamisierung in der heimischen Umwelttechnik und auf dem Arbeitsmarkt - Stichwort Green Jobs - ist zu erwarten", so Steindl abschließend.

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