Brandanschlag auf Wiener Kirche weiter ungeklärt

Pfarrer betont: "Gotteshäuser aller Konfessionen müssen unantastbar sein und im öffentlichen Interesse geschützt werden"

Wien (OTS) - Wien, 22.02.10 (PEW) Der Brandanschlag auf die Wiener Kirche "Maria vom Siege" am Mariahilfer Gürtel ist nach wie vor ungeklärt: Die Sicherheitsbehörden konnten bisher keine konkreten Hinweise entdecken. Die Kirche ist wegen des Transparents "Jesus liebt dich" bei allen Autofahrern bekannt, die den Gürtel benützen. Zugleich ist die Kirche im 15. Bezirk ein Zentrum von Christen, die sich für den Lebensschutz einsetzen. Pfarrer P. Bruno Meusburger, ein Kalasantiner, hält sich aber von allen Schuldzuweisungen zurück: "Wir wissen es nicht und beten für die Täter". Zugleich betonte P. Meusburger im Gespräch mit dem "Pressedienst der Erzdiözese Wien":
"Ich bin überzeugt davon, dass Gotteshäuser aller Konfessionen heilig, unantastbar sein und im öffentlichen Interesse geschützt werden müssen".

Am vergangenen Donnerstag war der Windfang des Haupteingangs der neogotischen Kirche - ein Hauptwerk des Historismus in Wien -zerschlagen worden. Kirchenbänke und der Bereich des Tabernakels wurden von den Tätern mit einer brennbaren Flüssigkeit übergossen und angezündet. Eine Ordensfrau, die in der Kirche beten wollte, entdeckte das Feuer und verständigte die Polizei. "Wie durch ein Wunder" erloschen die Flammen aber, bevor die Sicherheitskräfte eintrafen.

Die Kirche "Maria vom Siege" (Sancta Maria de Victoria) war in den letzten Jahren wiederholt Zielscheibe von Angriffen geworden, weil in dem Gotteshaus Christen beten, die für den Lebensschutz eintreten. Im Mai 2008 wurde der Slogan "Abtreibung ist Frauenrecht" an die Kirchenwand geschmiert; wenige Tage später wurden bei der "Love Parade" Flugzettel verteilt, auf denen "Maria vom Siege" als Treffpunkt der Lebensschützer angeprangert wurde. Am 8. März 2009, dem "internationalen Frauentag", stürmten Aktivistinnen den Gottesdienst in "Maria vom Siege" und skandierten - kurz vor der Wandlung - vom Altar den Slogan "Ihr seid böse". Beim Hinausrennen warfen sie Flugzettel in die Menge mit der schriftlichen Aufforderungen, die Kirche unter Protest zu verlassen. Die Anzeige bei den Justizbehörden blieb ohne Widerhall.

Im Herbst 2009 erfolgte eine Sprayaktion an der Kirchenwand mit dem blasphemischen Slogan von 1968: "Hätt Maria abgetrieben, wärt ihr uns erspart geblieben". Pfarrer P. Meusburger: "Ich bin traurig über diese hasserfüllten und verhetzten Sprüche. Unsere Kirche ist Heimat für viele Menschen: Für indische und philippinische Gebetsgruppen, für die echten Wiener des 15. Bezirks, für die Lebensschützer, die einmal im Monat eine Gebetswache halten". (ende)

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