Digitalkamerahersteller im Ethik-Check: Punkt und Sieg für Nikon

"Konsument": Branchengrößen Sony und Canon überraschend unterlegen.

Wien (OTS/VKI) - Ein aktueller "Konsument"-Test zu Digitalkameras zeigt, dass es bei der Qualität von Digitalkameras mittlerweile nur noch geringe Schwankungen gibt. Ein anderes, bei weitem unausgeglicheneres Bild entsteht, wenn die Digitalkamerahersteller auf ihre unternehmerische Gesellschaftsverantwortung (CSR) hin abgeklopft werden: Von wahrer Große sind hier etwa die Marktführer Sony und Canon weit entfernt. Stattdessen werden sie vom vergleichsweise kleinen japanischen Hersteller Nikon abgehängt, der sowohl im Bereich Soziales als auch im Bereich Umwelt die Mitbewerber alt aussehen lässt - selbst wenn es auch bei Nikon definitiv noch Verbesserungsbedarf gibt. Welten von Nikon entfernt sind die Hersteller Olympus, Kodak, Fujifilm und Pentax. Von den insgesamt zehn unter die Lupe genommenen Digitalkameraherstellern erhielten sie aufgrund mangelnder Kooperation allesamt die schlechteste Beurteilung - Pentax sogar in allen getesteten Kategorien.

Generell sind die Umweltstandards in der Branche besser umgesetzt als die sozialen. Umweltzertifizierungen gelten als selbstverständlich. Dennoch erhält nur Nikon in der Kategorie Umwelt mit "A" die beste Bewertung. Die restlichen Hersteller reihen sich ab einem schwachen "C" beginnend in der fünfstufigen Skala abwärts. Im sozialen Bereich ist das Niveau deutlich geringer, unter anderem aufgrund langer Arbeitszeiten. Überprüft wurden neben öffentlich verfügbaren Quellen die Zentrale sowie jeweils ein Montage- und ein Komponentenwerk. Zudem wurden - im Falle einer Kooperation - neben dem Management auch Arbeiter interviewt.

CSR ist in der Unternehmenspolitik der sechs Unternehmen, die kooperierten, recht gut verankert: Canon, Casio, Nikon, Panasonic, Samsung und Sony. Auf dem Papier sind hier insbesondere die Marktführer Sony und Canon sehr stark. Die Umsetzung in die Praxis konnte dagegen oft nur mangelhaft nachgewiesen werden. "Konsument"-Ethikexperte Peter Blazek: "Das war für uns insofern überraschend, da marktbeherrschende Firmen in ethischen Belangen üblicherweise eine Frontstellung einnehmen."

Blazeks etwas anderer Kaufhilfe-Tipp: "Wer sich nun heutzutage angesichts des riesigen und qualitativ oft nicht mehr sehr unterschiedlichen Angebots an Digitalkameras nur schwer entscheiden kann, könnte ein weiteres Kaufkriterium ins Spiel bringen: Sich für jene Marke zu entscheiden, die auch im Bereich CSR wirklich überzeugend agiert."

Alle Details zum Ethiktest sowie zum aktuellen Digitalkamera-Test gibt es ab dem 25.2. im März-"Konsument" sowie ab sofort auf www.konsument.at.

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