Geduld der Pensionsberechtigten zu Ende - Ausstieg sofort ermöglichen!

Linz (OTS) - Nachdem sie schon in den Jahren zuvor massive Pensionskürzungen in Kauf nehmen mussten, wurden den Kunden/-innen betrieblicher Pensionskassen in Österreich die Pensionen abermals um ca. 3,5 Prozent gekürzt. "Die betriebliche Altersvorsorge erfüllt nicht die Erwartungen und ist mit schweren Mängeln behaftet" kritisiert AK-Präsident Kalliauer. Er fordert die Möglichkeit, aus den Verträgen auszusteigen und die angesparten Guthaben in die Höherversicherung im öffentlichen Pensionssystem gemäß ASVG überzuführen.

Allein 2008 haben die betrieblichen Pensionskassen in Österreich Verluste von 13 Prozent gemacht. Als die Pensionskassen zu Beginn dieses Jahres Meldungen über satte Veranlagungsgewinne im Jahr 2009 verbreiteten, schöpften die Pensionsberechtigten neue Hoffnung. Diese wurde bitter enttäuscht. Die Pensionen der Kunden/-innen der Allgemeinen Pensionskasse (APK) wurden zum Beispiel um weitere 3,5 Prozent gekürzt.

Zwar verständigte die APK ihre Kunden/-innen zu Beginn dieses Jahres, dass es 2009 nach den starken Rückgängen der Finanzmärkte im Jahr 2008 eine deutlich positive Entwicklung gegeben habe und der bei der Berechnung der Pension bereits berücksichtigte Berech-nungszins von 6,5 Prozent sogar übertroffen worden sei. "Für die Berechnung der Pensionshöhe", so schreibt die APK, "ist neben dem Veranlagungserfolg aber auch die Lebenserwartung maßgeblich. Da diese ständig steigt und wir nur eine bestimmte Summe an Kapital zur Verfügung haben, ist eine Anpassung der Pensionshöhe an die verlängerte Auszahlungsdauer unumgänglich."

In Absprache mit der Finanzmarktaufsichtsbehörde sei darüber hinaus eine schrittweise Anpassung der überalterten Sterbetabellen aus dem Jahr 1989 an die verlängerte Lebenserwartung vorgenommen werden. "Aus diesen dargestellten Gründen", so die APK wörtlich in ihrem Schreiben an eine Bezugsberechtigte, "ist eine Kürzung ihrer Pension um ca. 3,5 Prozent leider unumgänglich."

Viele betroffenen Pensionskassenberechtigten empfinden das als Verhöhnung und Bestätigung ihres Verdachtes, dass sie ausgenutzt worden sind. Um weiteren Kürzungen zu entgehen, fordern die Betroffenen daher eine Ausstiegsmöglichkeit aus den Pensionskassen.

Die AK unterstützt die Betroffenen und fordert die Möglichkeit der Übertragung von Guthaben aus den Pensionskassen in einen eigenen Rechnungskreis der gesetzlichen Pensionsversicherung. Für diese Transaktion muss vorübergehend die Beschränkung der Beitragsleistung mit der doppelten Höchstbeitragsgrundlage aufgehoben werden. Die Steuer- und Beitragsfreiheit der bisherigen Einzahlungen muss aufrecht bleiben. Und es muss eine angemessene Inflationsabgeltung der daraus resultierenden Pensionen sichergestellt werden.

"Die betriebliche Altersvorsorge hält nicht, was die Anbieter versprochen haben. Wer derart mangelhafte Produkte auf den Markt bringt, darf sich nicht wundern, wenn er dann für eine Rückholaktion gerade stehen muss", sagt AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer.

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