Gewerkschaft vida solidarisch mit streikbereiten französischen FluglotsInnen

Austro Control-Betriebsrat Payr: Zusammenlegung der Zentralen in Frankreich, Deutschland und Schweiz bringen keine Vorteile und senken Kosten nicht

Wien (OTS/ÖGB) - Die französischen Gewerkschaften der Beschäftigten in der Flugsicherung protestieren gegen den Plan des französischen Verkehrsministeriums, die Flugverkehrskontrollzentralen in Frankreich, Deutschland und der Schweiz zusammenzulegen, und verlangen, dass dieser Plan fallen gelassen wird. Der aus diesem Anlass von 23. bis 26. Februar 2010 geplante Warnstreik der französischen KollegInnen wird von den österreichischen FluglotsInnen und dem Berufsgruppenausschuss Flugsicherung in der Gewerkschaft vida solidarisch und inhaltlich voll unterstützt.++++

"Derartige Bestrebungen sind vollkommen unnötig, sie bringen keinerlei Vorteile für die Sicherheit der Luftfahrt und senken die Kosten nicht", bekräftigt vida-Berufsgruppenausschussvorsitzender und Austro-Control-Betriebsratsvorsitzender Norbert Payr am Montag. "In Österreich hat es bereits ein ähnliches Projekt namens CEATS gegeben, wobei man die Flugsicherungskontrollzentralen von Österreich, Tschechien, der Slowakei, Ungarn, Italien, Slowenien, Bosnien-Herzegowina und Kroatien in Österreich zusammenlegen wollte. Das Projekt ist letztlich an Undurchführbarkeit gescheitert", sagt Payr.

Konkret wären die französischen FluglotsInnen von der Zusammenlegung der Standorte Reims, Genf, Zürich und München zu einer Flugsicherungszentrale in der Schweiz betroffen. Dieser Schritt sei "vollkommen unverständlich", meint Payr, zumal die Europäische Transportarbeiter Föderation (ETF) ohnehin das "Virtual Centre Concept" entwickelt habe. Die Vorteile dieses Modells seien, dass die Kontrollzentralen in den Ländern technisch und betrieblich so weit miteinander verbunden werden, dass sie trotz geografischer Trennung wie ein zentraler Standort funktionieren würden, so der Gewerkschafter.

"Die positiven Effekte bezüglich Kapazität, Kosten, Sicherheit und Reduktion der Treibhausgase könnten somit zu 100 Prozent ausgeschöpft werden. Die schwerwiegenden negativen sozialen Auswirkungen und die betrieblichen Gefahren, die eine Zusammenlegung der einzelnen Standorte samt Beschäftigten mit sich brächten, würden entfallen", erörtert Payr. Eine Harmonisierung der Dienstverhältnisse unter uneinheitlichen sozialen Rahmenbedingungen in Europa sei "konfliktfrei praktisch unmöglich". "Angesichts dieser Fakten kann es für den Streik der französischen KollegInnen von österreichischer Seite aus nur Unterstützung geben", unterstreicht Payr.

Die ETF und die die vida unterstützen grundsätzlich die Initiative der EU, die Struktur des europäischen Luftraums zu vereinheitlichen, und anerkennen die die Effizienz und Sicherheit steigernden Aspekte des "Single European Sky"-Abkommens. "Wenn dies aber als Vorwand dafür benutzt wird, die Arbeitsbedingungen der Beschäftigten zu verschlechtern und Sozialdumping zu betreiben, müssen wir unsere Unterstützung für dieses Projekt überdenken", so Payr abschließend. (Schluss)

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