Marcic-Preis 2010 an Herbert Dachs

Politikwissenschaftler erhält den renommierten Publizistikpreis / Dem Gemeinwohl unmittelbar zugewandter Politikwissenschaftler

Salzburg (OTS) - Der Salzburger Politikwissenschaftler em. Univ.-Prof. Dr. Herbert Dachs wird den René-Marcic-Preis 2010 erhalten. Dies hat die Landesregierung auf Vorschlag einer Jury beschlossen. Die Jury unter dem Vorsitz von em. Univ.-Prof. Dr. Michael Schmolke hat in ihrer Begründung für die Verleihung des Preises Dachs "als einen dem Gemeinwohl unmittelbar zugewandten Politikwissenschaftler und Publizisten" bezeichnet, "der für Salzburg nachhaltige, aufklärende Arbeit ohne Aufhebens geleistet habe". Der renommierte Preis ist mit 6.700 Euro dotiert und wird am Samstag, 13. März 2010, von Landeshauptfrau Mag. Gabi Burgstaller in der Salzbur-ger Residenz überreicht.

Im Detail begründete die Jury, der auch noch ORF-Landesdirektor Prof. Siegbert Stronegger, Redakteurin Doris Esser und Redakteurin Ilse Spadlinek als Mitglieder und als Geschäftsführer der Leiter des Landespressebüros, Chefredakteur Dr. Roland Floimair, angehören, ihre Entscheidung so:

"Am englischen Königshof gibt es nach wie vor Amt und Titel des Poet Laureate (poeta laurea-tus), des offiziellen Hofdichters. Im Salzburger Chiemseehof könnte ein commentator laureatus geehrt werden. Als Kandidaten dafür stelle man sich den emeritierten Politikwissenschaftler i.R. Universitätsprofessor Dr. Herbert Dachs vor. Während der britische Poet Laureate unter Druck steht, wenn er zum Lob des Vaterlandes und der Dynastie dichten muss, publiziert Dachs seit drei Jahrzehnten aus wissenschaftlichem Antrieb und in hoher Qualität freiwillig zur Ehre Salz-burgs. Er tut das auf drei Ebenen: in wissenschaftlichen Büchern und Aufsätzen, in der Tages-und Wochenpresse und im Rundfunk. Von seinen mehr als hundert größeren wissenschaftlichen Veröffentlichungen befasst sich gut die Hälfte mit Themen aus der Salzburger Politik und Geschichte. Die große Mehrheit seiner tagesaktuellen Texte hat einen Salzburg-Bezug. Insbesondere seine Analysen in Vor- und Nachwahlzeiten, die auf gesichertem Sachwissen und ho-her Unterscheidungskraft aufbauen, haben eine Treffsicherheit, die österreichweit ihresgleichen sucht.

Die Jury schlägt Herbert Dachs für die Verleihung des René-Marcic-Preises 2010 vor. Sie würdigt dabei fünf Aspekte seiner Leistungen: 1. seine politikwissenschaftlichen Arbeiten generell, 2. seine Leistungen für die wissenschaftliche und politische Publizistik in Rundfunk und Tagespresse, 3. seine kritische Kompetenz in Verbindung mit einem unbeirrbaren publizistischen Ethos, 4. seine besonderen Fähigkeiten als Herausgeber und schließlich 5. sein Bemühen, wissenschaftliches Potenzial der Universität für Salzburg/Salzburger Gesellschaft nutzbar zu machen.

Dachs hat jahrzehntelang die Salzburger Hochschulsendung des ORF gestaltet. Er war seit Mitte der 1980er Jahre Mitarbeiter des Salzburger Nachtstudios, und er gehörte schon früh zur Gruppe der Ideenfinder für die Salzburger Humanismusgespräche im ORF. Er ist, ebenfalls seit vielen Jahren, regelmäßiger Mitarbeiter der Salzburger Nachrichten, Autor und Interviewpartner zu großen politischen Fragen. Er schreibt, wie er forscht: dort wo er steht. Er war Mitbegründer und zwölf Jahre Vorsitzender der Wissenschaftsagentur.

Starke zusammenführende Kraft hat Dachs als Allein- oder Mitherausgeber von Sammelwerken entwickelt. Mit der 1985 erschienenen Festschrift '40 Jahre Salzburger Landtag in der Zweiten Republik' hat er vor 25 Jahren Stil und Form der Salzburger landespolitischen Kompendien geprägt: Die Ära Lechner (1988), Die Ära Haslauer (2001), Wolfgang Radlegger - ein Politiker ohne Fehl und Tadel? (2007), nicht zu vergessen das von ihm zusammen mit Roland Floimair seit 1989 herausgegebene Salzburger Jahrbuch für Politik. Die Zusammensetzung der von ihm gewählten Mitarbeiterstäbe zeigt Offenheit für alle politischen Standpunkte innerhalb der Rah-menvorgaben der österreichischen Demokratie. Mehr als einmal wurden konventionelle Salzburg-Motive gegen den Strich gebürstet. In seinen eigenen Beiträgen bezieht Dachs deutlich erkennbare kritische Positionen -man braucht nicht zwischen den Zeilen zu lesen. Niemals ist seine Kritik mutwillig verletzend.

Die Jury würdigt Dachs "als einen dem Gemeinwohl unmittelbar zugewandten Politikwissenschaftler und Publizisten, der für Salzburg nachhaltige aufklärende Arbeit ohne Aufhebens geleistet hat."

Der von der Salzburger Landesregierung 1978 geschaffene und 1979 erstmals verliehene René-Marcic-Preis ist einer der renommiertesten Journalistenpreise Österreichs. Bisher waren bei 24 Preisverleihungen insgesamt 27 Preisträger gekürt worden. Erster Preisträger war der Leiter der Wissenschaftsredaktion des ORF-Landesstudios Salzburg, Dr. Oskar Schatz. Die übrigen Preisträger lauten:
Prof. Gerhard Neureiter, Chefredakteur-Stellvertreter der Salzburger Nachrichten (1980);
Dr. Clemens M. Hutter, Leiter des Ressorts Außenpolitik in den Salzburger Nachrichten (1982);
Prof. Max Kaindl-Hönig, ehemaliger Leiter des Ressorts Kultur der Salzburger Nachrichten (1983);
Prof. Dr. Karl Heinz Ritschel, Chefredakteur der Salzburger Nachrichten (1985);
Chefredakteur Kurt Wessely, von 1969 bis 1976 Chefredakteur des Salzburger Tagblattes (früher Demokratisches Volksblatt) und Leiter der Abteilung Bildung und Medien der Arbeiterkammer Salzburg bis 1986 (1986);
Dr. Heide Gottas, Wissenschaftsjournalistin (1987);
Die Journalisten Alfons Dalma, Ilse Leitenberger und Viktor Reimann (1988/1989);
Chefredakteur i.R. Prof. Eberhard Zwink, langjähriger Leiter des Landespressebüros (1990);
Chefredakteur-Stellvertreter Prof. Kurt Vorhofer, Kleine Zeitung, Wiener Redaktion (1991);
ORF-Intendant Ing. Friedrich Urban (1992);
Dr. Franz Mayrhofer, Ressortleiter für Wissenschaft und Forschung der Salzburger Nachrichten (1994);
Gerd Bacher, ORF-Generalintendant a.D. (1995);
KR Helmut Lenhardt (1997);
Waltraud Langer, ORF-Wien, Wirtschaftsredaktion (1998);
Sepp Forcher (1999);
Prof. Heinz Nußbaumer (2000);
Gerhard Steininger, SN-Redakteur (2001);
Dr. Hubert Feichtlbauer, Journalist und Publizist (2002); Univ.-Prof. Dr. Michael Schmolke, Publizistik-Professor (2003); Mag. Karl-Markus Gauß, Schriftsteller (2004);
Chefredakteur Prof. Werner Mück, ORF (2005);
Mag. arch. Thomas Wizany, Karikaturist (2007);
Mag. Michaela Gründler, Chefredakteurin Apropos und Mag. Anja Pia Keglevic, Redakteurin Apropos (2009).

In der vom Landespressebüro im April 2009 herausgegebenen Dokumentation der Marcic-Preisträger seit 1988/1989 hielt Geschäftsführer Dr. Roland Floimair fest, dass die ausgezeichneten Journalisten meinungstreu und wahrhaftig geblieben seien und Gebrauch gemacht hätten von der Chance, sich mit der mit der Stiftung des Preises gemeinten Moralität und Qualität zu messen. Getreu dem von Gerd Bacher, dem langjährigen Vorsitzenden der Jury, festgesetzten Motto: "Die Entscheidung der Jury stimmt dann, wenn nicht nur der Ausgezeichnete, sondern mit seiner Wahl auch der Preis geehrt wird."

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