ÖSTERREICH: Spindelegger fordert: "Deutschkurs oder Sozialhilfe-Stopp"

ÖAAB-Obmann kündigt neue Initiativen im Integrationsbereich an

Wien (OTS) - Im Interview mit der Tageszeitung ÖSTERREICH (Mittwoch-Ausgabe) lässt VP-Außenminister und ÖAAB-Obmann Michael Spindelegger mit neuen Schulplänen aufhorchen: "Wir brauchen verpflichtende Deutschkurse für Vorschulkinder." Er erläutert im ÖSTERREICH-Interview: "Uns liegt eine Studie vor, wonach zwölf Prozent unserer Schüler ein Problem mit Sinn erfassendem Lesen haben. Bei den Kindern mit Migrationshintergrund sind es 36 Prozent. Das heißt, jedes dritte Kind nicht deutscher Muttersprache kann nicht richtig lesen. Das ist besorgniserregend. Denn diese Probleme ziehen sich dann von der Schule über die Ausbildung hin zum Beruf. Wir müssen diese Schwierigkeiten, die eine Herausforderung für unsere Gesellschaft darstellen, an der Wurzel anpacken."

Darauf angesprochen, dass es doch schon bislang Deutschkurse gebe, antwortet Spindelegger: "Ja, aber bislang nur auf freiwilliger Basis. Das Angebot wurde von Migrantenfamilien, deren Kinder diese Kurse am meisten benötigen würden, nicht ausreichend aufgegriffen. Daher brauchen wir jetzt eine Verpflichtung, um diese Sprachprobleme zu vermeiden. Zugleich müssen wir auch das Kursangebot verbessern."

Befragt, ob Spindelegger Sanktionen bei Nichtinanspruchnahme der Deutschkurse verlange, sagt Spindelegger: "Wenn die Deutschkurse auf freiwilliger Basis nicht greifen, müssen sie verpflichtend sein. Einerseits für Kinder im Vorschulalter. Andererseits muss das auch für Kinder gelten, die zu einem späteren Zeitpunkt ins Schulsystem eintreten und damit noch größere Sprachprobleme haben. In diesem Fall muss es eine Nachmittagsbetreuung mit Deutschunterricht geben. Diese verpflichtenden Deutschkurse sollte man an Sozialleistungen koppeln." Ob Familien dann im konkreten Fall die Beihilfen verlieren würden? "Das muss gekoppelt sein, ja", sagt Spindelegger.

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