Kärnten: 800 Heimplätze als Vorsorge für die Zukunft

LR Ragger erfüllt mit Ausbauprogramm die Bedarfsplanung zu 100 Prozent

Klagenfurt (OTS/LPD) - In Kärnten werden in den nächsten vier Jahren 800 neue Plätze in Pflegeheimen geschaffen. Konkret sind die Errichtung von neun neuen Heimen sowie die Ausweitung bestehender Heime von 50 auf 75 Betten geplant. Sozialreferent LR Christian Ragger hat in Absprache mit allen Beteiligten ein Ausbauprogramm fixiert, mit dem der zukünftige Bedarf aufgrund der demographischen Entwicklung zu 100 Prozent gedeckt wird.

Die Grundlage aller vorgenehmigten Projekte sind die Bedarfsberechnungen des Institutes für Gesundheit (ÖBIG). Ragger veranlasste aber, dass ÖBIG diese überarbeitet, weil es einige aktuelle Aspekte noch nicht eingearbeitet hat. Mit dem Wegfall des Angehörigenregresses habe sich die jährliche Nachfrage nach Heimplätzen mehr als verdoppelt. Fachleute müssten daher prüfen, wie das Ausbauprogramm aufgrund dieser Entwicklung adaptiert werden müsse.

Ein Defizit besteht laut Ragger darin, dass es zwischen der Heimpflege und der Pflege zuhause zu wenig alternative Angebote gibt. "Die tickende Zeitbombe der Demographie können wir nur entschärfen, wenn ein umfassendes Angebot neben der Heimpflege entwickelt wird. Ansonsten wird ein zu großer Druck auf die Pflegeheime entstehen, der vermutlich nicht zu bewältigen ist, da in Teilen Kärntens das Personal schlichtweg fehlt", erklärt er. Der Ausbau von Kurzzeitbetten, Überleitungspflege und Tagesstätten, welche die Versorgung pflegebedürftiger Menschen zu Hause erleichtern, genieße daher hohe Priorität.

Vor allem für Personen mit niedrigen Pflegestufen müssten alternative Betreuungsmöglichkeiten geschaffen werden. Dabei seien vor allem die ehemaligen Familienpflegestellen, die unter regelmäßiger Kontrolle des Landes zu alternativen Lebensräumen gestaltet werden, und betreubare Wohneinheiten zu nennen. Auch diesen niederschwelligen und daher weniger kostenintensiven Versorgungsvarianten werde großes Augenmerk geschenkt.

"Die Heimausbauoffensive erfolgt praxisnah und bedürfnisgerecht in mehreren Etappen. Damit wird verhindert, dass durch ein plötzliches Überangebot Auslastungsprobleme in bestehenden Häusern entstehen", führt Ragger aus. Das Land stelle 27 Millionen Euro für neue Pflegeheime mit jeweils 75 Betten zur Verfügung. Jedes Haus werde auch Kurzzeitbetten anbieten, in denen Übergangspflege zur Entlastung von pflegenden Angehörigen erfolgen werde.
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