Industrie zu Pensionsdebatte: Faktisches an gesetzliches Pensionsantrittsalter heranführen

IV-GS Beyrer: Gerade jetzt darf es keine Denkverbote geben - Alle Betroffenen müssen Verantwortung wahrnehmen - Budget im Sinne zukünftiger Generationen konsolidieren

Wien (OTS/PdI) - Als "befremdlich" bezeichnete der Generalsekretär der Industriellenvereinigung (IV) Mag. Markus Beyrer heute, Montag, die aktuelle Diskussion über das Pensionsantrittsalter in Österreich. Zur Kritik an jüngsten Aussagen von Wirtschaftskammer-Präsident Christoph Leitl sagte Beyrer, "gerade in der jetzigen wirtschaftlichen und budgetären Lage darf es keine Denkverbote geben. Seitens Pensionisten- und Arbeitnehmervertreter nur zu sagen, was alles nicht geht, trägt nichts zur langfristigen Sicherung unseres Sozialsystems bei. Fakt ist: Wir müssen gemeinsam das faktische an das gesetzliche Pensionsantrittsalter heranführen." Eine Diskussion etwa über das schwedische Modell von Zu- und Abschlägen sei völlig berechtigt. In der aktuellen Situation nur Klientelwünsche oder Schuldzuweisungen vorzubringen sei hingegen kurzsichtig. "Vielmehr wäre wünschenswert, dass alle Betroffenen ihre Verantwortung wahrnehmen - dazu gehört auch, für manche unangenehme Fakten und Fragen anzusprechen, wie dies der Wirtschaftskammer-Präsident getan hat. Dies gilt auch für das entscheidende Thema der kommenden Monate und Jahre - die Budgetkonsolidierung", so der IV-Generalsekretär.

"Die Konjunktur muss angekurbelt werden, der Staat muss in seinen Strukturen in das 21. Jahrhundert geführt werden, das Budget muss dringend im Sinne zukünftiger Generationen konsolidiert werden", so Beyrer. "Wir brauchen mehr denn je überlegte und zukunftsfähige Gesamtkonzepte, die sich in Österreich insbesondere der Strukturbereiche Gesundheit, Pensionssystem mit der klaren Notwendigkeit eines raschen Ausschleifens der 'Hacklerregelung' sowie Schule annehmen müssen. Nur wenn wir in allen Bereichen international wettbewerbsfähig und flexibel sind, können wir unseren Lebensstandard auf Dauer halten." Aussagen, wonach die Pensionen hierzulande bis 2050 gesichert seien, beruhten auf Annahmen und Projektionen der EU-Kommission sowie der OECD aus den Jahren 2005 und 2006. Seit damals habe sich die Situation jedoch dramatisch geändert. "Die EU-Studie von 2006 ging für 2010 von einem BIP-Wachstum in Österreich von 2,6 Prozent aus", betonte der IV-Generalsekretär. Zudem sei damals angenommen worden, dass der Reformkurs fortgesetzt würde, was aber nicht der Fall gewesen sei.

"Wir müssen den Konsolidierungsbedarf - und das kann bei gutem Willen funktionieren - auf der Ausgabenseite durch Strukturreformen erreichen, auch um Spielraum für die entscheidenden Zukunftsinvestitionen in Österreich zu haben." Im Bereich Pensionen schlage die Industrie drei Kernmaßnahmen vor: "Erstens: Im Zeitraum 2002 bis 2007 lag der OECD-Schnitt bei Männern bei 63,5 Jahren, bei Frauen bei 62,3 Jahren. Österreich lag mit 58,9 bzw. 57,9 Jahren in diesem Zeitraum weit darunter. Alleine eine Erhöhung des tatsächlichen Antrittsalters um ein Jahr würde bereits Einsparungen von jährlich 1,2 Mrd. Euro bewirken. Zweitens: Auslaufen der 'Hacklerregelung': Die gänzliche Zurücknahme der Verlängerung von 2010 bis 2013 würde die dafür aufzubringenden 2 Mrd. Euro einsparen, das Volumen alleine im Jahr 2013 beträgt 560 Mio. Euro. Drittens: den Vollzug der Harmonisierung der Pensionssysteme von Bund, Ländern und Gemeinden", skizzierte Beyrer.

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