Brunner: EU droht Elefantenschutz zu kippen

Berlakovich darf kein grünes Licht für Elefanten-Massaker geben

Wien (OTS) - Die EU-Kommission, die gemeinsam mit der EU-Ratspräsidentschaft bei der bevorstehenden Artenschutzkonferenz in Doha verhandeln wird, will heute Details zu einer europäischen Position vorlegen. Danach werden die Umweltminister über das Thema beraten und eine gemeinsame Linie festlegen.

"Es besteht die Gefahr, dass sich die EU-Kommission über die Position des EU-Parlaments, das sich eindeutig für einen strengen Elefantenschutz ausgesprochen hat, hinwegsetzen wird. Auch manche Mitgliedstaaten wollen die Forderung von Tansania und Sambia, den Elefantenschutz zu lockern, unterstützen. Es ist völlig unverständlich, dass auch das österreichische Umweltministerium grünes Licht für die Anträge der afrikanischen Länder Tansania und Sambia geben will. Die Herunterstufung des Schutzstatus der Elefanten dient vor allem dazu, den Export von Elfenbein zu legalisieren. Gerade aus Tansania und Sambia kommen besonders große Mengen von beschlagnahmten Elfenbein", warnt die Umwelt- und Tierschutzsprecherin der Grünen, Christiane Brunner.

In einem Entschließungsantrag fordern die Grünen den Umweltminister auf, im Rahmen der Artenschutzkonferenz die beantragte Herunterstufung der Elefantenbestände abzulehnen und sich auf EU-Ebene aktiv für einen konsequenten Schutz der Elefanten einzusetzen. "Wir hoffen, dass auch die anderen Fraktionen im nächsten Umweltausschuss im Parlament diesem Antrag zustimmen werden", so Brunner.

Elefanten sind nach wie vor in weiten Teilen Afrikas und Asiens hoch gefährdet, einerseits durch Lebensraumzerstörung und anderseits durch die illegale Bejagung für den internationalen Elfenbeinmarkt. Obwohl seit 1990 ein internationales Elfenbein-Handelsverbot in Kraft ist, haben die Wilderei und der illegale Handel seit Ende der 90er Jahre wieder dramatisch zugenommen. Es ist davon auszugehen, dass mehr als 30.000 Elefanten pro Jahr für den Elfenbeinmarkt sterben.

Die 15. Konferenz des Washingtoner Artenschutzübereinkommens (WA) findet vom 13.-25. März 2010 in Doha, Katar statt. Jegliche Unterstützung für die Anträge dieser beiden Staaten steht im Widerspruch zum neunjährigen Elfenbeinmoratorium und ist auch ein Affront gegen die Mehrheit der afrikanischen Staaten, die den Elfenbeinhandel aus Sorge um ihre Elefantenbestände vehement ablehnen.

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