WKÖ-Hochhauser: Mit modernen Arbeitsanreizen soziale Eingliederung fördern

Österreich hat laut OECD eines der sichersten Sozialnetze - statt höherer Nettoersatzrate beim Arbeitslosengeld in Bildung investieren und Arbeit lohnend machen

Wien (OTS/PWK147 ) - Ein angemessener Lebensstandard und damit
ein würdiges Leben sollten in der heutigen Zeit für alle Menschen selbstverständlich sein. Dass Österreich eines der sichersten sozialen Netze aufweist, bestätigt die von der OECD erst kürzlich veröffentlichte Studie zur sozialen Absicherung nach einem Jobverlust. "Jetzt muss alles getan werden, dass dieser Standard auch künftig aufrechterhalten werden kann", betont die Generalsekretärin der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), Anna Maria Hochhauser, anlässlich des Europäischen Jahres gegen Armut und soziale Ausgrenzung.

Die OECD-Studie belegt einmal mehr, dass das durchschnittliche Arbeitslosengeld in Österreich fast immer über der gesetzlich garantierten Mindestersatzrate von 55 Prozent des Nettoverdienstes liegt. So verbleiben einem verheirateten Durchschnittsbezieher ohne Kinder unmittelbar nach Jobverlust bis zu 77 Prozent des vorherigen Nettoeinkommens, im Fall von zwei Kindern sogar 81 Prozent. "Im Vergleich dazu bleiben einem schwedischen Haushalt nur knapp über 70 Prozent, wobei das Arbeitslosengeld dort auch noch versteuert wird."

Österreich hat darüber hinaus ein hohes Prokopfeinkommen und besitzt unter den OECD-Staaten eine Vorbildrolle bei der Frage, ob die Einkommen gleich verteilt werden. Zusätzlich tragen die kollektivvertraglich gesicherten Mindestlöhne in Österreich entscheidend zur Armutsvermeidung der Menschen bei.

Die Rüge der OECD gegenüber Deutschland, für Langzeitarbeitslose zu geringe Arbeitsanreize zu setzen, sollte auch Österreich sehr ernst nehmen. Österreichs Nettoersatzrate für Langzeitarbeitslosen liegt in vielen Fällen über jener in Deutschland und wird im Zuge der Einführung der Mindestsicherung für Geringverdiener noch weiter angehoben werden. "Statt über eine noch weitere Anhebung der Nettoersatzrate sollten wir jetzt über moderne Anreizsysteme für alle Betroffenen - für Geringqualifzierte, junge und ältere Menschen genauso wie für Alleinerziehende und Menschen mit migrantischem Hintergrund - nachdenken. Nur so können wir die soziale Eingliederung zielgerichtet vorantreiben", sagt Hochhauser.

"Investitionen in die Bildung sind daher jetzt genauso wichtig wie Instrumente, die Arbeit lohnend machen." Die auf Betreiben der Wirtschaftskammer beschlossene Verlängerung des Kombilohns sowie der Ausbau der Eingliederungsbeihilfe seien dazu ein erster Schritt in die richtige Richtung, so die WKÖ-Generalsekretärin abschließend. (SR)

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