Werner Faymann: "Wir werden die Bankenabgabe einführen, denn wir brauchen sie zur Konsolidierung des Budgets."

Bundeskanzler lud Bankenvertreter zum Gipfel

Wien (OTS) - "Die Regierung und das Parlament entscheiden, ob
eine Abgabe kommt, und nicht die Banken", machte Bundeskanzler Werner Faymann heute im Anschluss an den Bankengipfel klar. Trotzdem sei dieses Gespräch mit den Bankenvertretern wichtig gewesen, um die Rahmenbedingungen und Modalitäten zur Berechnung einer solchen Abgabe gemeinsam festzulegen. "Wir werden die Bankenabgabe einführen, denn wir fordern einen substanziellen Beitrag zur krisenbedingten Konsolidierung des Budgets." Deshalb sei heute nicht die Frage im Raum gestanden, ob die Banken bereit seien, diese Abgabe zu bezahlen, sondern wie diese Abgabe ausgestaltet werden kann. Die offene Diskussion darüber sei von den Bankenvertretern jedoch größtenteils positiv bewertet worden.

Basis und Ausgangspunkt für das heutige Gespräch ist eine von der Österreichischen Nationalbank vorgelegte Studie gewesen, die internationale Überlegungen und Modelle berücksichtigt. "Eine der Aufgabe der Nationalbank ist es, für die Stabilität der Banken zu sorgen", sagte Gouverneur Ewald Nowotny. Die Sicherung des Eigenkapitals, bei der Österreich europaweit am unteren Ende stehe, spiele dabei natürlich eine wichtige Rolle. Deshalb sei es notwendig, die laufenden internationalen Überlegungen einzubeziehen und gleichzeitig nationale Lösungsvorschläge zu finden. "Natürlich ist eine gemeinsame europäische Lösung besser", sagte der Bundeskanzler, "sollte das aber nicht gelingen, müssen wir das Problem rasch auf nationaler Ebene lösen."

Wie hoch die Abgabe letztlich ausfallen werde, stehe noch nicht fest. "Gehen wir von 0,07 bis ein Prozent der Bilanzsummen aus, minus möglicher Abzugsposten, sind das immerhin rund 500 Millionen Euro, die wir als Richtgröße heranziehen können", sagte Faymann. Diese Summe von den Banken als Solidarabgabe einzufordern sei absolut gerechtfertigt. "Die österreichischen Steuerzahlerinnen und Steuerzahler haben etwa mit der Übernahme der Haftung für Spareinlagen und mit der Übernahme der Kosten für die Hypo-Bank ausreichend Einsatzbereitschaft bewiesen, nun sind die Banken am Zug. Je besser dabei die Zusammenarbeit zwischen den Banken und der Politik funktioniert, desto besser werden wir auch aus der Krise aussteigen." Keinesfalls, betonte auch Finanzminister Josef Pröll, dürfe die Bankenabgabe von den Instituten auf die Sparerinnen und Sparer sowie der Kreditnehmerinnen und Kreditnehmer abgewälzt werden.

Deshalb habe man sich darauf geeinigt, eine Arbeitsgruppe - bestehend aus Vertreterinnen und Vertretern der Regierung sowie der Banken - zu installieren. "Diese Arbeitsgruppe wird zehn bis 15 Personen umfassen. Wir warten nun darauf, wen die Banken von ihrer Seite entsenden wollen", legte der Bundeskanzler abschließend die weitere Vorgangsweise fest. Wichtig sei aber: Die Arbeitsgruppe liefere Vorschläge und Expertise, die Entscheidung fällt in der Bundesregierung, betonte der Kanzler.

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