WKÖ: Mehr Qualität und Wettbewerb im Gesundheitssystem im Interesse der Patienten

WKÖ fordert am 2. Österreichischen Gesundheitswirtschaftskongress "Masterplan Gesundheit", Gesundheitswirtschaft als Beschäftigungs- und Wirtschaftsmotor

Wien (OTS/PWK151) - "Was unser Gesundheitssystem vor allem
braucht, ist ein kompetitiver Markt und stärkerer Wettbewerb", sagte Martin Gleitsmann, Leiter der Abteilung Sozialpolitik und Gesundheit der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) und Mitbegründer der Plattform Gesundheitswirtschaft Österreich heute, Mittwoch, vor Medienvertretern anlässlich des zweiten Österreichischen Gesundheitswirtschaftskongresses.

"Nicht im Sinne eines Kosten- sondern eines Qualitätswettbewerbs zu Nutzen der Versicherten und Patienten", konkretisierte Gleitsmann seine Forderung, "Jetzt ist Zeit die nötigen Weichen für mehr Effizienz im Gesundheitssystem zu stellen. Der vom Vorstandsvorsitzenden im Hauptverband, Hans- Jörg Schelling, angekündigte "Masterplan Gesundheit" mit einer koordinierten Steuerung und Planung sowie einer Finanzierung aus einem Topf, ist dazu ein entscheidender Schritt".

Nur so könnten dringend notwendige innovative Potenziale - zum Beispiel im Bereich E-Health - im Gesundheitswesen freigesetzt werden, ist Gleitsmann überzeugt: "Grundvoraussetzung sind jedoch gleiche Regeln für alle - für Leistungserbringer, Hersteller und Krankenkassen - sowie Transparenz bei der Preisbildung und eine gezielte Stärkung der Eigenverantwortung". Gleitsmann verweist in diesem Zusammenhang auch auf den Gesundheitsbereich als Beschäftigungs- und Wirtschaftsmotor. So weisen die offenen Stellen im Bereich Gesundheit laut AMS im Vergleich Jänner 2009 zu Jänner 2010 ein Plus von über 30 Prozent auf. Alleine bei nicht diplomierten Krankenpflegern stiegen die offenen Stellen innerhalb eines Jahres um über 50 Prozent. Laut WIFO wird in Zukunft jeder fünfte Job in der Gesundheits- und Sozialbranche angesiedelt sein.

Im Anschluss an das Pressegespräch fand die Auftaktveranstaltung des zweiten Österreichischen Gesundheitswirtschaftskongresses statt. Das hochkarätig besetzte Podium diskutierte unter dem Motto "Hoffnung in der Finanzkrise: Stabile Branche Gesundheitswirtschaft". Alois Stöger, Bundesminister für Gesundheit, Christoph Matznetter, Vizepräsident der WKÖ, Martin Gleitsmann, Arno Melitopulos, Geschäftsführer Gesundheit Österreich GmbH, Jan Patzourek, Stellv. Generaldirektor der Wiener Gebietskrankenkasse, Gottfried Koos, Vorstandsmitglied der VAMED AG, und Karl Lehner, Vorstand der GESPAG - Oberösterreichische Gesundheits- und Spitals AG nahmen an der Diskussion teil.

Stöger hebt bei der Diskussion den Wirtschaftsfaktor im Gesundheitsbereich hervor: "Das Gesundheitssystem hat die Wirtschaft in der Krise gestärkt" und betont die hohe Zufriedenheit der Bevölkerung mit der Gesundheitsversorgung. Darüber hinaus streicht der Gesundheitsminister hervor, dass die Qualität weiter verbessert werden muss. Matznetter stellt in seinem Statement die Frage nach der Effizienz im System: "Effizienz darf nicht auf Kosten der Leistung gehen". Die dringend notwendige Gesundheitsreform bezeichnet er als "Titanaufgabe" für den Gesundheitsminister.

Koos bezeichnet Privat-Public-Partnership-Modelle(PPP-Modelle) als "Erfolgsmodelle" und betont, dass ebenfalls von den privaten Kooperationspartnern Risiken übernommen werden. Pazourek bekennt sich wie seine Vorredner zu einem möglich effizienten Gesundheitssystem, fordert jedoch Investitionen in die Infrastruktur. Melitopulos und Lehner konstatieren beide einen Wildwuchs an Arbeitsgruppen und Gesprächsgruppen und fordern generell ein koordiniertes Vorgehen. Melitopulos ortet darüber hinaus ein "üppiges Überangebot in machen Bereichen" und Lehner sieht eine Überregulation im Gesundheitswesen.

"Zum Nutzen der Patienten müssen Ineffizienzen beseitigt werden, denn Ineffizienz ist unethisch", betont Gleitsmann, der das "an sich gute Gesundheitssystem" hervor hebt, jedoch "an allen Ecken und Enden Verbesserungsmöglichkeiten" ortet. "Miteinander statt Gegeneinander" - und damit einhergehend mehr Kommunikation und Koordination - ist für Gleitsmann bei der Diskussion ein nachdrückliches Anliegen. Darüber hinaus fordert Gleitsmann, die rasche Umsetzung der elektronischen Patientenakte und die Einführung der E-Medikation um Doppelbehandlungen zu vermeiden. (AC)

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