Kreditvergabe: "Was die Stadt Wien von Oberösterreich lernen sollte!"

Viele Wiener Unternehmen haben Schwierigkeiten bei Betriebs- und Investitionskrediten. Oberösterreich agiert proaktiv. 68% fordern das oberösterreichische Modell für Wien.

Wien (OTS) - "Jetzt müssen die Finanzmittel bei den Unternehmen ankommen, denn für die Realwirtschaft ist Geld keine fiktive Größe!" fordert Brigitte Jank, Obfrau des Wiener Wirtschaftsbundes und Präsidentin der Wiener Wirtschaftskammer mehr Engagement von der Stadt Wien. Viele Betriebe klagen über erschwerten Zugang zu dringend notwendigen Betriebsmittel- oder Investitionskrediten. Strenge Sicherheiten erschweren dabei die Kreditvergabe.

Ein besonderes Hemmnis für den Präsident des österreichischen Wirtschaftsbundes und Präsident der Wirtschaftskammer Österreich ist die Kreditvertragsgebühr. "Diese Abgabe führte Kaiserin Maria Theresia ein, um die damaligen Papierkosten abdecken zu können!" fügt Leitl hinzu. Diese in Europa einmalige Bagatellsteuer ist in schwierigen Zeiten eine Investitionsbremse. Leitl fordert daher die Abschaffung: "Ich glaube nach über 250 Jahren, kann man sich Papier leisten."

Während in anderen Bundesländern Betrieben von öffentlicher Seite mit Krediten und Haftungen in schwierigen Zeiten geholfen wird, bekommen Wiens Unternehmen von der Stadt Wien wenig Unterstützung. "Das Bundesland Oberösterreich hingegen hat hier 3 Modelle ausgearbeitet und den Haftungsfond um insgesamt 4,37 Mio. Euro aufgestockt!" erklärt Jank. Der direkte Vergleich zwischen Wien und Oberösterreich zeigt das unterschiedliche Engagement: "In Oberösterreich wird mit 228 Bürgschaftsfällen 3x mal mehr geholfen als in Wien. Das Gesamtvolumen der Bürgschaftsfälle ist sogar mehr als 4x mal so hoch." stellt Jank besorgt fest. Eine aktuelle GFK Umfrage unterstreicht die Dramatik dieser Zahlen: "68% der Wiener Unternehmer sprechen sich dafür aus, das oberösterreichische Modell für Wien zu übernehmen." Der Wirtschaftsbund fordert daher:

4 Maßnahmen zur Verbesserungen der Kreditvergabe:
1.Verlängerung der Gemeinsamen Kreditaktion: 2009 haben Gemeinde Wien und WKW in einer gemeinsamen Kraftanstrengung doppelt so hohe Mittel für diese Kreditaktion zur Verfügung gestellt, nämlich 5 Mio. Euro; Für 2010 fehlen noch die notwenigen Beschlüsse. Ansonsten würden die Mittel um 2,58 Mio. sinken, und das würde um die Hälfte weniger Kleinkredite für Wiener Unternehmen bedeuten
2.Die Gemeinde Wien sollte konjunkturgedingt 4 Mio. Euro in Anlehnung an Oberösterreich für einen Haftungsfonds im Rahmen der Wiener Kreditbürggesellschaft (WKBG) zur Verfügung stellen.
3.Der Haftungsanteil der Stadt Wien in der WKBG soll befristet bis Ende 2010 auf 60% ausgeweitet werden.
4.Eine befristete allgemeine Landeshaftung für Kredite von Kleinbetrieben mit einer Zielgröße von 10000. Dafür eignet sich die Begebung einer Landesanleihe.

Diesbezügliche Anträge wurden bereits im Wiener Wirtschaftsparlament beschlossen, leider ohne die SP-Wirtschaftsvertreter. Jank appelliert an die Vernunft aller Vertreter um eine gemeinsame Lösung für die Wiener Gewerbetreibenden zu finden.(Schluss).

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