Flimm fordert Rückzug der Politiker aus den Festspielgremien

"Wollen ihr Versagen kaschieren"

Wien (OTS) - Deutliche Worte des scheidenden Intendanten der Salzburger Festspiele, Jürgen Flimm, in der morgen erscheinenden NEWS-Ausgabe. Die Politiker mögen sich aus den Festspielgremien zurückziehen, fordert der renommierte Theaterleiter. Die möglichen Malversationen des entlassenen technischen Direktors der Sommerspiele seien mit dem Osterfestspielskandal nicht vergleichbar, argumentiert Flimm: "Wir wurden mit einem Netz von Firmen hereingelegt. Bei den Osterfestspielen waren die Malversationen so offensichtlich, dass sie Welser-Möst oder Pereira auf einen Blick erkannt haben. Die Vorsitzende des Kuratoriums, Frau Burgstaller, hätte nur einmal jemandem aus ihrem Riesenapparat sagen müssen: "Kuck doch mal rein, bevor ich die Hand zur Entlastung hebe." Denn da führt kein Weg vorbei: Sie als Vorsitzende muss die Entlastung der Geschäftsführung aussprechen, und das hat sie getan. Wären die Kameraden zu Ostern auch nur einmal so pingelig gewesen wie bei uns im Sommer, wäre manches nicht passiert. Noch etwas: Wir haben aus freien Stücken augenblicklich die Buchprüfung eingeschaltet und den Klaus gekündigt. Und als die Buchprüfer schon die Bleistifte spitzten, da kamen harsche Anweisungen. Von Herrn Schaden, wie üblich, über die Presse, und die Frau Landeshauptfrau hat uns Briefe geschickt, dass man denkt, wir hätten die Matura noch nicht hinter uns. Jetzt haben wir wieder einen Brief von ihr bekommen, wo wir aufgefordert werden, quasi die Arbeit der Staatsanwaltschaft zu tun. Man hat das Gefühl, hier wollen manche ihr Versagen kaschieren, indem sie Lärm auf der falschen Kirmes machen."

Bemerkenswert auch eine weitere Aussage Flimms zum technischen Direktor Kretschmer: "Er soll ja unter anderem auch für die Olympiabewerbung von Heinz Schaden gearbeitet haben. Das wurde ihm auf Wunsch erlaubt, was auch insofern interessant ist, als unbescholtene Festspielmitarbeiter wie Protokollchefin Suzanne Harf zuletzt von den Politikern öffentlich gemaßregelt wurden, weil sie die Nebenbeschäftigungsklauseln verletzt hätten."

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