ShLOW: Studenten zähmen die Raser

Im Rahmen eines EU-weiten Ideenwettbewerbes präsentierten Studenten ihre Projekte für Verkehrssicherheit. Drei Österreicher überzeugten.

Wien (OTS) - Wie kann man Kfz-Lenker davon überzeugen,
vorsichtiger zu fahren - und somit auch die Anzahl der Verkehrsunfälle reduzieren? Über diese Fragen zerbrachen sich 45 Studierende aus zehn EU-Staaten monatelang den Kopf und reichten ihre Vorschläge im Rahmen des Ideenwettbewerbs "ShLOW - Show me how slow" ein. Initiator dieses Wettbewerbs ist der ETSC (European Traffic Security Council) mit Sitz in Brüssel, ein internationales Netzwerk von nationalen Organisationen, die sich im Bereich Verkehrssicherheit engagieren - das Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV) ist auch Mitglied. Die Siegerehrung findet am 23. Februar statt, drei Österreicher schafften es mit ihren Projekten in die engste Auswahl. Eine von ihnen ist die BWL-Studentin Lisa Maria Rindler aus Spittal in Kärnten. Sie ließ 1000 Sticker drucken, auf denen ein Sarg mit der Aufschrift "Too fast" zu sehen ist. Raser sollen somit darauf aufmerksam gemacht werden, welche tragischen Folgen ihr unvorsichtiges Verhalten haben kann. Mindestens genauso kreativ zeigt sich WU-Student Patrick Siebert, der das Aufstellen von Displays an zwei häufig befahrenen Straßenstellen in Wien und Pasching sowie in zwei ARBÖ-Prüfzentren organisierte. Die Werbeflächen wurden von der Agentur bpmedia kostenlos zur Verfügung gestellt und sind nach dem Prinzip des bekannten "Hangman-Spiels" gestaltet. Auf den Infoscreens leuchtet groß die Aufschrift "Spiel nicht mit dem Leben. Geh vom Gas" - daneben hängt die Hangman-Zeichentrickfigur tot am Galgen. Der zu erratene Begriff erscheint in riesigen Lettern darüber: "R_A_S_E_R". Der Verwendung von Displays widmete sich auch David Biegl. Der Niederösterreicher nahm sich der Mannswörther Straße in Schwechat bei Wien an, in der er zuletzt auffallend viele Kfz mit überhöhter Geschwindigkeit beobachten konnte. Auf Grund seiner Initiative ist es dort geplant, künftig vier Dialog Displays des deutschen Herstellers RTB aufzustellen. Jene KFZ-Lenker, die zu flott unterwegs sind, werden mit der Aufschrift "Langsam" gewarnt. Fährt der Lenker verkehrskonform, so erscheint die Aufschrift "Danke". Über den warnenden oder lobenden Aufschriften sind Gesichter von Kindern abgebildet. "Diese Initiative wird vom KfV wissenschaftlich begleitet und auf ihre Wirksamkeit untersucht. Das Ziel von ShLOW war, eine möglichst große Anzahl von Studierenden dazu zu bringen, sich intensiv mit dem Thema Fahrgeschwindigkeit zu beschäftigen. Es freut uns, dass wir dieses Ziel erreicht haben und auf diesem Weg ein Beitrag zur Senkung der Unfallzahlen auf Österreichs Straßen geleistet werden konnte", sagt DI Klaus Robatsch, Verkehrsexperte und Abteilungsleiter im Bereich Präventionsberatung im KfV.

39.000 Tote

Im Jahr 2008 sind in Österreich 679 Menschen an Autounfällen gestorben, EU-weit waren es 39.000. Die Unfallursache für rund ein Drittel aller tödlichen Unfälle ist zu hohe Geschwindigkeit. "Wenn wir es schaffen, die Menschen dazu zu bringen, kritisch über das Schnellfahren nachzudenken, verhindern wir einen enormen Blutzoll auf den Straßen in ganz Europa", schließt Robatsch.

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