Europäischer Radiologenkongress in Wien: Mehr als "nur" Bilder

Die Radiologie als unverzichtbarer Partner in der klinischen Medizin

Wien (OTS) - Interdisziplinäre Zusammenarbeit einer modernen Verbundmedizin kam in den letzten Jahren im Interesse der PatientInnen verstärkt zum Einsatz. "Die FachärztInnen des klinischen Sonderfaches Radiologie sind für nahezu alle klinischen Fragestellungen und Erkrankungen mit ihren diagnostischen Untersuchungsmöglichkeiten, aber auch ihren therapeutischen Eingriffen, eine wesentliche und unverzichtbare Profession um richtige Therapieentscheidungen zu treffen", statuiert Univ. Prof. Walter Hruby, Präsident der Österreichischen Röntgengesellschaft (ÖRG) und Vorstand des Instituts für Röntgendiagnostik im Donauspital (SMZ Ost) in Wien. "Ganz wichtig ist mir: Wir sehen uns als Kooperationspartner für alle Fachärzte und Allgemeinmediziner im Dienste des Patienten", ergänzt er.

Intensive Kooperation bei Früherkennungsprogrammen

Die Untersuchungen der FachärztInnen für Radiologie sind auch notwendig, um im Verlauf von Erkrankungen Therapieentscheidungen und deren Auswirkungen auf die Heilung zu objektivieren und zu dokumentieren. Zahlreiche Synergien für weiterführende Behandlungsmöglichkeiten ergeben sich nicht nur aufgrund der Untersuchungsergebnisse, sondern auch durch die generierten digitalen Informationen welche bei der Therapie- und Operationsplanung helfen.

Radiologie als Musterbeispiel für interdisziplinäre Zusammenarbeit

Die Radiologie sieht sich als interdisziplinäres Fach und weiß im klinischen Alltag mit anderen Fächern zu kooperieren, was auch in allen Institutionen, wie Universitätskliniken, Schwerpunktkrankenhäusern, Sonderkrankenanstalten, Rehabilitationszentren, und niedergelassenen Ordinationen stattfindet.
Diese Zusammenarbeit ist durch tägliche interdisziplinäre Teambesprechungen mit allen Abteilungen dokumentiert. Dabei werden Ergebnisse und der klinische Aspekt im Sinne der Mitverantwortlichkeit des Radiologen gemeinsam analysiert, diskutiert und allfällige Therapieentscheidungen interdisziplinär getroffen. "Das ist ein wesentlicher Beitrag zur Verkürzung der therapeutischen Reaktionszeit und ein weiteres Element der Qualitätssicherung und -kontrolle der klinischen medizinischen Interaktionen zum Wohle der PatientInnen", bestätigt Hruby.
Sicherlich ist diese intensive klinische Zusammenarbeit wie sie in den Krankenanstalten bereits gelebt wird, auch mit dem niedergelassenen Hausarzt anzustreben. Der Fachmann meint dazu, dass "dies, wenn auch der niedergelassene Bereich mit allen Möglichkeiten der modernen Kommunikations-Technologien - im Rahmen einer vernetzten Medizin - ausgestattet ist, auch der Fall sein wird".

Entwicklungspotenzial bei Magnetresonanztomographie

Alle Patienten in Österreich haben in einem vertretbaren Zeitrahmen Zugang zu allen notwendigen Untersuchungen. Ausnahmen sind hier nur sehr neue, hochmoderne Untersuchungsmöglichkeiten in der Magnetresonanztomographie, "die jedoch sicher auch bald umgesetzt werden", versichert er. Die ÖRG führt aktuell auch unter ihren Mitgliedern eine "Fragebogenaktion MRT" durch, mit der aufgezeigt werden soll, dass die derzeitige vor allem apparative und personelle Ausstattung den idealen Untersuchungsmöglichkeiten, wie sie im Sinne der Versicherten und PatientInnen angeboten werden müssten, nicht gerecht werden kann. Eine bestehende Diskrepanz zwischen den Indikationsentwicklungen, die sich heute schon ergeben und welche in der Realität routinemäßig durchgeführt werden, soll somit erhoben werden.

Geringstmögliche Strahlenbelastung stets gewährleistet

Strahlenbelastung und -schutz sind weitere Themen, die die Öffentlichkeit mit Radiologie verbindet. Jedoch besteht hier kein Grund zur Besorgtheit, versichert Hruby: "Sämtliche Empfehlungen, wie sie durch internationale Gremien, wie die International Commission on Radiological Protection, und die Europäische Union abgegeben wurden, werden in Österreich als Aufgaben höchster Priorität der FachärztInnen für Radiologie wahrgenommen". Das bedeutet auch eine kontunuierliche Überprüfung, ob die angeforderte oder angeordnete Untersuchung adäquat für die klinische Fragestellung ist. Hier gilt das ALARA-Prinzip: die Strahlendosis jeder Untersuchung muss As Low As Reasonably Achievable (engl. so niedrig wie vernünftigerweise erreichbar) sein.
Hruby konkretisiert außerdem die Pläne der ÖRG zur Patientenaufklärung: "Für den Patienten möchten wir eine Patienteninformation entwickeln, die so informiert, dass er weiß, was ihn erwartet, wenn er eine spezielle Untersuchung mit ganz spezieller Fragestellung bekommt - in einer klaren, verständlichen Sprache".

18.000 Radiologen tagen ab 4. März in Wien

Beim 22. Europäischen Radiologenkongress (European Congress of Radiology/ECR) vom 4. Bis 8. März 2010 in Wien werden auch heuer wieder Spezialisten aus dem Bereich der medizinischen Bildgebung ihr Fachwissen auf den verschiedensten Gebieten austauschen, und die neuesten Erkenntnisse der Forschung präsentieren.

Der ECR ist die Jahrestagung der Europäischen Gesellschaft für Radiologie mit mehr als 18.000 Teilnehmern aus der ganzen Welt; zusätzlich bietet der Kongress die größte Industrieausstellung in Europa, bei der auf über 26.000 m2 mehr als 300 internationale Firmen die neueste Produkte der Medizintechnik anbieten.

Weitere Informationen auf www.myESR.org/Presse_ECR2010

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