Mehrwertsteuer-Senkung für Österreichs Hotellerie als Antwort auf die Wirtschaftskrise

FV Hotellerie präsentiert Positionspapier - Ennemoser:" Wertschöpfung statt Wertvernichtung" - Steuersatz in 17 Ländern Europas unter dem österreichischen Niveau

Wien (OTS/PWK153) - "Eine gute Wirtschaftspolitik braucht
effektive Rahmenbedingungen für Wirtschaftswachstum und Wertschöpfung. Dabei kommt es auf die richtigen Hebel an. Ohne Zweifel stellt die heimische Hotellerie eine Schlüsselposition dar. Umso wichtiger ist es, diese Stärken international zu verteidigen", erinnert Klaus Ennemoser, Obmann des Fachverbandes Hotellerie in der Wirtschaftskammer Österreich. Aus diesem Grund ist der Fachverband in seinem aktuellen Positionspapier "Mehrwertsteuersenkung für Österreichs Hotellerie" der Frage nach einem reduzierten Mehrwertsteuersatz auf Logis nachgegangen. Bemerkenswertes Ergebnis:
In 17 europäischen Ländern liegt dieser Steuersatz unter dem österreichischen Niveau. Dies gilt insbesondere für die für Österreich wichtigen Mitbewerber Deutschland und die Schweiz. "Mehrwertsteuersenkung für Österreichs Hotellerie" steht Interessierten über diesen Link zur Verfügung: http://bit.ly/9EcjL2 (.pdf)

Der Fachverband Hotellerie fordert eine Halbierung des Mehrwertsteuersatzes auf Logis von derzeit 10 auf 5 Prozent. Aufgrund wirtschaftlich volatiler Zeiten ist nicht nur in Deutschland Bewegung in die Mehrwertsteuerlandschaft gekommen. Auch in Ungarn wurde am 1. Juli 2009 der Mehrwertsteuersatz trotz der angespannten Budgetlage gesenkt. Insgesamt werden in 22 von 27 EU-Ländern derzeit reduzierte Mehrwertsteuersätze auf Logis angewendet.

"Gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten bedarf es intelligenter finanzpolitischer Maßnahmen. Die Antwort kann nicht lauten 'mehr', sondern muss heißen: 'anders'. Es stellt sich die Frage nach dem Drehen und Stellen der richtigen Schrauben. Steuerpolitische Maßnahmen können sich angesichts des Diktats der leeren Kassen öffentlicher und privater Haushalte nicht mehr ausschließlich am Wünschbaren, sondern müssen sich - es ist höchst an der Zeit - verstärkt am Leistbaren und Sinnvollen orientieren", so Ennemoser.

Gleichzeitig setzt sich der Fachverband für ein insgesamt abgestimmtes Steuerpaket ein, welches möglichst aufkommensneutral der gegenwärtigen öffentlichen Budgetlage Rechnung trägt. Eine Anlassgesetzgebung auf Zuruf, die wie zum Beispiel in Großbritannien in überhasteten Maßnahmen (Senkung der Mehrwertsteuer auf Logis und Restaurants am 1.Dezember 2008 von 17,5 auf 15 Prozent und dann wieder Anhebung am 1. Jänner 2010 von 15 auf 17,5 Prozent) münden, sind nicht im Interesse der Branche. Ennemoser zur aktuellen Mehrwertsteuerdebatte: "Der Fachverband Hotellerie hat ein fundiertes Positionspapier vorgelegt. Dieses ist ein Beitrag zur Versachlichung der Diskussion. Eine Steuersenkung auf Zuruf lehnen wir ab. Das heißt aber nicht, dass wir uns nicht für eine EU-rechtlich abgestützte und finanzpolitisch intelligente Lösung einsetzen! Es geht nicht um einzelne Brancheninteressen, sondern um einen ausgewogenen Mix, der Wertschöpfung für die gesamte Wirtschaft ermöglicht. Wieso sollten sonst 22 von 27 EU-Ländern bereits heute einen reduzierten Mehrwertsteuersatz auf Logis anwenden? Und dabei handelt es sich mehrheitlich um Länder, in denen die Hotellerie nicht annähernd so viel zur nationalen Wertschöpfung beiträgt wie in Österreich."

Der Fachverband Hotellerie Österreich in der Wirtschaftskammer Österreich vertritt 18.000 Beherbergungsbetriebe mit 1,100.000 Millionen Betten, 9.527 Beherbergungsbetriebe sind mit 29.000 geprüften Sternen klassifiziert. Mit 18.000 Beherbergungsbetrieben und 127 Millionen Nächtigungen jährlich legt Österreichs Hotellerie einen wichtigen Grundstein für eine direkte Wertschöpfung im Tourismus von 15,3 Milliarden Euro. Jeder 5. Vollzeitarbeitsplatz wird im Tourismus und in der Freizeitwirtschaft generiert. (JR)

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