"Innovative Konzepte in der onkologischen Rehabilitation"

Nach wie vor wird Potenzial von onkologischer Rehabilitation in Österreich unterschätzt

Wien (OTS) - Bei rund 36.000 Österreichern wird laut Statistik Austria jedes Jahr eine Krebserkrankung festgestellt (1). Wovon Schätzungen zufolge jeder Fünfte eine Form einer Anschlussbehandlung der onkologischen Rehabilitation absolviert. Rund 7.000 bis 8.000 Betroffene suchen jährlich hierfür eine spezielle Behandlung. Ziel der onkologischen Rehabilitation ist es, die Leistungsfähigkeit zu verbessern, Beschwerden zu verringern, die Lebensqualität deutlich zu erhöhen und Betroffene wieder in den Alltag als auch in das Berufsleben einzugliedern. Wie ein Expertengespräch zeigte, nimmt Rehabilitation bei oder nach einer Krebserkrankung in Österreich - im Vergleich zu den meisten europäischen Ländern - in der öffentlichen Diskussion jedoch noch einen eher untergeordneten Stellenwert ein.

Die VAMED AG und die Medical University of Vienna International GmbH haben am 24. Februar 2010 im Rahmen der Ausstellung "body.check" - Hightech für unsere Gesundheit" im Technischen Museum zum Expertengespräch "Innovative Konzepte in der onkologischen Rehabilitation" geladen. Hochrangige medizinische Experten trafen einander, um onkologische Rehabilitation von verschiedenen Seiten -von der psychoonkologischen und physikalischen Seite bis hin zum Einsatz von Gentests - zu beleuchten.

Status quo der onkologischen Rehabilitation in Österreich Rehabilitation ist ein Fachbereich, der sich zum Ziel setzt, Patienten nach einer schwerwiegenden Erkrankung oder Verletzung wieder möglichst weitgehend in das berufliche und soziale Umfeld zu integrieren. "Das ist bei einigen Erkrankungen, wie Schlaganfall oder Herzinfarkt in Österreich schon relativ gut etabliert", weiß Univ.-Prof. Dr. Christoph Zielinski, Vorstand der Universitätsklinik für Innere Medizin I am AKH und Vizerektor für Klinische Angelegenheiten der Medizinischen Universität Wien. Die Möglichkeiten der onkologischen Rehabilitation werden jedoch noch weitgehend unterschätzt. "Die Rehabilitation bei oder nach einer Krebserkrankung nimmt in Österreich - im Vergleich zu den meisten europäischen Ländern - noch einen eher untergeordneten Stellenwert ein, und es gibt nur wenige Einrichtungen, die sich auf onkologische Rehabilitation spezialisiert haben", so Zielinski weiter. Der Grund dafür sei laut Meinung des Experten unter anderem darin zu finden, dass bei der Behandlung von Patienten mit Tumorerkrankungen lange die Ansicht galt, dass diese aufgrund der schlechten Prognose keine Kandidaten für Rehabilitationsmaßnahmen seien. "Immer effektivere onkologische Behandlungen haben dazu geführt, dass einerseits mehr Patienten von ihrer Erkrankung geheilt werden können, andererseits viele Patienten mit malignen Erkrankungen unter der entsprechenden Therapie über viele Jahre mit der Erkrankung leben. Es ist heute weiters unbestritten, dass die meisten Patienten mit einer onkologischen Erkrankung nach ihrer Therapie (ob das jetzt Operationen, Strahlentherapie, Chemotherapie oder eine Kombination dieser Maßnahmen ist), eine weitere medizinische Hilfe benötigen", so Zielinski. Im Vergleich zu anderen Rehabilitationseinrichtungen liegen die Schwerpunkte neben der physikalischen Medizin und Physiotherapie besonders auf der psychoonkologischen Betreuung, sowie der Behandlung von Folgen der Tumortherapie. "Eine Betreuung in allgemeinen Rehabilitationseinrichtungen ist wegen der unterschiedlichen Maßnahmen und psychischen Hemmschwellen oft schwierig", so Zielinski abschließend.

Leitgedanke Interdisziplinarität

Onkologische Rehabilitation schließt einen interdisziplinären Behandlungsansatz ein. In der Rehabilitation sind psychosoziale Behandlungsansätze integrativer Bestandteil der medizinischen Rehabilitation. "Die Formen der psychoonkologischen Betreuung sind unterschiedlich. Ziel ist in jedem Fall die Verbesserung der Lebensqualität jedes einzelnen Patienten, indem die psychosozialen Ressourcen individuell gefördert werden. Somit soll psychoonkologische Unterstützung von Anbeginn als Bestandteil moderner onkologischer Rehabilitation gesehen werden", so Univ.-Prof. Dr. Alexander Gaiger, Medizinische Universität Wien, Klinische Abteilung für Hämatologie, AKH Wien.

Das Fachgebiet "Physikalische Medizin und Rehabilitation" hat im Rahmen rehabilitativer Maßnahmen einen sehr hohen Stellenwert. Der Behandlungsumfang und die Behandlungsmöglichkeiten im Rahmen ambulanter und stationärer Rehabilitationskonzepte haben Symptome sowie Krankheits- und Therapiefolgen, wie sie bei Patienten mit onkologischen Patienten auftreten, abzudecken. "Mittels individuell an die Patientenbedürfnisse angepasster physikalischer Rehabilitationskonzepte soll eine möglichst optimale Funktionsverbesserung, Steigerung von Selbständigkeit, Unabhängigkeit, Selbst- und Heilungskompetenz, sowie der Teilhabe der Patienten erreicht werden", bekräftigt Univ. Prof. Dr. Richard Crevenna, Universitätsklinik für Physikalische Medizin und Rehabilitation vom AKH Wien.

Interdisziplinarität beschränkt sich aber nicht nur auf Schulmedizin. "Die Mehrheit der österreichischen Krebspatienten wünscht sich neben der schulmedizinisch-klinischen Therapie ihrer Erkrankung auch eine komplementärmedizinische Zusatzbehandlung. Die Bezeichnung 'komplementär' drückt bereits aus, dass diese Therapiemaßnahmen zusätzlich zur schulmedizinischen Behandlung erfolgen und nicht die Entscheidung zwischen einer der beiden Varianten getroffen werden soll. Nur sorgfältig aufeinander abgestimmte, ganzheitliche schulmedizinische und komplementäre Verfahren führen zum Erfolg", so Ass.-Prof. Dr. Leo Auerbach von der Universitätsklinik für Frauenheilkunde und Leiter der komplementärmedizinischen Ambulanz, AKH Wien.

Univ.-Prof. Mag. Dr. Markus Hengstschläger, Vorstand des Instituts für Medizinische Genetik von der Medizinischen Universität Wien sprach in seinem Vortrag über die Möglichkeiten, die der Einsatz von Gentests bietet: "Heute ist es möglich, Genmutationen günstig und schnell mit Hilfe von hoch sensitiven Tests aufzuspüren und dadurch in bestimmten Fällen Krankheiten vor dem Auftreten der Symptomatik zu diagnostizieren (prädikative Diagnostik). Das Potenzial der genetischen Testmöglichkeiten ist nach wie vor noch nicht ausgeschöpft. "Vor allem in der Tumordiagnostik können derartige Tests in Zukunft wichtige Erkenntnisse über die Entstehung und Heilung liefern. Die Konsequenzen genetischer Tests sollten immer klar definiert und in die Entscheidung miteinbezogen werden. Ein verantwortungsvoller Umgang mit den Methoden der modernen Diagnostik soll in jedem Fall voraussetzen, dass höchste Ansprüche an den Datenschutz gelegt werden und optimale Beratung zur Verfügung steht", so der Experte abschließend.

Fester Stellenwert der onkologischen Rehabilitation in Deutschland 2008 hat die Deutsche Rentenversicherung über 150.000 onkologische Rehabilitationsmaßnahmen durchgeführt. Sie erfolgten meist stationär in über 200 spezialisierten Kliniken. "Da die Zahl onkologischer Erkrankungen stetig steigt, wird in den nächsten Jahren mit einer erheblichen Zunahme des Bedarfs an onkologischer Rehabilitation gerechnet", so Prof. Dr. Thomas Licht von der HELIOS Schlossbergklinik in Oberstaufen, Deutschland. Diesem Trend wird auch Rechnung getragen. "Tumorbedingte Symptome wie auch die Folgen von Operationen und Strahlen- oder Chemotherapie führen zu Funktionsstörungen und hoher psychischer Belastung. Um zu verhindern, dass dadurch die Teilhabe am Leben in der Gemeinschaft dauerhaft beeinträchtigt wird, hat die onkologische Rehabilitation in Deutschland einen festen Stellenwert. Rehabilitative Maßnahmen sollen durch ein ganzheitliches Behandlungskonzept, in das somatische Therapieverfahren, psychoonkologische Betreuung, Informationsvermittlung und soziale Unterstützung eingehen, die Lebensqualität wieder herstellen. Daher sind neben Ärzten und dem Pflegeteam, Physiotherapeuten, Sportlehrer, Diätberater, Psychologen, Sozialpädagogen, Ergotherapeuten sowie Kunst- und Musiktherapeuten in die Therapie mit einbezogen", erläutert Licht weiter. Die Effektivität der Maßnahmen wird von der Deutschen Rentenversicherung-Bund regelmäßig evaluiert. "Eine Besserung ihres Gesundheitszustandes nach der Rehabilitationsmaßnahme wurde 2008 von 71 Prozent der Tumorpatienten berichtet, ein unverändertes Behandlungsergebnis von 17 Prozent und nur von 0,5 Prozent eine Verschlechterung", so Licht.

Bedarf in Österreich erkannt aber noch lange nicht gedeckt
Der tatsächliche quantitative Bedarf an speziellen Reha-Zentren ist derzeit von Experten nur grob abschätzbar. "Wenn man von 36.000 jährlichen Krebsneuerkrankungen in Österreich ausgeht, wobei schätzungsweise ein Fünftel der Patienten eine Form einer Anschlussbehandlung absolviert, dann können zumindest rund 7.000 bis 8.000 Patienten pro Jahr angenommen werden, die eine solche spezielle Betreuung suchen", so Univ.-Prof. Dr. Felix Sedlmayer, Vorstand Univ.-Klinik für Radio-Onkologie, LKH Salzburg, Universitätsklinikum der PMU. Die Bewältigung einer Krebserkrankung stellt für Betroffene eine starke psychische Belastung dar. Der Bedarf an psychoonkologischen Behandlungsmethoden ist daher besonders hoch. "Diesen Anforderungen muss durch Bereitstellung bedarfsgerechter Betreuungsangebote Rechnung getragen werden", betonte der Experte. Wichtig sei es zudem das onkologisch-rehabilitative Angebot pro futuro zu bündeln und vermehrt auf die individuellen Besonderheiten von Krebspatienten abzustimmen.

Weltweit führender Gesundheitsanbieter VAMED entwickelt Vorzeigeprojekt für Österreich

Die VAMED AG wurde im Jahr 1982 gegründet und ist seither zum international führenden Gesamtanbieter für Krankenhäuser und andere Einrichtungen im Gesundheitswesen aufgestiegen. In 50 Ländern auf drei Kontinenten hat der Konzern bereits knapp 500 Projekte realisiert. Das Portfolio reicht von der Projektentwicklung sowie der Planung und der schlüsselfertigen Einrichtung über Instandhaltung, technische, kaufmännische und infrastrukturelle Dienstleistungen bis hin zur Gesamtbetriebsführung in Gesundheitseinrichtungen. Als weltweit führender Gesundheitsdienstleister betreut die VAMED derzeit insgesamt 140 Krankenhäuser mit rund 50.000 Betten.

In weiteren 31 Gesundheitseinrichtungen zeichnet sie für die gesamte Betriebsführung verantwortlich. Darüber hinaus ist VAMED mit rund 2 Millionen Besuchern pro Jahr in den sieben Resorts der VAMED Vitality World Österreichs größter Betreiber von Thermen- und Gesundheitsresorts.

"Ein ganz wichtiges Anliegen im Bereich Rehabilitation ist uns das Thema der onkologischen Rehabilitation. Nachdem die onkologische Behandlung immer effektiver wird, stellt sich für uns die Herausforderung, dass wir auch in der onkologischen Rehabilitation neue Wege finden müssen, um Menschen nach einer Krebserkrankung zu helfen, ihre Ruhe, Kraft und Lebensfreude wieder zu finden, und zwar unter Berücksichtigung der ganz persönlichen Bedürfnisse der Betroffenen", so Dr. Ernst Wastler, Generaldirektor der VAMED AG. Um den betroffenen Menschen nach einer oft langwierigen und belastenden Behandlung den Weg zurück in den Alltag zu erleichtern, hat VAMED ganz aktuell den traditionellen burgenländischen Heil- und Kurort Bad Sauerbrunn um eine neue Gesundheitseinrichtung mit dem Namen 'Der Sonnberghof' mit Schwerpunkt onkologische Rehabilitation erweitert. Dabei spielt auch das Umfeld eine wichtige Rolle. "Darum war zum Beispiel im Sonnberghof die innenarchitektonische Gestaltung so wichtig, speziell um eine Atmosphäre der Geborgenheit und des Wohlfühlens zu vermitteln", betont Mag. Gottfried Koos, Mitglied des Vorstandes der VAMED AG. Oberste Prämisse des Hauses ist es, den Gästen Geborgenheit und Ruhe in einer Atmosphäre des Wohlfühlens, gepaart mit einem State-of-the-art Rehabilitationsangebot zu bieten. Das Leistungsangebot reicht dabei von den medizinischen, allgemeinen und speziellen therapeutischen Maßnahmen bis hin zur Schulung und Beratung. Im Mittelpunkt steht stets die bestmögliche Erholung und Verbesserung der persönlichen Lebensqualität.

Bei der Realisierung der Projekte setzt die VAMED auf starke Partner wie auf die MEDICAL UNIVERSITY OF VIENNA INTERNATIONAL und die Österreichische Krebshilfe.

MEDICAL UNIVERSITY OF VIENNA INTERNATIONAL

Die MEDICAL UNIVERSITY OF VIENNA INTERNATIONAL GmbH (MUVI), die 2005 als Tochterunternehmen der MedUni Wien gegründet wurde, baut ihre Position als Global Player im Health Care Management kontinuierlich aus. Das junge Unternehmen ist bereits in unterschiedlichen Krankenhausprojekten auf drei Kontinenten erfolgreich tätig. Mitarbeiter verschiedener Disziplinen arbeiten engagiert und nachhaltig an der Verbesserung der medizinischen Versorgungsqualität und an der Optimierung lokaler und regionaler Gesundheitssysteme. Darüber hinaus übernimmt Medical University of Vienna International weitere soziale Verantwortung und unterstützt international CSR Projekte. Die MedUni Wien ist eines der führenden Krebszentren in Europa, wobei die Universitätsklinik für Innere Medizin I mit ihrem Schwerpunkt Onkologie eine zentrale Rolle bei Forschung und Lehre einnimmt. "Während onkologische Therapiestrategien in zahllosen Studien und Protokollen untersucht werden, besteht hinsichtlich der Daten- und Evidenzlage in Bezug auf die onkologische Rehabilitation noch Nachholbedarf. Allerdings liegen Hinweise auf einen potenziell positiven Effekt von Faktoren der Lebensführung (wie beispielsweise Diät und Bewegung) auf Lebensqualität und Überleben vor. Durch die Kooperation der MedUni Wien und der Medical University of Vienna International GmbH (MUVI) mit spezialisierten Rehabilitationskliniken ergibt sich das Potenzial wissenschaftlicher Analyse des Stellenwertes der Rehabilitation bei Tumorpatienten", so O. Univ. Prof. Dr. Christian Herold, Medical University of Vienna International GmbH.

Die in diesem Pressetext verwendeten Personen- und Berufsbezeichnungen treten der besseren Lesbarkeit halber nur in einer Form auf, sind aber natürlich gleichwertig auf beide Geschlechter bezogen.

1) Quelle:
http://www.statistik.at/web_de/statistiken/gesundheit/krebserkrankung
en/index.html

Weitere Bilder unter:
http://pressefotos.at/m.php?g=1&u=43&dir=201002&e=20100224_v&a=event

Digitale Pressemappe: http://www.ots.at/pressemappe/1720

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