Schatz: Immer mehr prekäre Jobs erhöhen Zahl der SozialhilfeempfängerInnen

Wien (OTS) - "Hinter dem stetigen Anstieg der SozialhilfempfängerInnen steckt auch der seit Jahren von Sozialpartnern und Regierung hingenommene und zum Teil geschaffene massive Anstieg prekärer Arbeitsverhältnisse in Österreich. Bei Scheinselbständigen etwa besteht nicht einmal ein Anspruch auf Arbeitslosengeld, bei vielen sind die Gehälter so niedrig, dass sie vom Arbeitslosengeld allein nicht leben können und Sozialhilfe beziehen müssen", erklärt heute Birgit Schatz, ArbeitnehmerInnensprecherin der Grünen.

Will man im EU-Jahr zur Bekämpfung der Armut und sozialen Ausgrenzung wirklich eine Trendwende bei dieser bedenklichen Entwicklung erreichen, muss die Armutsspirale bereits am Arbeitsmarkt bekämpft zu werden. Für immer mehr Menschen nämlich, ist ein Job leider kein ausreichender Schutz vor Armut. "Immer mehr versuchen sich Tag für Tag mit schlechten Arbeitsverträgen als Scheinselbstständige über Wasser zu halten. 230.000 Menschen verdienen mittlerweile so wenig, dass sie zu den working poor zählen.

"Die derzeitige Mindestlohnregelung ist eine Farce", stellt Schatz fest. 820 Euro Mindestlohn netto für 40 Stunden sind bei stetig ansteigenden Lebenshaltungskosten kein Schutz vor Armut. "Es braucht dringend eine gesetzliche Mindestlohnregelung für alle Beschäftigungsverhältnisse und eine Erhöhung auf 1.000 Euro netto im Monat." Damit wären auch atypische Arbeitsverhältnisse erfasst. Weiters braucht es einen Arbeitslosenanspruch für alle Arbeitsverhältnisse, Scheinselbstständigkeit muss bekämpft und eine bedarfsorientierte Grundsicherung für alle garantiert werden. Last but not least muss das Arbeitslosengeld deutlich erhöht werden.

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