vida-Vondrasek: Armut bekämpfen, Niedriglöhne anheben

Anrechnung des Partnereinkommens bei Notstandshilfe muss fallen

Wien (OTS/ÖGB) - Das Jahr 2010 ist das europaweite Jahr der Armutsbekämpfung, der ÖGB hat dazu die Kampagne "fair teilen" gestartet. "Wir vida-Frauen unterstützen diese Initiative. Gemeinsam mit den ÖGB-Frauen machen wir, symbolisiert durch die Leitfigur 'Marie Los' auf die oftmals prekäre Arbeitssituation von Frauen in Österreich aufmerksam", sagt vida-Frauenvorsitzende Elisabeth Vondrasek. "Unser Anliegen ist es, auf die nach wie vor bestehenden Benachteiligungen von Frauen hinzuweisen. Wer die Armut bekämpfen will, muss dafür sorgen, dass bei der Chancengleichheit der Frauen etwas weiter geht", so Vondrasek.+++

Deswegen fordern die vida-Frauen die Abschaffung der Anrechnung des Partnereinkommens auf die Notstandshilfe sowie die Durchsetzung von mindestens 1.300 Euro Brutto-Lohn bei Vollzeitarbeit. Zudem sollten alle Beschäftigungsverhältnisse, also auch geringfügige Beschäftigung, der Pflichtversicherung in der Sozialversicherung unterliegen und damit einen Einbezug in die Pensions- und Krankenversicherung sicherstellen. Öffentliche Leistungen, allen voran Bildung, Verkehr, Pflege und die medizinische Versorgung, dürfen in keiner Weise geschmälert werden. Vielmehr müssen die Leistungen der Versorgungssicherheit verbessert und ausgebaut werden.

"Frauen sind ungleich mehr auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen als Männer", so die vida-Frauenvorsitzende. Aufgrund der unfairen Einkommenssituation - Frauen verdienen nach wie vor massiv weniger als Männer - müssen sich Frauen oft dafür entscheiden, auf individuelle Mobilität zu verzichten. Nicht nur die Anschaffung, vor allem die laufenden Kosten eines Autos sind für Frauen häufig nicht finanzierbar. Mag das Netz der "Öffis" in den Landeshauptstädten relativ gut geknüpft sein, so liegt es in vielen ländlichen Bereichen im Argen. Ohne eigenes Fahrzeug sind viele Frauen von einer eigenen Erwerbstätigkeit praktisch ausgeschlossen. Einerseits, weil sie nicht zu einer etwaigen Arbeitsstelle gelangen. Andererseits, weil sie ihre Kinder nicht zu einer entsprechenden Betreuungseinrichtung bringen können.

Auch bei der Kinderbetreuung macht es einen Riesenunterschied, ob "frau" in der Stadt, oder auf dem Land lebt. "Denn immer noch ist vor allem am Land das Angebot an Betreuungseinrichtungen nicht ausreichend. Selbst wenn 'frau' vor der Familiengründung einen Job hatte, ihn dann aber - mangels Kinderbetreuungseinrichtungen oder eben mangels entsprechendem Nahverkehr - nicht wieder aufnehmen kann, fällt sie unter Umständen aus der Versorgungssicherheit, wenn das Partnereinkommen 'zu hoch' ist und sie dadurch die Notstandshilfe verliert", erklärt die vida-Frauenvorsitzende. Deshalb müssten Regelungen im Sozialversicherungsrecht, die die Frauen diskriminieren, beseitigt werden und ein gutes Netz an öffentlichen Dienstleistungen sicher gestellt werden, fordern die vida-Frauen.

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