Kapellari: Mit Missbrauch "ohne falsche Rücksichtnahme" umgehen

Grazer Bischof in "Kathpress"-Interview: Fälle sexuellen Missbrauchs sind "tiefe Wunde" - Kirche und gesamte Gesellschaft müssen ehrlichen Umgang damit lernen

Graz, 23.02.2010 (KAP) Die Kirche muss lernen, mit Fällen sexuellen Missbrauchs "ehrlich und ohne falsche Rücksichtnahme" umzugehen. Das betonte der Grazer Bischof und Stellvertretende Vorsitzende der Österreichischen Bischofskonferenz, in einem Interview mit "Kathpress". "Wir Menschen neigen dazu, Unbequemes zu verdrängen. Dies galt und gilt auch für den Umgang von Christen und ihren Gemeinschaften mit Verfehlungen von Mitarbeitenden", stellte Kapellari fest. Solche Defizite seien "besonders arg, wenn es dabei um Verletzungen der besonders wehrlosen Kinder und Jugendlichen geht". Der Missbrauch sei "eine tiefe Wunde".

Wörtlich hob der Bischof hervor: "Die Kirche in allen Ländern und die ganze Zivilgesellschaft müssen lernen, mit diesem Problem im Blick auf Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft ehrlich und ohne falsche Rücksichtnahme umzugehen."

Zugleich verwahrte sich Kapellari gegen "Pauschalverdächtigungen" z.B. gegenüber dem Klerus. In der Debatte über das Gesamtproblem des Missbrauchs, die nun in Deutschland geführt wird, sei schon "viel Differenzierendes" gesagt worden.

(forts. mgl.)
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